Massive Internet-Betrügereien: Gesuchtes Pärchen in Fulda festgenommen

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21 Jahre alte Frau und ihr 27-jähriger Lebensgefährte sitzen nun in Untersuchungshaft / Mehrere tausend Euro Gesamtschaden

Kassel/Fulda - Beamten des für Betrugsdelikte zuständigen Kommissariats 23/24 der Kasseler Kriminalpolizei ist es nach umfangreichen Ermittlungen gelungen, einem mutmaßlichen Betrüger-Pärchen das Handwerk zu legen. Die 21 Jahre alte Frau aus Suhl und ihr 27-jähriger Lebensgefährte aus Seligenstadt, die zuletzt im Landkreis Kassel wohnten, stehen im dringenden Verdacht, über einen Online-Kleinanzeigenmarkt zusammen in rund 100 Fällen Ware in betrügerischer Absicht angeboten zu haben, ohne diese tatsächlich zu besitzen. Offenbar bestritten sie ihren Lebensunterhalt mit den dadurch erhaltenen Bezahlungen.

Nachdem gegen beide Tatverdächtige auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft bei Gericht Untersuchungshaftbefehle wegen Fluchtgefahr ausgestellt worden waren, ergaben die weiteren Ermittlungen Hinweise auf einen möglichen Aufenthalt des gesuchten Pärchens in Fulda.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit der Ermittler und des von Beamten der Kriminaldirektion Osthessen im weiteren Verlauf aufgebauten Fahndungsdrucks stellten sich beide Tatverdächtige schließlich am Mittwochvormittag beim Polizeipräsidium Osthessen. Die Festgenommenen wurden noch am selben Tag in Kassel einem Haftrichter beim Amtsgericht vorgeführt und sitzen nun in Untersuchungshaft.

Elektroartikel und Spielwaren angeboten

Nach den bisher geführten Ermittlungen sollen die beiden Tatverdächtigen seit Januar 2017 über das Internet zahlreiche Verkaufsangebote veröffentlicht und anschließend im Chatverkehr gegenüber Interessenten vorgegeben haben, die Waren zu besitzen und nach Bezahlung zu übersenden. In vielen der rund 100 Fälle wurden Spielekonsolen, überwiegend "Nintendo Switch", aber beispielsweise auch E-Book-Reader, Laptops, Modelleisenbahnen sowie anderes Spielzeug oder Elektrogeräte angeboten. In keinem der Fälle erhielten die Käufer nach Bezahlung die angebotene Ware. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro.

Aufenthaltsort schwierig zu ermitteln

Da beide Tatverdächtige ständig ihren Aufenthaltsort wechselten, dabei auch in mindestens zwei Fällen im Verdacht stehen, sich betrügerisch in Wohnungen eingemietet zu haben, gestalteten sich die Ermittlungen zu ihrem tatsächlichen Aufenthaltsort nach Angaben der Ermittler äußerst schwierig. So trafen Fahnder an neu bekanntgewordenen mutmaßlichen Wohnanschriften der beiden Gesuchten in Nord- und Osthessen teilweise nur noch auf Vermieter, die das Pärchen ebenfalls schon wegen ausstehender Mietschulden suchten.

Zu Beginn dieser Woche führte schließlich ein konkreter Hinweis zum Aufenthaltsort der Tatverdächtigen in Osthessen dazu, dass sich beide aufgrund des Fahndungsdrucks der Polizei stellten.

Die weiteren Ermittlungen gegen die Beiden dauern an.

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