Interview mit Bundestagsneuling Jürgen Lenders (FDP)

Der Fuldaer FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders neu im Bundestag
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Der Fuldaer FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders neu im Bundestag

Seit 25 Jahren ist Jürgen Lenders politisch aktiv, seit 13 Jahren vertritt er für die FDP die Region Fulda im Hessischen Landtag. Jetzt hat er es geschafft und zieht in den Deutschen Bundestag ein. Am Montag ging es für den 55-jährigen Geschäftsmann, der über die Landesliste der Liberalen nach Berlin gewählt wurde, das erste Mal zur neuen Fraktion in die Bundeshauptstadt, und am Dienstag stand für den bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Landtag die letzte Rede an.

Fulda. FULDA AKTUELL: Erstmals gibt es mit Ihnen einen Bundestagsabgeordneten der FDP aus Fulda. Haben Sie den Erfolg für sich schon realisieren können?

JÜRGEN LENDERS: In diesen Tagen muss ich oft daran denken, wie war das mit der FDP in Osthessen, in Fulda, als ich angefangen habe, Politik zu machen, vor 25 Jahren. In den kommunalen Parlamenten fast nicht vertreten. Im Landesverband der FDP kaum eine Bedeutung. Heute sind wir in der Koalition in der Stadt Fulda und in einer Kooperation im Kreistag. Seit 2008 vertrete ich Fulda im Hessischen Landtag und nun im Deutschen Bundestag. Das ist nicht eine Leistung von mir alleine, sondern eine gute, solide Arbeit der FDP in Osthessen über viele Jahre. Das ich jetzt unsere Region im Bundestag vertreten darf, ist einfach toll und ich freue mich darüber.

FULDA AKTUELL: Was möchten Sie mit der FDP für die osthessische Region in Berlin erreichen?

LENDERS: Fulda ist eine wachstumsstarke Region. Durch das Ende der Teilung sind wir in die Mitte, ins Zentrum gerückt. Nun müssen wir den nächsten Schritt gehen und die Digitalisierung vorantreiben. Ziel muss es sein, in den nächsten Jahren überall, flächendeckend eine Glasfaserverfügbarkeit zu ermöglichen. Das macht gerade den ländlichen Raum mit Home Office und flexiblen Arbeitszeitmodellen und bezahlbaren Wohnraum wieder spannend. Außerdem müssen wir die Chancen des ICE-Kreuzes Fulda mehr ausspielen. In der Kommunalwahl haben wir eine „ICE-City“ rund um den Bahnhof vorgeschlagen. Mit dem Ausbau der Verbindung nach Frankfurt und angesichts der großen Bedeutung des Klimaschutzes wird der ICE-Bahnhof noch wichtiger. Mit dem Erscheinungsbildes des Bahnhofes können wir aber nicht zufrieden sein. Hier ist Handlungsbedarf seitens der „DB“.

FULDA AKTUELL: Was erwarten Sie von der anstehenden Regierungsbildung, welche Rolle sollte Ihre Partei spielen?

LENDERS: Die Regierungsbildung wird sicher nicht einfach. Damit es funktioniert, braucht es nicht nur Vertrauen zwischen den Partnern, sondern auch eine Basis für gemeinsames Handeln, eine Leitidee, wie wir unser Land weiterentwickeln wollen. Für mich gehören dazu eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur, technologischer Fortschritt, aber eben auch Vertrauen in die Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, keine Steuererhöhungen, sondern eine Politik, die Wachstum antreibt, um die Corona-Schulden auch wieder zurückführen zu können. Der erste Schritt auf diesem Weg ist der Abbau von Bürokratie und Vorschriften. Das befreit Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen und schafft Freiräume für neue Projekte. Als Freie Demokraten wollen wir auch eine aktivere außenpolitische Rolle Deutschlands, um Europa zu stärken, aber nicht durch eine Schuldenunion, sondern durch attraktive Bedingungen für junge Talente aus der ganzen Welt.

FULDA AKTUELL: Gibt es ein politisches Vorbild bei den Liberalen, das Ihnen Wegbegleiter ist?

LENDERS: Ruth Wagner, die frühere FDP-Landesvorsitzende.

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