Investition in die Zukunft

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Ab Ende Mai gibt es eine neue Bestrahlungseinheit im "Klinikum Fulda". Die notwendigen Umbaumaßnahmen mussten im laufenden Betrieb vorgenommen werden.

Fulda. Ende Mai wird das "Klinikum Fulda” einen neuen High-End-Hochleistungs-Linearbeschleuniger in Betrieb nehmen und damit eine Strahlenbehandlung auf dem neuesten Stand der Technik anbieten können. Der dafür notwendige Umbau des Instituts für Radioonkologie-/Strahlenthereapie stellte alle Beteiligten vor eine große Herausforderung – denn dieser erfolgte im laufenden Betrieb. Begonnen haben die Arbeiten bereits im November vergangenen Jahres.

Bisher verfügte das Klinikum über zwei Bestrahlungseinheiten, die nun nacheinander erneuert werden. Problematisch war vor allem der Bunker, in dem das alte Gerät stand. Dieser war zu klein und auch die Strahlenschutzwand genügte nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Sie musste von etwa  75 Zentimetern auf 1, 25 Meter verdickt werden, was letztendlich der Sicherheit des Personals dient.  "Eine Vergrößerung des Bunkers um 40 Prozent war nur möglich, indem wir Fläche von einem dahinter gelegenen Technikraum dazugenommen haben. Deshalb mussten dort alles umsortiert und ebenfalls erneuert werden”, sagte Peter Neidhardt, Bauprojektmanagemer der Abteilung Zentrale Technik. 240 Tonnen Steine und Arbeiten an sechs Tagen die Woche waren notwendig, um dieses Projekt zu stemmen.

Für die Patienten bringt die neue Technik erhebliche Vorteile. "Mit dem neuen Gerät ist eine zielsicherere Bestrahlung möglich, da unterschiedliche Regionen des Körpers auch unterschiedlich bestrahlt werden können und so Risikoorgane geschont werden. Damit ist die Bestrahlung präziser und wirksamer”, erläutert Prof. Dr. Hans Jürgen Feldmann. Die neue Technik ermöglicht zudem eine Simulation der geplanten Strahlung im Vorfeld, so dass   nur die optimale Bestrahlungstherapie beim Patienten angewendet wird. "Die Behandlung geht nun auch viel schneller. Anstatt bisher 20 Minuten muss ein Patient bei dem neuen Gerät nur noch fünf Minuten liegen”, sagt Diplom-Physiker Michael Reinert, Leiter der Abteilung Medizinische Physik und Strahlenschutz.

Gekostet hat das Projekt insgesamt sieben Millionen Euro und ist somit die größte Einzelinvestition für ein medizinisches Gerät in der Geschichte des Hauses.. "Aus dieser Summe wurden beide Bestrahlungseinheiten, die dazugehörige Software sowie ein neues CT-Gerät die Umbaumaßnahmen finanziert”, erklärt Markus Fischer, Leiter des Zentraleinkaufes."Die Umsetzung des Projektes erfolgte unter einem sehr engen Zeitplan, der eingehalten werden konnte.  Diese Investition ermöglicht eine Behandlung der Patienten auf dem neuesten technischen Stand”, sagt Dr. Thomas Menzel, Vorstand Krankenversorgung am Klinikum, abschließend.Sobald die erste Bestrahlungseinheit einwandfrei funktioniert und das Personal eingewiesen ist, wird das andere Gerät ebenfalls gegen ein neues ausgetauscht.

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