Wenn uns neben Corona auch noch eine Grippewelle droht   

Besondere Herausforderungen für niedergelassene Ärzte / Thema Schutzimpfung: Fragen an das Kreisgesundheitsamt Fulda

Fulda - Die Empfehlung kommt auch von ganz oben: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Hessens Gesundheitsminister Kai Klose haben dringend dazu geraten, sich in diesem Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Der hessische Apothekerverband hat sich dieser Empfehlung angeschlossen, weil man in diesem Corona-Jahr unbedingt eine heftige Grippewelle vermeiden wolle. Angesichts der stetig steigenden Corona-Infektionszahlen solle das Gesundheitssystem nicht noch zusätzlich belastet werden. Vor diesem Hintergrund hat „Fulda aktuell“ dem Gesundheitsamt des Kreises Fulda über die Pressestelle des Landkreises verschiedene Fragen übermittelt.

FRAGE: Der Herbst ist da, und somit auch die Grippesaison. Welche besonderen Herausforderungen gibt es in diesem Jahr wegen Corona?

ANTWORT: Die Symptome der Grippe und von COVID-19 sind sehr ähnlich, so dass die beiden Krankheitsbilder selbst durch einen Arzt nur bedingt bis äußerst schwer auseinander zu halten sind. Entsprechend wird es eine Herausforderung für die kommende Herbst-/Wintersaison und somit für die Ärzte sein, zwischen den Krankheitsbildern zu unterscheiden und eine treffende Differentialdiagnose zu stellen. Es ist daher davon auszugehen, dass bei einem Großteil der Patienten ein Test auf SARS-CoV-2 vorgenommen werden wird. Zu erwarten ist ebenfalls, dass – wie bereits im Frühjahr dieses Jahres oft gehandhabt – in vielen Fällen zuerst ein Influenzatest durchgeführt wird. Das wiederum könnte zu einer deutlichen Mehrbelastung der niedergelassenen Ärzte in Schwerpunktpraxen, aber auch in Hausarztpraxen, führen. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch der Einsatz von sogenannten Corona-Schnelltests, um Kapazitäten zu schonen. Positive Auswirkungen sind jedoch auch durch die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu erwarten. Da sich die Erreger von COVID-19 und der Grippe auf ähnlichem Weg übertragen, können auch präventive Verhaltensweisen wie Abstand, Händewaschen und Alltagsmasken gegen eine Verbreitung der Grippe helfen.

FRAGE: Sind bereits jetzt Impfungen gegen die Grippe möglich? Wenn ja, wo?

ANTWORT: Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt als Impfzeitpunkt Oktober/November. Aber auch später kann eine Impfung noch sinnvoll sein, da nicht vorherzusagen ist, wie lange eine Influenzawelle andauert. Impfungen sind beim Hausarzt möglich.

FRAGE: Wer sollte sich vorrangig impfen lassen?

ANTWORT: Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Influenzaimpfung unter anderem für Personen ab 60 Jahre und Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Außerdem wird die Impfung Personen mit einem erhöhten beruflichen Risiko empfohlen. Weitere Infos gibt es unter www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html .

FRAGE: Was kostet eine Grippeschutzimpfung?

ANTWORT: Ob die Krankenkassen die Impfung tragen, muss individuell geklärt werden. Falls die Impfung selbst gezahlt werden muss, betragen die Kosten rund 30 bis 40 Euro.

FRAGE: Kann man sich im Zweifelsfalle vorab informieren? Und wenn ja, wo?

ANTWORT: Beim Hausarzt oder auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.impfen-info.de/grippe .

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für Grippeschutzimpfungen geworben. Damit könne das Gesundheitssystem in der Corona-Krise vor einer Überlastung geschützt werden, so der CDU-Politiker, der sich selbst gegen Grippe impfen ließ. Dem Minister zufolge wurden bislang 26 Millionen Impfdosen beschafft. Diese würden aber nicht auf einen Schlag zur Verfügung gestellt. Deshalb könne es zu lokalen Lieferengpässen kommen.

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