Immer wieder das Thema Bahnlärm in der Region Fulda

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Bahnexperte Hubert Heil hält das äußerst kontraproduktiv für den Erhalt diverser Vorteile und Einrichtungen am Bahnstandort Fulda.

Fulda. "Die Eisenbahnerkollegen und Freunde aus dem DB-Bahnvorstand haben mich gebeten, zu der gegenwärtigen Diskussion in der Region zum Thema Bahnlärm Stellung zu nehmen", schreibt der Bahnexperte Hubert Heil in einer Pressemitteilung. "Wenn einigen Bürgern und Politikern nichts mehr einfällt, dann wird – so sagen die Eisenbahnerkollegen – wieder eine Sau durchs Dorf getrieben. Diesmal ist es das Thema "Bahnlärm". "Ich habe versucht, Bürger, Politiker und Journalisten aufzuklären  - mit dem Hinweis: Alle Aktionen und Leserbriefe gefährden den Bahnstandort Fulda!"

Heil nennt folgende wesentliche Fakten:

Das Werk Fulda (von 1983 bis 1985 zur Schließung vorgesehen) sei das einzige, das auch in der zweiten Stufe der Bahn-Reform erhalten bleibt. Fahrsimulatoren und Ausbildungszentrum Der neue Fahrsimulator für den ICE 4 (etwa drei Millionen Euro) kommt nach Fulda. Übergabe wird am 16. Dezenmber 2016 sein - nicht bei den Mitbewerbern München und Berlin. Der 160-Tonnen-Kran des Notfallmanagements und die Einsatzmannschaft in Fulda sind ein fester Bestandteil für Einsätze im ganzen Bundesgebiet, zuletzt bei der Katastrophe in Bad Aibling. Dazu der Tunnelrettungszug.

Neu für Fulda vorgesehen ist die bundesweite Ausbildung für Notfallmanager. Dafür werden acht Ausbilder von Frankfurt und sieben Ausbilder von Kassel nach Fulda versetzt. Weitere Ausbildungsgänge am Bahnstandort Fulda seien Eisenbahner im Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg (Fahrdienstleiter), Eisenbahner im Betriebsdienst Fachrichtung Lokführer/Transport-Lokführer, Kaufmann/-frau für Verkehrsservice, Fachkraft Lagerlogistik, Industriemechaniker und Mechatroniker.

Bahnstandort Fulda hat optimale Zugverbindungen

Im neuen DB-Programm 2016 "Wachstumsstrategie" sei als eine weitere Komfortverbesserung der halbstündige ICE-Verkehr, der nur für Städte mit über 100.000 Einwohnern vorgesehen war, enthalten.Dazu Bahnchef Rüdiger Grube: "Fulda ist wegen seiner günstigen Lage und der Vielzahl von wichtigen Dienststellen ausgezeichnet im Schienenverkehr eingebunden."

Diskussion über den Güter-Verkehrslärm

Der Raum Fulda und Teile des Landkreises seien mit aufgenommen im 80-Millionnen-Lämschutzprogramm der DB ab Januar 2015. "Darin enthalten sind Lärmschutz von der EIKA bis zum Bahnhof Fulda unter anderem von vorab 75 Prozent Zuschuss für eine Dreifach-Verglasung der Fenster. "Der Unterschriftensammler von Fulda-Nord will nur rückwirkend von der DB den Zuschuss für seinen maroden Fenstereinbau aus vergangenen Jahren", sagt Heil. Für Petersberg/Steinau seien zunächst Planungskosten für den Lärmschutz in 2016 vorgesehen. Bei der Verminderung des Güter-Verkehrslärms sei die Zielsetzung der DB, die Umrüstung der Fahrzeug-Laufwerke und der Einbau von Flüsterbremsen, die bis 2020 an etwa 70.000 Güterwagen eingebaut werden. Kosten dafür 230 Millionen Euro für die DB Cargo.

Verlagerung des Güterverkehrs

"Der internationale EU-Güterverkehrskorridor 3 (Stockholm-Kopenhagen-Hamburg-Verona-Palermo) durch den Bahnhof Fulda, auf dem der Güterverkehr Vorfahrt haben sollte (EU-Verordnung 913/210) konnten wir endgültig in 2012 über viele politische Verbindungen und gemeinsam mit Michael Harting, Ministerialdirektor a.D. im Vorstand der DB, verhindern", informiert Heil. Es gibt – noch vertraulich – Überlegungen, den Korridor 3 Ende 2017 zu verlagern. Für Fulda sei eine optimale Lösung: Weniger Lärm und mehr Platz für eine weitere ICE-Linie und das neue künftige IC-Städteprogramm.Dazu hat Heil einen "Fahrplan Güterverkehr in Hessen" vorgetragen und im Dialogforum "ABS/NBS Hanau-Würzburg-Fulda" am 21. April 2015 hinterlegt.

"Die Eisenbahner-Kollegen und auch Vorstandsmitglieder der DB fragen mich bei Tagungen im Esperanto:  ,Was muss die Bahn für diese Kongress- und Kulturstadt Fulda und diese Region noch mehr tun, um die wenigen Nörgler zu überzeugen? Fulda ist im Vergleich zu anderen Städten Bahn optimal aufgestellt'. Meine Zusammenfassende Meinung nach vielen Gesprächen", so Heil abschließend.  "Alle Aktionen im Zusammenhang mit Bahnlärm schaden dem Bahnstandort Fulda und damit auch künftigen Entscheidungen in der zweiten Stufe der Bahnreform 2017."

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