Impfquote im Landkreis Fulda höher als im Hessen- und Bundesdurchschnitt

Bislang haben sich rund 15.000 Menschen im Kreis Fulda gegen das Coronavirus impfen lassen / Interne Revision prüft seit Ende Januar  

Fulda – Die Impfungen im Landkreis Fulda schreiten voran: Insgesamt sind bisher knapp 15.000 Menschen im Impfzentrum Fulda, in Pflegeinrichtungen und Krankenhäusern der Region gegen das Sars-CoV-Virus geimpft worden. Damit liegt die Impfquote im Landkreis Fulda mit mehr als vier Prozent höher als im Hessen- und Bundesschnitt. Über den Stand der Impfungen informierten Landrat Bernd Woide und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt bei einem Pressegespräch. Dabei bezog die Kreisspitze klare Position auch zur Erschleichung von Impfterminen: „Es mag bisher nicht strafbar sein, sich widerrechtlich eine Impfung zu verschaffen, aber es ist nach unserem Verständnis unmoralisch und ethisch verwerflich“, sagen Bernd Woide und Frederik Schmitt.

„Zum Start der zweiten Runde im Impfzentrum Fulda haben gut vier Prozent Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Fulda die Erstimpfung erhalten. Damit liegen wir vor Hessen (2,7 %) und dem Bundeswert (2,9 %)“, erklärt Schmitt und benannte einige statistische Daten: Demnach sind abzüglich der rund 1600 Personen, die in den letzten Wochen aus den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg in Fulda geimpft wurden, aus dem Landkreis Fulda aktuell 13.400 Menschen geimpft.

Eine große Gruppe darunter sind die über 80-Jährigen, die sowohl im Impfzentrum geimpft wurden als auch durch mobile Teams in Senioreneinrichtungen. „Besonders erfreulich ist, dass sich im Zuge der Zweitimpfung in den Pflegeeinrichtungen viele Bewohnerinnen und Bewohner doch noch für eine Impfung entschieden haben. Somit haben wir in den Pflegeheimen aktuell eine Erst-Impfquote von 83 Prozent (etwa 2.100 Personen) erreicht. Alle, die sich impfen lassen wollen, haben bereits die Erstimpfung erhalten. Bis 14. Februar sollen alle die zweite Impfung erhalten“, sagt Frederik Schmitt.

Insgesamt leben im Landkreis Fulda rund 16.000 Frauen und Männer, die 80 Jahre oder älter sind, davon haben bereits 5.100 die erste Impfung erhalten. 63 Prozent (rund 1.900) der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegeheime haben sich für eine Impfung entschieden – und sie alle haben die erste Impfung erhalten. Bei allen soll ebenfalls bis zum 14. Februar die zweite Impfung erfolgt sein. Bei den 54 ambulanten Pflegediensten im Kreis hat der Landkreis Fulda den Bedarf an Impfungen abgefragt. 570 Beschäftigte möchten sich impfen lassen. 405 – und damit 71 Prozent – haben bereits die erste Impfung erhalten, 15 (drei Prozent) die zweite.

Etwa 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Krankenhäusern, die Covid-19-Patienten behandeln oder einem sehr hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, haben die erste Impfung erhalten. Das sind 96 Prozent der Impfwilligen in den Krankenhäusern des Landkreises Fulda. 859 und damit 55 Prozent haben auch die zweite Impfung erhalten. Von den 266 Impfwilligen aus dem Rettungsdienst im Landkreis Fulda wurden bereits 257 mit der Erstimpfung versorgt, 59 mit der Zweitimpfung.

Da auch viele Arztpraxen regelmäßig in Altenpflegeeinrichtungen tätig sind und in ihren Praxen zum Teil viele Patienten aus der besonders vulnerablen Gruppe behandeln, sind auch diese impfberechtigt. „Wir haben deshalb 246 Ärztinnen, Ärzte und Arztpraxen sowie 82 Zahnarztpraxen aus dem Landkreis Fulda abgefragt, ob sie sich – wenn sie impfberechtigt sind –impfen lassen möchten“, erläutert der Gesundheitsdezernent und fügte an, dass aktuell die Rückmeldungen beim Kreis eingehen. Bislang haben aus dieser Gruppe 332 Personen die Erstimpfung erhalten.

Angesichts der Diskussionen zur Frage der Impfberechtigung, die derzeit deutschlandweit geführt werden, erklären Landrat Woide und Vize-Landrat Schmitt: „Auch an uns sind Anhaltspunkte herangetragen worden, die es möglich erscheinen lassen, dass es im Landkreis Fulda sogenannte Vordrängler geben könnte. Das ist ein Vorwurf, den wir äußerst ernst nehmen und dem wir nachgehen.“ Deshalb überprüft seit Ende Januar die unabhängige interne Revision des Landkreises die dokumentierten Impfungen, ob sich darunter Personen befinden, die keine Impfberechtigung hatten und sich offenbar eine Impfung erschlichen haben. Ergebnisse liegen gegenwärtig noch nicht vor.

 „Das ist keine einfache Aufgabe. Die Impfverordnung bedarf gerade im Hinblick auf die Priorisierung aus beruflichen Gründen einer Prüfung im Detail“, sagt Landrat Woide und ergänzt, dass es für einen Verstoß gegen die Impfreihenfolge noch keine rechtliche Handhabe gebe. „Sich vorzudrängen ist bisher keine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit. Aber das darf nicht Maßstab unseres Handelns sein“, erklären Woide und Schmitt. „Für uns ist es eine ethisch-moralische Frage, abzuwarten bis man nach der Impfordnung an der Reihe ist. Uns ist Transparenz wichtig, und wir wollen deutlich machen, dass der Landkreis als Aufsichtsbehörde ein solches Verhalten missbilligt.“

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