Hünfeld kritisiert neuen Lärmaktionsplan

Bürgermeister Tschesnok: Konfliktpunkte in Hünfeld wurden erneut nicht aufgenommen

Hünfeld - Kritik übt Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok am neuen Lärmschutzplan des Regierungspräsidiums Kassel. Durch die Behörde ist vor kurzem die Fortschreibung des Lärmaktionsplanes Straße erfolgt. Dabei ist es nach Angaben des Bürgermeisters allerdings bei der bisherigen Auflistung der bereits bisher aufgeführten Lärmkonfliktpunkte für den Bereich der Stadt Hünfeld geblieben.

Damit wurden im Lärmaktionsplan weder die bisherigen Forderungen der Stadt Hünfeld zum aktiven Lärmschutz, wie Verbesserungsmaßnahmen für den Bereich der Autobahnbrücke in Oberrombach mit Maßnahmen, wie die Errichtung von Lärmschutzwänden berücksichtigt, noch wurden die neu beantragten Lärmkonfliktpunkte aufgenommen, bedauert der Bürgermeister. Zu den neu beantragten Lärmkonfliktpunkten gehören der Stadtteil Michelsrombach und die Herbertshöfe, die durch die A7 belastet werden sowie die Ortslage von Michelsrombach mit den Landesstraßen 3176 und 3378, Roßbach mit der Ortsdurchfahrt der L3176, und auch Mackenzell und Nüst mit der an den Orten direkt vorbeiführenden Landestraße 3176.

Es ist im Vorfeld der Fortschreibung nach einem Abstimmungsgespräch mit Hessen Mobil als einzige Maßnahme bei der Bezuschussung von Schallschutzfenstern geblieben. Die Bürger, die hier einen Anspruch haben, wurden durch den Magistrat per Anschreiben in Kenntnis gesetzt und haben von ihrem Anspruch weitgehend auch Gebrauch gemacht und entsprechende Anträge bei Hessen Mobil gestellt.

Nach den Ergebnissen des Lärmaktionsplanes sind die darin festgelegten „Auslösewerte für einen Lärmkonfliktpunkt“ nicht erreicht worden. Für den Bürger ist nach den Worten von Tschesnok nicht nachvollziehbar, dass die Summenwirkung verschiedener Lärmquellen - in Hünfeld durch Bahn und Straße - keinerlei Berücksichtigung finde. Die Verkehrssysteme Bahn und Straße werden isoliert in gesonderten Lärmaktionsplänen von unterschiedlichen Behörden betrachtet, obwohl die Bürger in den Bereichen in Summe unter dem Verkehrslärm zu leiden hätten. Dass hier eine Belastung der Bevölkerung vorhanden sei, werde allein schon aus der großen Anzahl von bürgerschaftlichen Anregungen und Einwendungen in dem Verfahren zur Aufstellung der Lärmaktionspläne deutlich.

Offenbar habe der Gesetzgeber bewusst die Lärmquellen nicht kumulativ von Straßen und Schiene in Summenwirkung betrachtet, sondern stütze sich auf Parameter, wie die Anzahl der Fahrzeuge, Abstand der Wohnbebauung und Anzahl der Anwohner. Diese Kriterien seien dabei so hoch angesetzt, dass eher ländlich strukturierte Standorte mit ihrer dünneren Besiedelung diese kaum erreichen könnten. Hier ist, nach Meinung des Hünfelder Bürgermeisters, die Politik gefordert. Er werde dies mit den örtlichen Wahlkreisabgeordneten erörtern, kündigt Tschesnok an.

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