"Goodyear" investiert und streicht zugleich 1.100 Jobs in Fulda und Hanau

Reifenhersteller präsentiert Pläne für seine beiden Standorte in Fulda und Hanau

Fulda - "Goodyear Dunlop Tires Germany" kündigt an, im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Unternehmens 106 Millionen Euro in die Modernisierung der Werke Hanau und Fulda zu investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Standorte in Deutschland zu stärken und die Produktion von Pkw-Premiumreifen ab Zollgröße 17 zu erhöhen. Zugleich sollen in beiden Werken 1.100 Jobs gestrichen werden, alleine in Fulda 490.  

"Wir arbeiten kontinuierlich daran, die sich schnell ändernden Bedürfnisse unserer Kunden zu erkennen und darauf zu reagieren. Die von uns vorgeschlagenen Investitionen in die Modernisierung unserer Werke Hanau und Fulda zielen darauf ab, unsere Fähigkeit zu erhöhen, qualitativ hochwertige Premiumreifen für diese Kunden und die von ihnen belieferten Verbraucher zu produzieren. Damit können wir die wachsende Nachfrage in den absatzstärkeren Segmenten des europäischen Marktes decken", so Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung der "Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH".

Titz fügt hinzu, dass die geplanten Maßnahmen die Leistungsfähigkeit und die Produktivität beider Werke stärken, die Wettbewerbsposition des Unternehmens auf dem Markt verbessern und das Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland bekräftigen würde.

Die Transformation werde die Werke in die Lage versetzen, sich auf eine automatisierte Produktion von Pkw-Reifen ab Zollgröße 17 zu konzentrieren, wodurch etwa 2.5 Millionen zusätzliche Kapazitätseinheiten für diese Premiumprodukte geschaffen werden. Gleichzeitig werden die Kapazitäten für kleine, weniger profitable Reifengrößen in beiden Werken reduziert. Insgesamt wird die Gesamtkapazität der beiden Werke um rund drei Millionen Einheiten sinken.

Das Unternehmen geht davon aus, dass erforderliche Änderungen am Layout der Werke, die Effizienzsteigerungen durch die neuen Maschinen und die Entscheidung, die Produktion von Reifen für die rückläufigen, weniger profitablen Segmente des Reifenmarktes zu kürzen, zu einem Wegfall von insgesamt etwa 1.100 Arbeitsplätzen in beiden Werken führen wird.

"Jeder Stellenabbau ist mit einer extrem schwierigen Entscheidung verbunden - aber eine, die wir treffen müssen, um beide Werke zukunftsfähig zu machen", erläutert Titz. "Wir sind entschlossen, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter respektvoll zu behandeln und den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten."

Sowohl die Modernisierung der Werke als auch der Stellenabbau werden mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretungen des Standorts umfassend erörtert.

Stellungnahme OB

„Der angekündigte Stellenabbau bei ,Goodyear' ist ein herber Schlag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Wirtschaftsregion Fulda“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Trotz der erklärten Absicht, in den nächsten Jahren erheblich in die Modernisierung des Werks zu investieren, bedeute dies einen schmerzlichen Einschnitt in der Geschichte des Fuldaer Traditionsunternehmens. Der Reifenhersteller gehöre seit über 100 Jahren zu den wichtigsten Unternehmen der Stadt.  „Wir werden uns dafür einsetzen, im Gespräch mit den Verantwortlichen des Unternehmens das Beste für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die weitere Entwicklung des Werks Fulda zu erreichen. Ein erster Termin ist bereits vereinbart“, berichtet Wingenfeld.

Stellungnahme Landrat

„Die Ankündigung des Unternehmens ,Goodyear', im Zuge einer Millioneninvestition 1100 Stellen in den Werken Fulda und Hanau zu streichen, ist für die Beschäftigten eine erschütternde Nachricht. Aber auch für die Region ist das sehr schmerzhaft. ,Goodyear' war und ist ein bedeutender Arbeitgeber und wichtiger Motor unseres Wirtschaftsraumes. Auch der Landkreis wird sich in die Gespräche mit dem Unternehmen einbinden, um die Interessen der Belegschaft zu unterstützen", so Landrat Bernd Woide.            

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