Ein Hund sollte kein Weihnachtsgeschenk sein

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In der Vorweihnachtszeit vermitteln viele Tierschutzvereine keine Tiere mehr an neue Bestizer, um unüberlegete Weihnachtsgeschenke zu vermeiden.

Osthessen. Unbestritten steht der Hund auf der Liste der beliebtesten Tiere weit oben. Aber auch auf vielen Wunschlisten zu Weihnachten belegt er, wie auch andere Tiere, die obereren Ränge.   Beim Kauf eines Hundes sind viele Faktoren zu berücksichtigen und es ist wichtig, dass ein Hund kein kurzfristiges Geschenk ist, dass nach zwei Jahren Garantie kaputt geht und in den Müll wandert. Für den Menschen ist das Leben mit einem Hund nur ein Bruchteil seines Lebens aber für den Hund ist es, wenn es optimal verläuft, sein ganzes Leben. Gerade in der Weihnachtszeit haben sich regionale Tierschutzvereine dazu entschlossen keine Tiere mehr  vor den Feiertagen zu vermitteln. Die Gefahr, dass das Tier bei einem Besitzer landet, der es als Geschenk unter den Weihnachtsbaum legt, ist einfach zu hoch.

Bei der Auswahl des passenden Hundes ist vor allem Zeit ein wichtiger Faktor. Man sollte sich ausreichend Zeit lassen, um sich zunächst zu informieren, welche Rasse zu einem passt. Dabei sind folgende Fragen zu beachten: Welcher  Typ-Mensch bin ich? Wieviel Zeit kann ich einem Hund bieten? Was möchte ich gemeinsam mit meinem neuen Begleiter erleben?  Weiterhin sollten zukünftige Hundebesitzer nicht nur den Austausch mit Züchtern und Haltern dieser Rasse suchen, da diese befangen sein könnten, sondern auch mit unbeteiligten Personen über die Wunschrasse sprechen.

Ist die Frage der Rasse geklärt, beginnt die Suche nach einem geeigneten Züchter oder einem geeigneten Tierschutzverein, der  einen Hund vermittelt.

Den richtigen Züchter finden

Simone Greßler züchtet seit acht Jahren Hunde und findet gerade den guten Kontakt zu ihren Welpenbesitzern sehr wichtig. "Einen guten Züchter zeichnet aus, dass er immer mit Rat und Tat zur Seite steht und das ganze Hundeleben den Kontakt zu den Käufern pflegt", so Greßler.  Weiterhin ist der Preis ein ausschlaggebender Faktor, da ein Welpe nicht für 500 Euro aufgezogen werden kann. Die Impfungen, ärtzliche Betreuung in der Schwangerschaft und nach der Geburt sowie  Spezialfutter kosten viel Geld und sollten für einen gesunden Welpen ausgegeben werden.  Am Ende zahle der neue Besitzer höhere Kosten bei Tierarztbesuchen, da der junge Hund nicht gesund aufgezogen wurde.

Ein guter Züchter sei schon an seiner Internetpräsenz zu erkennen, berichtet Greßler. Anzeigen in denen die Worte "Wir wollten nur 'mal Babys haben" oder "Aus VersehenWelpen bekommen" seien Anzeichen für unseriöse Züchter.  Hat der Interessent ein gutes Gefühl gewonnen, sollte er Kontakt zu dem Anbieter herstellen. Dabei empfiehlt sich, ihn via Telefon  zu kontaktieren.

Ganz wichtig ist es, Fragen zu stellen. Wie lange züchtet der Züchter bereits Hunde? Wie viele Tiere leben bei ihm? Was geschieht mit den Muttertieren, die nicht mehr für die Zucht geeignet sind? Warum hat er sich den Deckrüden ausgesucht? Kann er diese Fragen gut begründen, sollte der neue Hundebesitzer auch  erfragen, ob der Züchter nach dem §11, 8b der Tierschutz Hundeverordnung züchtet. Konnte der Züchter alle Fragen zufriedenstellend beantwortetn ist es ein gutes Zeichen, wenn er selbst einige Fragen an die Interessenten richtet. Wie wird der Welpe leben? Wieviel Zeit hat der Interessent? Ein guter Züchter gibt seine Tiere nicht in eine ungewisse Zukunft ab.

Welpenbesuch

Bevor ein Welpe in ein neues Zuhause, einzieht sollten neue Hundebesitzer den Wurf besuchen können. Dabei sollte man darauf achten, dass es dort nicht nach Urin oder sonstigen unangenehmen Dingen  stinkt. "Eine gelegentliche Pfütze oder ein Häufchen, kann selbst der beste Züchter nicht verhindern", sagt Greßler, "Aber der Gesamteindruck sollte sauber sein. Besonders die Welpen und die Muttertiere sollten nicht verschmutzt sein."Ganz wichtig ist es auch die Mutter der Welpen zu sehen und gegebenenfalls weitere Hunde, die dort leben. Optimal wäre auch die Sichtung des Vaters, jedoch ist dies nicht immer   möglich.  Die Zuchstätte sollte einen harmonischen Eindruck machen und der Züchter sollte den Interessenten keinen Welpen aufzwängen wollen. Es ist gut, wenn sich ein neuer Hundebesitzer Zeit mit seiner Entscheidung lässt und nichts überstürzt. Wenn die Entscheidung für einen Welpen gefallen ist, sollten ein Kaufvertrag, der Impfausweis und das Wurfabnahmeprotokoll an den neuen Besitzer ausgehändigt werden. Außerdem sollte für den neuen Bewohner ein kleines Starterpaket mit beispielsweise einer Leine, einem Halsband, einer kleinen Decke und Futter für den neuen Lebensabschnitt mitgeben werden.Die Auswahl des neuen Familienmitglieds nimmt enorm viel Zeit in Anspruch und sollte nicht als kurzfristige Entscheidung zu Weihnachten getroffen werden . Die Anschaffung des tierischen Freundes  stellt nämlich im Vergleich zur Lebensdauer des neuen Begleiters nur einen Bruchteil dar.

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