Inklusion am Praxisbeispiel

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Fulda. 50 Teilnehmer beim "Arbeitskreis Schule-Wirtschaft" an der "Brüder-Grimm-Schule".

Fulda. 50 interessierte Teilnehmer, wertvolle Praxisbeispiele und lebhafte Diskussionen: Die Resonanz auf die erste Fortbildungsveranstaltung des "Arbeitskreises Schule-Wirtschaft" in diesem Jahr war überaus positiv. Der Nachmittag an der Brüder-Grimm-Schule wurde im Schulterschluss mit Vertretern des Staatlichen Schulamtes organisiert und stand unter dem Titel "Auf dem Weg zur Inklusion – Bedingungen schulischer Förderung".

Dass es sich bei der Inklusion um ein "brennendes Thema" handelt, unterstrich die Arbeitskreis-Vertreterin der beruflichen Schulen, Kornelia Brassel-Barth: "Die Schulträger stehen vor einer sehr großen Aufgabe, um Schüler mit Behinderung gleichberechtigt am Unterricht teilhaben zu lassen. Neben der Errichtung von barrierefreien Zugängen ist es eine Herausforderung, spezielle Unterrichtskonzepte zu entwickeln."

An der Veranstaltung beteiligte sich auch Walburga Kurth-Gesing: Die Schulamtsdirektorin für den Bereich Förderschulen betonte, dass es für Pädagogen aller Schulformen wichtig sei, sich über die aktuellen Entwicklungen zum Thema Inklusion zu informieren. Gleichzeitig hob sie die "bedeutende und hervorragende Arbeit" der Beratungs- und Förderzentren, kurz BFZ, hervor. Von den Fachberatern dieser Einrichtung, Marion van Cuylenburg und Stephan Finke, wurden die Teilnehmer über unterschiedliche Inklusions-Ansätze, aktuelle Entwicklungen in Hessen und rechtliche Grundlagen informiert.

Der Schulleiter der Brüder-Grimm-Schule, Alexander Weidner erklärte, dass die individuelle Lernförderung jedes Schülers der wichtigste Schlüssel zum Erfolg sei. Der Umsetzung stünden jedoch mangelnde personelle Ressourcen gegenüber. Zuspruch erhielt der der Pädagoge aus dem Publikum: "Die festgelegten vier Stunden Förderbedarf pro Woche und Schüler reichen in keinem Fall aus. Für einen langfristigen Erfolg ist eine intensivere Förderung notwendig." Allerdings: "Selbst bei ausreichendem Personal ist Inklusion noch lange nicht gelungen", merkte Weidner an. Besonders entscheidend sei, dass die Lehrkraft stets die Balance zwischen Wissensvermittlung, Motivation und konsequentem Handeln halten könne. Dies gelinge allerdings nur, wenn die Pädagogen ausreichend auf ihre veränderten Aufgaben vorbereitet seien.

Wenngleich die Inklusion bereits seit drei Jahren im Hessischen Schulgesetz verankert ist und sukzessive in allen Schulformen umgesetzt werden soll, sieht Weidner nach wie vor das Konzept der Förderschulen bestätigt: "An einer Schule, die speziell für Schüler mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen ausgelegt ist, können die Schüler wesentlich intensiver gefördert werden, als an einer weiterführenden Schule."

Am Ende der Veranstaltung zog Angelika Bott-Werner, die Vorsitzende des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, eine positive Bilanz: "Für uns Pädagogen wird das Thema Inklusion in Zukunft immer stärker an Bedeutung gewinnen. Daher waren die theoretischen und praktischen Einblicke, die wir erhalten haben, sehr wertvoll für uns." Die Studiendirektorin und Sozialpädagogin fügte hinzu: "Wir sollten auch einmal über den Tellerrand blicken und uns darüber informieren, wie andere Länder mit dem Thema Inklusion umgehen."

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