Internet-Star aus Hünfeld

Für sein innovatives Engagement hat Münkel im März 2021 den Award „Schlüter goes digital“ erhalten. 
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Für sein innovatives Engagement hat Münkel im März 2021 den Award „Schlüter goes digital“ erhalten. 

Fliesenleger Johannes Münkel begeistert weltweit mit seinem Videos

Fulda. Johannes Münkel ist kein normaler Handwerker: Der 30-jährige Hünfelder hat 43. 900 Abonnenten auf „Instagram“ und bekommt für seine Beiträge eine halbe Million „Likes“. Seine Bilder und Videos gehen um die ganze Welt und er begeistert viele Hobbyhandwerker.

Auf Instagram, wo er als „fliesenlegermeister.johannes“ bekannt ist, gibt er einen spannenden Einblick in das Handwerk des Fliesenlegers, gibt Tipps, teilt Erfahrungen und steht mit Rat und Tat allen Interessierten zur Verfügung. Wie wird man über Nacht als Fliesenleger so bekannt? Und wie ist es plötzlich so viel Aufmerksamkeit zu bekommen? FULDA AKTUELL hat mit Münkel gesprochen.

Die Geschichte des Familienbetriebs „Fliesen Münkel“ geht zurück bis ins Jahr 1949. Damals gründete Rudolph Münkel das kleine Fliesengeschäft im Industriegebiet in Hünfeld. Im Jahr 1965 löste ihn sein Sohn Eduard nach der Meisterprüfung ab und stieg als Inhaber ein. 1996 ging der Betrieb in die Hände von Bernd Münkel über. Während der Leitung unter ihm entstanden neue Geschäftsräume, ein Ausstellungsraum mit zahlreichen Mustern sowie größere Lagermöglichkeiten. „Jetzt befindet sich der Familienbetrieb schon in den Händen der vierten Generation“, so Münkel. Denn im Jahr 2005 rückte Sohn Johannes Münkel nach und schloss 2008 die Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ab. Nach einigen Gesellenjahren im väterlichen Betrieb vervollständigte auch er im Jahr 2014 seine Ausbildung mit der Meisterprüfung.

Mit neuen Präsentationsmöbeln und exklusiven Fliesenherstellern, modernen Verlegetechniken und einer riesigen Lagerhaltung brachte der 31-Jährige frischen Wind in das Fachgeschäft und stieg 2016 als Geschäftsführer mit in die Firma ein.

Zu diesem frischen Wind gehört seit August 2020 „Instagram“.

„Ich hab das wirklich nicht erwartet, das ist schon krass. Ich habe angefangen, mich mehr mit ‚Instagram‘ zu beschäftigen, als das mit Corona anfing. Im Januar machte ich dann so ein Reel. Der nicht mal 30 Sekunden lange Bewegtbild-Beitrag wurde anschließend 17,9 Millionen Mal angeklickt. Der Algorithmus, der darüber entscheidet, welche Inhalte Usern bei ‚Instagram‘ angezeigt werden, hat das irgendwie für mich erledigt. Er spülte mein ‚Instagram‘-Video immer wieder nach oben und der Beitrag wurde immer mehr Nutzern vorgeschlagen, sogar im Ausland. Und so ging es dann tagelang weiter. Jeden Morgen hatte ich plötzlich an die hundert Nachrichten bei ‚Instagram‘ und immer wieder neue Follower“, berichtet Münkel.

„Es macht Spaß, die Leute mitzunehmen und ihnen zu zeigen, was das Handwerk zu bieten hat. Ein Fliesenleger verlegt heutzutage nicht nur Fliesen, er macht quasi alles. Ich habe bei meinen Zuschauern auch drei genaue Zielgruppen“, lacht Münkel: „Einerseits die, die beispielsweise ein versautes Bad haben und dringend Rat benötigen, neue Kunden und junge Leute, um sie zu motivieren und ihnen die Vielfalt dieses tollen Berufs aufzuzeigen.“

Eindrucksvoll, authentisch und facettenreich dokumentiert er auf „Instagram“ den Beruf des Fliesenlegers und ist dabei Vorbild und Motivator für junge Menschen. Für dieses innovative Engagement hat der Hünfelder im März 2021 den Award „Schlüter goes digital“ erhalten.

„Johannes hat früh das Potential von sozialen Netzwerken als Marketinginstrument und Kommunikationsplattform für seine Kunden und Kollegen erkannt und gehört mit seiner professionellen Nutzung zu den Vorreitern und Vorbildern in seinem Handwerk“, schreibt „Schlüter-Systems“ auf der Homepage.

„Manchmal sitze ich abends nach Feierabend noch zwei Stunden vor dem Laptop und schneide Videos zusammen. Es ist aufwendig, aber es macht auch Spaß. Das Beste an meinem Beruf ist, du siehst abends was du geschaffen hast. Genau das würde ich gerne anderen zeigen, vor allem den jungen Leuten. Deshalb werde ich, so lange es die Menschen interessiert, weiter machen. Wer weiß, wo das eines Tages noch so hinführt“, lacht Münkel

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