"Wirtschaftliches Herz" der Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld

Bürgermeister Tschesnok zu den Industriegebieten Hünfeld Nord und Nordwest und allgemein zur wirtschaftlichen Situation

Hünfeld - Die Wirtschaftsregion Fulda nimmt regelmäßig in den Arbeitsmarktstatistiken in Hessen Spitzenplätze ein, jeweils noch einen „Tik“ besser ist aber das Hünfelder Land. Allein in den zurückliegenden acht Jahren kamen in Hünfeld rund 1.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hinzu, die Zahl liegt trotz Corona-Krise gegenwärtig bei weit über 6.000. Hinzu kommen noch Freiberufler und Beamte, die nicht in dieser Statistik erfasst sind, so dass die Zahl der Erwerbstätigen in Hünfeld sich bei weit über 8.000 eingependelt hat.

Das wirtschaftliche Herz der Stadt schlägt in den Industriegebieten Nord und Nordwest mit Produktionsstätten der Nahrungsmittelindustrie, der Industrietechnik und der Medizingerätetechnik. Einen neuen Schwerpunkt bildet die IT-Branche, mit Unternehmen wie „EngRoTec“ und künftig auch „Datafox“ sowie einige hochspezialisierte Unternehmen, die sich beispielsweise auf den komplexen Bau von induktiven Elementen für die Luftfahrt- und Fahrzeugtechnik oder speziellen Industrieschleifwerkzeugen mit Diamanttechnik konzentrieren. Hinzu kommen ein leistungsfähiger Baumarkt, Möbelmärkte sowie zahlreiche Betriebe aus dem Handwerk. Diese Vielfalt sorgt für Stabilität und gute Perspektiven für die Zukunft.

Wichtig ist aus Sicht des Hünfelder Bürgermeister Benjamin Tschesnok, dass die Stadt Hünfeld als Standortkommune und die Betriebe im ständigen Dialog bleiben. Dabei geht es nicht nur um Fragen der Basisinfrastruktur, beispielsweise im Bereich der Ver- und Entsorgung, dem Netzausbau im digitalen Bereich oder auch der äußeren Erschließung der Grundstücke, sondern auch um die Standortqualität insgesamt. Gute Schulen, ein attraktives Freizeitangebot, Kinderbetreuung, Neubaugebiete sind mindestens ebenso wichtig, um qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und auf Dauer halten zu können und die Unternehmen weiterzuentwickeln, wird in den Gesprächen immer wieder deutlich, sagt Tschesnok.

Der begrenzende Faktor für das Wachstum vor der Corona-Pandemie sei häufig die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und in einigen Fällen auch das Flächenangebot gewesen. Deshalb habe sich die Stadt Hünfeld jetzt im Grundsatz mit der Marktgemeinde Burghaun geeinigt, gemeinsam entlang der Entwicklungslinie der B84 im Anschluss an das bestehende Industriegebiet ein neues Gewerbegebiet auszuweisen und zu erschließen. Im bestehenden Industriegebiet selbst seien durch die Aufgabe der Produktionsstätten von „Coty“ Flächen freigeworden, die ebenfalls neue Ansiedlungsmöglichkeiten bieten. Flächenintensive Unternehmen habe die Stadt dagegen in den zurückliegenden Jahren nicht im Industriegebiet angesiedelt, sondern im neuen Gewerbe- und Logistikgebiet „Hessisches Kegelspiel“ bei Michelsrombach. Auch dort erwartet der Bürgermeister einen weiteren deutlichen Zuwachs an Arbeitsplätzen durch die Ansiedlung der zentralen Logistik von „tegut“.

Tschesnok zeigt sich optimistisch, dass auch die gegenwärtige Krise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, bewältigt werden könne. Hünfeld sei aus Krisen und Strukturwandel letztlich stets gestärkt hervorgegangen. So sei Hünfeld in den 50er und 60er Jahren ein Zentrum der Textilindustrie mit über 1.200 Beschäftigten gewesen. Davon sei heute kein einziger Arbeitsplatz mehr vorhanden. Auch die Aufgabe der Produktion von „Coty“ sei ein Rückschlag gewesen, der sich allerdings letztlich nicht in den Arbeitsmarktstatistiken niedergeschlagen habe, weil der Arbeitsmarkt sich immer wieder als aufnahmefähig erwiesen habe. Stabil ist die Situation in Hünfeld auch deshalb, weil die Stadt mit rund 1.000 Beschäftigen in den Bereichen Gesundheit und Pflege und gegenwärtig mehr als 1.700 Beschäftigten im öffentlichen Dienst über eine solide und konjunkturunabhängige Basis verfüge. Deshalb sei er sehr optimistisch, dass es nach dem Überwinden der gegenwärtigen Corona-Pandemie die wirtschaftliche Dynamik Hünfelds für weiteres Wachstum sorgen werde.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Polizeieinsatz in Großenlüder: 67-jährige Frau leblos in Wohnung gefunden

69-jähriger Ehemann im Krankenhaus / Hintergründe sind noch völlig unklar  
Polizeieinsatz in Großenlüder: 67-jährige Frau leblos in Wohnung gefunden

Hygieneauflagen nicht erfüllt: Zeltlager in einem Feriendorf bei Herbstein unterbunden

Vorschriften des Gesundheitsamtes Vogelsbergkreis vom Veranstalter nicht erfüllt
Hygieneauflagen nicht erfüllt: Zeltlager in einem Feriendorf bei Herbstein unterbunden

Ab 17. August in Hessen: Kostenfreie Corona-Tests für Erzieher und  Tagespflegepersonen

Angebot gilt bis zum 8. Oktober
Ab 17. August in Hessen: Kostenfreie Corona-Tests für Erzieher und  Tagespflegepersonen

Hochrangiger Marineoffizier vor NATO-Posten auf Heimatbesuch in Osthessen

Fregattenkapitän Christian Meister bei Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld
Hochrangiger Marineoffizier vor NATO-Posten auf Heimatbesuch in Osthessen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.