"Ich wollte etwas verändern": Altbundestagspräsidentin Prof. Dr. Dr. Rita Süssmuth im Gespräch mit "Fulda aktuell"

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"Fulda aktuell" hat Prof. Dr. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., abseits der "Bildungskonferenz für die Region Fulda" getroffen. 

Fulda - „Die Menschen suchen in diesen unsicheren Zeiten nach Orientierung“, betont Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth, Bundespräsidentin a.D., bei einem Gespräch mit „Fulda aktuell“. Die 81-Jährige war Rednerin bei der „Bildungskonferenz für die Region Fulda“, die vom Landkreis und vom Bildungsbüro unter dem Leitgedanken „Bildung gemeinsam gestalten“ veranstaltet wurde. „Bildung ist der Faktor, der alles nach sich zieht. Bin ich gebildet, dann kann ich mich verwirklichen“, so Klaus Listmann vom Bildungsbüro. 180 Teilnehmer aus verschiedenen Bildungseinrichtungen lauschten zunächst den Worten von Süssmuth, um dann das Gehörte in die Praxis, innerhalb einiger Workshops, umzusetzen.

Die Wirkung des ländlichen Raumes hat laut der CDU- Politikerin deutlich zugenommen. „Von der Vernachlässigung zur Zuwendung, das ist eine wichtige Veränderung“, formuliert Süssmuth im Gespräch mit „Fulda aktuell“. Dennoch müsse die Aufwertung konkret sein. Durch die gemeinsame Arbeit, beispielsweise des Bildungsbüros und des Landkreies Fulda, seien wir bereits auf einem guten Weg.Dennoch brauche der ländliche Raum sichere Strukturen, wie die Ärzteversorgung und die Infrastruktur. „Mit neuen Ideen müssen wir Anziehungskraft schaffen“, sagt die Altbundestagspräsidentin. In Zeiten von schnellen Kommunikationssystemen, vielen Berichten über Leid und Krieg, dürfe man trotzdem den persönlichen Kontakt nicht verlieren. „Die Bürger haben Sorgen, diese müssen gehört und mit viel Mut und Sorgfalt angepackt werden“, so Süssmuth. Das alles schaffe ein Einzelner nicht, sondern nur gemeinsam können die Probleme in der Welt und im Land gelöst werden.

Noch heute ist die 81-Jährige politisch aktiv. „Ich habe mich entschieden, von der politischen Bühne zu scheiden, aber ich habe nicht aufgehört Politik zu machen“, sagt sie entschlossen. Nur müsse sie so, wie jeder Bürger auch, ein offenes Ohr, bei den richtigen Leuten finden, um ihre Anliegen „anzupacken“. Süssmuth ist in die Politik gegangen, um etwas zu verändern, noch heute ist sie sich sicher: „Wir können etwas verändern.“

Gemeinsam die Welt verändern, dass tut sie mit verschiedenen Projekten: „Vor einigen Jahren haben wir es geschafft, 3.000 Flüchtlinge in Albanien eine Unterkunft zu bringen. Das ist doch fantastisch“, erzählt Süssmuth. Bildung sei ein wichtiger Faktor für die Integration. Süssmuth wünscht sich, dass die Bildung noch weiter gefördert wird: „Um allen eine bessere Chance zu geben.“

Ihren jüngeren Kollegen gibt die Bundestagspräsidentin a.D. einen Ratschlag: „Macht Euch nicht größer, als ihr seid.“ Denn Authentizität sei der Schlüssel für den Erfolg auf dem politischen Parkett.

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