"antonius": Ein Jubiläum sowie eine neue Aufsichts- und Führungsstruktur

1 von 5
                                        
2 von 5
Glückwünsche und Präsente zum 25-jährigen Jubiläum als "antonius"-Geschäftsführer gab es von Dr. Alois Rhiel (rechts) für Rainer Sippel.
          
3 von 5
 Steffen Strauss.Lenz
4 von 5
Armin von Buttlar.
5 von 5

Rainer Sippel seit 25 Jahren Geschäftsführer / Getragen von bürgerschaftlichem Engagement

Fulda - "Motivation, Mut und ein Brennen von innen heraus": Diese Attribute zeichnen Rainer Sippel nach Ansicht von Dr. Alois Rhiel besonders aus. Sippel, Geschäftsführer von "antonius" feiert sein 25-jähriges Jubiläum und stand am Freitagnachmittag - unter anderem - im Mittelpunkt einer öffentlichen Presseveranstaltung. Diese  wurde von Rhiel als Vorsitzendem  des Stiftungsrates der "Bürgerstiftung antonius - gemeinsam Mensch" moderiert.

Ferner informierte "antonius" über bevorstehende strukturelle Veränderungen innerhalb des Netzwerks, die zum 1. Januar 2021 wirksam werden. Ziel ist, die Aufsichts- und Führungsstruktur an die entwickelte Netzwerkstruktur anzupassen  und den Bereich Stiftungswesen zu stärken. Im Zuge dessen wird Sippel in seiner neuen Funktion als hauptamtlicher Stiftungsratsvorsitzender der "Bürgerstiftung antonius – gemeinsam Mensch", ehemals "St. Lioba-Stiftung", die ganzheitliche Stiftungsarbeit weiter stärken.

Rhiel begrüßte die Gäste vor Ort und vor den Bildschirmen (Livestream) und hieß mit Steffen Strauss (Geschäftsführer "engelbert strauss") und Armin von Buttlar (Vorstand "Aktion Mensch") zwei starke Netzwerkpartner willkommen. Rhiel blickte auf die Anfänge der Stiftung vor 115 Jahren zurück: „Als die Fuldaer Bürgerin Maria Rang unsere Trägerstiftung gründete, waren ihre Ansichten zum Umgang mit Menschen mit Behinderungen für die damalige Zeit visionär. Frau Rang war der Überzeugung, dass jeder Mensch Stärken und Talente hat, die es zu fördern gilt, und gründete nach dem Heim auch eine Schule für die Bewohner. Eine Bildungseinrichtung für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, war für diese Zeit innovativ.“

Im Laufe der Jahre folgten weitere wegweisende Projekte, die Menschen mit Behinderungen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Immer wieder, so erklärte Rhiel weiter, habe die Stiftung aber auch um ihre Existenz fürchten müssen. „Historische Ereignisse wie die Weltwirtschaftskrise aber vor allem das menschenunwürdige Verhalten der Nationalsozialisten bedrohten unsere Stiftung. In dieser Zeit haben die Verantwortlichen des damaligen Antoniusheims und die Fuldaer Bürgerschaft außergewöhnliches Engagement bewiesen.“ Doch auch Bedrohungen von innen hätten die Stiftung gefährdet. Unverantwortliches Handeln insbesondere der damaligen Geschäftsführung habe vor 25 Jahren zu einer Vertrauenskrise und einer existenziellen Gefährdung geführt.

In dieser kritischen Phase beauftragte der damalige Notvorstand, unter dem Vorsitz von Dr. Christoph Kind, Rainer Sippel als Geschäftsführer von "antonius". Sippel knüpfte an den Stiftungsauftrag an und stellte die Vision der Gründerin wieder in den Fokus.  Unter der neuen Leitung initiierte "antonius" zahlreiche Pilotprojekte. So etablierte sich ein alle Lebensbereiche umfassendes Netzwerk, in das sich viele Menschen Fuldas einbringen. Daraus entstand 1998 die Chance, diese ideelle und materielle Hilfsbereitschaft zu verstetigen und zu institutionalisieren.

Die damals gegründete Förderstiftung hat seither viele Projekte finanziell unterstützt und ermöglicht. An dieser Stelle richtete Rhiel seinen Dank an Gerhard Möller, Vorsitzender der "St. Antonius-Stiftung", und alle weiteren Mitglieder der Förderstiftung.

Um "antonius" zukunftssicher aufzustellen, wurde die Verfassung der Trägerstiftung in den letzten Monaten weiterentwickelt. „Bei diesen Überlegungen haben wir der ,St. Lioba-Stiftung' einen neuen Namen gegeben. Sie heißt nun ,Bürgerstiftung antonius - gemeinsam Mensch', um die Einheit des Netzwerks zu unterstreichen“, sagte Rhiel.

Vielfältige Partner sind es, die gemeinsam mit "antonius" an diesem Stiftungsauftrag arbeiten. Rund 100 Unternehmer engagieren sich beispielsweise aktuell im Unternehmernetzwerk "Perspektiva", wo sie jungen Menschen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und soziales Engagement übernehmen. Eine besondere Partnerschaft besteht zwischen "antonius" und dem Familienunternehmen "engelbert strauss", aus der im Laufe der Jahre eine Freundschaft entstanden ist. „Bei der Partnerschaft mit ,antonius' geht es um mehr als finanzielle Förderung“, erklärte Steffen Strauß, Geschäftsführer von "engelbert strauss". „Wir profitieren von dem Austausch zwischen Wirtschaft und Sozialem. Dadurch haben wir viele Impulse bekommen, die uns in unserem täglichen Miteinander voranbringen.“

Ein langjähriger Partner ist auch die "Aktion Mensch", die "antonius" durch Förderungen finanziell unterstützt und gleichzeitig in der Qualität der Arbeit bestärkt. „Inklusion funktioniere nicht außerhalb, sondern nur dort, wo wir leben und arbeiten“, sagte Armin von Buttlar, Vorstand "Aktion Mensch".

Im Anschluss blickte Rainer Sippel in die Zukunft. „Durch vielfältige Angebote wie die Arbeitsschule Startbahn, das Kinder-und-Senioren-Projekt ambinius, das innerstädtische antonius LadenCafé oder Inklusionsnetzwerke in den Gemeinden ist das Netzwerk von antonius komplexer geworden. Jetzt war es an der Zeit, die Führungsstruktur dem entstandenen Netzwerk anzupassen und die Stiftungsarbeit zu stärken.“ Durch die neue Struktur werde sich auch sein Arbeitsschwerpunkt verlagern. „Nach 25 Jahren möchte ich mich aus dem operativen Geschäft zurücknehmen und Raum für jüngere Menschen mit neuen Ideen schaffen.“ Als hauptamtlicher Stiftungsratsvorsitzender wird Rainer Sippel gemeinsam mit Michaela Lengsfeld, als Prokuristin, die ganzheitliche Verantwortung aus der Bürgerstifung heraus wahrnehmen.

Die "St. Antonius gGmbH" wird in drei kleinere, thematisch gebündelte gGmbHs unterteilt, die als Schwesterngesellschaften nebeneinander bestehen werden: "Gemeinsam leben", "Gemeinsam begegnen" und "Geeminsam wachsen". Hinzu kommt als vierte Schwester die "Perspektiva gGmbH". Jede gGmbH wird von jeweils zwei, aus dem bisherigen Führungsteam kommenden Geschäftsführern geleitet werden, die zusammen die neue Geschäftsführung von "antonius" bilden.

„Als Bürgerstiftung leben wir von dem Engagement der Bürger“, so Sippel. „Über 30 ehrenamtliche Mandatsträger engagieren sich aktuell in unseren Gremien. Diese Brücke in die Bürgerschaft wollen wir weiter ausbauen und uns fachlich breiter aufstellen.“ Aus diesem Grund werde jeder gGmbH ein Aufsichtsrat zur Beratung, Begleitung und Kontrolle zur Seite gestellt, der sich aus internen und externen Mitgliedern zusammensetze.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

"Wetten dass..?"-Wettkönige kommen aus dem Vogelsberg

Grebenhain. Wills wollten’s wissen: Was brachte Vater und Tochter zu ihrer Wette in der ZDF-Show?
"Wetten dass..?"-Wettkönige kommen aus dem Vogelsberg

Stadt ebnet Weg für Außengastronomie in der Wintersaison

Magistrat beschließt Anpassung der Sondernutzungssatzung.
Stadt ebnet Weg für Außengastronomie in der Wintersaison

Unfall bei dichtem Nebel nahe Jossa: Mann schwer verletzt

Pkw des 69-Jährigen prallt am Samstagnachmittag gegen Baum: Fahrer von Ersthelfern befreit
Unfall bei dichtem Nebel nahe Jossa: Mann schwer verletzt

Traurige Gewissheit: Einsatzkräfte finden lebloses Kind

Die Suche nach der zweijährigen Timnid wurde beendet.
Traurige Gewissheit: Einsatzkräfte finden lebloses Kind

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.