In einer Vorbildfunktion: Nachhaltigkeit an der Hochschule Fulda

Das Thema Nachhaltigkeit mit seinen vielen Facetten spielt an der „Hochschule Fulda“ eine große Rolle. Der Hochschule ist es wichtig, bei Auseinandersetzung mit der Thematik eine Vorbildfunktion einzunehmen.
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Das Thema Nachhaltigkeit mit seinen vielen Facetten spielt an der „Hochschule Fulda“ eine große Rolle. Der Hochschule ist es wichtig, bei Auseinandersetzung mit der Thematik eine Vorbildfunktion einzunehmen.

Projekte der Hochschule Fulda für ein nachhaltiges Handeln

Fulda. Wenn es um die verschiedenen Dimensionen des Themas Nachhaltigkeit geht, dann lohnt sich ein Gespräch mit Vertreterinnen der „Hochschule Fulda“. In diesem Falle mit Clarissa Plendl, Beauftragte für Klimaschutz, und mit Dr. Sylvia Pannowitsch, Wissenschaftliche Koordinatorin des „Zentrum Gesellschaft und Nachhaltigkeit“ CeSSt). Nachhaltigkeit, betonen beide, umfasst nicht nur Klimaschutz, sondern auch soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, die Gestaltung des ländlichen Raumes oder Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit. Nachhaltigkeit habe eine ökologische, soziale und ökonomische Dimension.

Und alle drei sind untrennbar miteinander verbunden und stehen in Wechselwirkungen, weisen vielfach auch Zielkonflikte auf. Klimaschutz ausbauen Plendl erarbeitet derzeit ein integriertes Klimaschutzkonzept für die „Hochschule Fulda“. Energieeffizienz – als ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz – ist für die Hochschule seit vielen Jahren ein selbstverständliches Thema im praktischen Hochschulbetrieb, erläutert sie. „Wir möchten den eingeschlagenen Weg über die Entwicklung eines integrierten Klimaschutzkonzepts nun systematisieren, intensivieren und erweitern.“

Das Klimaschutzkonzept soll relevante Aktivitäten bündeln, die bislang nur punktuell und überwiegend im Bereich Energieeffizienz erfolgen. Nun sollen insgesamt zehn Handlungsfelder und deren nachhaltige Ausrichtung betrachtet werden, zum Beispiel Ernährung, Mobilität, Beschaffung und Beleuchtung. Wie kann die Hochschule es etwa schaffen, den Pkw-Pendelverkehr zu reduzieren und welche Bedingungen braucht es, damit Alternativen in der Mobilität leicht werden? Und welche Mensagerichte verursachen besonders viele Treibhausgase? Auch diese Fragen stehen auf dem Prüfstand. Lösungsansätze könnten Radabstellanlagen auf dem Campus sein oder eine hochschulweite Mitfahrbörse. Auch die Möglichkeiten der Digitalisierung hat das Projekt im Blick.

Und mit der Mensa werden nun unter Einbindung des „wissenschaftlichen Zentrums für Ernährung, Lebensmittel und nachhaltige Versorgungssysteme“ ELVe) Möglichkeiten einer klimafreundlicheren und nachhaltigen Gestaltung des Speisenangebots geprüft. Das Ziel ist es, aus all diesen Handlungsfeldern langfristige strategische und konkrete Zielsetzungen zur CO2- beziehungsweise Treibhausgasreduktion sowie eine nachhaltige Ausgestaltung abzuleiten. Plendl: „Insgesamt soll sich der Klimaschutz zu einer noch bedeutenderen Facette in der langfristig auf nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Strategie der Hochschule Fulda entwickeln.

Als Hochschule, an der rund 9.700 Studierende in mehr als 60 Studiengängen studieren, haben wir schließlich eine Vorbildfunktion.“ Soziale Nachhaltigkeit Mit der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit beschäftigt sich das „Zentrum Gesellschaft und Nachhaltigkeit“, das seit 2011 besteht. „Hier bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der ,Hochschule Fulda‘ aus den Fachdisziplinen Soziologie, Soziale Arbeit, Wirtschaft, Recht, Oecotrophologie, Erziehungswissenschaften und Psychologie ihre Kompetenzen“, erläutert Dr. Sylvia Pannowitsch. „Das Ziel ist, Prozesse der Gestaltung von Nachhaltigkeit als gesellschaftlicher Herausforderung zu rekonstruieren, zu analysieren und durch Forschung zu initiieren und zu unterstützen.“

Mit regionalen Partnern

Es geht beispielsweise darum, wie etwa tragfähige Leistungsangebote für ältere Menschen in ländlichen Räumen entstehen können, wie das Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft gelingen kann oder wie sich generationenübergreifende Gemeinschaften aufbauen lassen. Aktuell wird unter anderem auch zu den Folgen der Corona-Pandemie geforscht. Die Forschungsthemen und -erkenntnisse sowie der Wissenstransfer des „CeSSt“ können Grundlagen für solche Prozesse bieten und die aus einem wachsenden Bewusstsein entstandene gesellschaftliche Vision von Nachhaltigkeit in gesellschaftliches Handeln und soziale Praxis überführen. Dabei arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng mit regionalen und zivilgesellschaftlichen Praxispartnern zusammen, im Projekt „DIWAN“ unter anderem mit den Kreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg sowie dem Vogelsbergkreis.

In Zukunftswerkstätten kommen dort geflüchtete Menschen, freiwillig Engagierte und bisher nicht organisierten kritische Bürgerinnen und Bürger miteinander in den Dialog. Aus diesen von den Forschenden moderierten und dokumentierten Dialogprozessen wird eine Wanderausstellung entwickelt, die in den drei Landkreisen Anlass und Raum bieten soll, um über die Gestaltung von Integrationsprozessen und ein gelingendes Zusammenleben zu diskutieren. Die Hochschule ist zudem Partner der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie des Vogelsbergkreises im Projekt „rehapro“. Dieses bietet langzeitarbeitslosen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in einem innovativen Modellvorhaben eine früh einsetzende, engmaschige und rechtskreisübergreifende Unterstützung an und wird durch die Forschenden des „CeSSt“ wissenschaftlich begleitet.

Eben diese wissenschaftliche Begleitung wurde auch für das Projekt „Gemeinsam aktiv im Nüsttal Kinder und Seniorentreff“) übernommen. Mit den Beteiligten ging es darum, den Prozess der Gemeinschaftsbildung entlang der gemeinsamen, möglichst generationenübergreifenden Interessen der Bewohner in der Flächengemeinde auszugestalten. Dr. Pannowitsch: „Der wechselseitige und kooperative Austausch zwischen Praxispartnern und Wissenschaftler*innen schafft einen besonderen Mehrwert bei allen Beteiligten und in der Gesellschaft, da gemeinsam erarbeitete Prozesse und gewonnene Erkenntnisse soziale Prozesse deutlich nachhaltiger transformieren.“

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