Immer etwas los in Hofbieber

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Gespräch mit Bürgermeister Markus Röder: Stolz auf gut funktionierendes und dabei soziales Gemeinwesen

 Hofbieber - "Langweilig ist es bei uns nie“, findet Bürgermeister Markus Röder am Ende des Gespräches mit der „Fulda aktuell“-Redaktion ein treffliches Schlusswort, das alles zusammenfasst, was in den vorherigen 70 Minuten alles angesprochen worden ist, Der 49-Jährige, der am 3. Juni 2018 in seine zweite Amtszeit gewählt wurde, zeigt sich dabei als profunder Verwaltungsfachmann, der aber weit über den gemeindlichen Tellerrand hinaus zu blicken versteht. Was im Übrigen auch kein Wunder ist, denn Hofbieber hält eine Partnerschaft mit Unione Montana Acquacheta in der Emilia Romagna.

Der zweifache Familienvater, der im Ortsteil Elters aufgewachsen ist, legt besonderen Wert auf ein gut funktionierendes und dabei soziales Gemeinwesen, das Jung wie Alt eine Heimat bietet. Wollte man ihn dazu überreden, einen Slogan für Hofbieber zu kreieren, es würde vielleicht auf „An Hofbieber kommt man nicht vorbei“ hinauslaufen.

Von den 16 Ortsteilen liegen sechs im westlichen Einzugsgebiet zur Stadtregion Fulda, wobei das Oberzentrum gerade auch für diejenigen schnell erreichbar ist, die in Fulda arbeiten. Dabei entwickelt sich Hofbieber ganz hervorragend, was sich unter anderem am Interesse nach Bauland ablesen lässt: Röder spricht hier von „Faktor 6“; was bedeutet, dass es für zehn Bauplätze eine Nachfrage von 60 Interessenten gibt. Das ist wichtig, denn die Großgemeinde hat derzeit zwar rund 6.100 Einwohner („mit steigender Tendenz“), doch gehen Bevölkerungsentwicklungen für Hofbieber davon aus, dass es 2030 nur noch rund 5.500 sein könnten. Und dem muss konstruktiv entgegengesteuert werden.

Dass sich Menschen in der Kerngemeinde und den Ortsteilen niederlassen beziehungsweise dort wohnen bleiben, hängt von der Infrastruktur ab. Und die kann sich in der Rhöngemeinde wahrlich sehen lassen, wie der Bürgermeister sagt: Angefangen bei den Kleinsten, gibt es drei kommunale Kindergärten in Schwarzbach, Langenbieber und Hofbieber, die sehr gut ausgelastet sind. Hinzu kommt noch der Waldkindergarten in Langenbieber. „Nicht zu vergessen die vielen Tagesmütter, die das Angebot abrunden“.

Röder ist stolz darauf, dass mit der Biebertalschule in Hofbieber und deren Grund-, Haupt- und Realschule sowie mit der Grundschule in Langenbieber ein breit aufgestelltes Bildungsangebot besteht. „Dieses wird in privater Trägerschaft abgerundet mit der Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein, die den gymnasialen Zweig abdeckt“.

Einen besonderen Ausdruck merkt man dem Verwaltungschef an, wenn er auf das „Familienzentrum“ zu sprechen kommt, das seit 2011 im Lichtweg in Hofbieber zu finden ist. Das ist viel mehr als eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, sondern bietet die unterschiedlichsten Angebote und Austausch unter den Generationen an. So beispielsweise einen „Vätertreff“ „Eltern/Kind-Gruppen“ und Begegnungen für Senioren. „Von diesen niederschwelligen Angeboten können sehr viele profitieren“, sagt Röder, zumal aus dem „Familienzentrum“ heraus weiterführende Hilfestellung in den unterschiedlichsten Problemfällen geboten werden kann.

 „Mit unserem ,Familienzentrum‘ sind wir schon früh auf Hessenebene unterwegs gewesen“, betont Röder und erwähnt zugleich die ehrenamtlichen Strukturen, die an die Einrichtung angedockt sind, wie beispielsweise den ehrenamtlich betriebenen „Bürgerbus“. Apropos Ehrenamt: Es wäre fatal, würde man die vielen Vereine vergessen, die in der Großgemeinde für ein intaktes Gemeinschaftsleben sorgen, und die auch überregional bekannt sind. Und natürlich die Feuerwehren, bei denen sich gut 260 Bürgerinnen und Bürger engagieren.

Zur positiven Entwicklung von Hofbieber gehört freilich auch die wirtschaftliche Situation, und auch hier kann der Bürgermeister zum einen auf den „guten Mix an Unternehmen, die viele Branchen bedienen“ und zum anderen darauf verweisen, „dass wir unsere Gewerbesteuer in den vergangenen Jahren verdoppelt haben und aktuell bei rund 1,8 Millionen Euro liegen. Wie sich die Corona-Pandemie auswirkt, muss abgewartet werden“.

Überschneidungen mit dem Wirtschaftssektor gibt es auch bei einem anderen sehr wichtigen Thema, dem Tourismus, zumal Hofbieber 2017 erneut das Prädikat „Luftkurort“ verliehen wurde. Röder vertritt die Ansicht, dass von touristischen Einrichtungen beide Seiten profitieren sollten: Zum einen die auswärtigen Gäste, aber auch die Einheimischen. Und er führt auf, welche Attraktionen es unter anderem zu entdecken gilt, deren Elemente auch auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind: Da wären das Keltenthema rund um die Milseburg, die „Extratour Hochrhöner“, die Alpaka-Touren, der „Milseburg-Radweg“, der „Barfuß-Erlebnispfad“, „Himmelsschauplatz“ oder auch der Sternenpark. Man könne ein großzügiges Sportangebot nutzen und natürlich herrlich wandern. „Und was eine Wanderregion ist, das ist auch eine Mountainbike-Region“.

Der Bürgermeister ist sich bewusst, dass Einheimische wie Gäste heutzutage ein funktionierendes W-LAN erwarten. Hier hält die Gemeinde ein flächiges Breitbandnetz vor, das stetig ausgebaut wird. Denn Röder weiß, dass so etwas zu einer guten Infrastruktur und damit zur Entwicklung gehört. So wie unter anderem auch das Bereitstellen eines intakten Netzes der Trinkwasserversorgung mit Investitionen in Hochbehälter, Tiefbrunnen, Pumpbehälter etc. sowie auch Maßnahmen zur Abwasserentsorgung. Sechs Millionen Euro werden in die Erneuerung der Abwasseranlage im Ortsteil Wiesen investiert und im Gegenzug die Kläranlage Langenbieber aufgegeben und zu einem Regenüberlaufbecken umgebaut. „Unser Ziel ist, das Ganze beitrags- und gebührenfrei zu halten“. Dies sei keine Selbstverständlichkeit.

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