Seit 30 Jahren ein Bollwerk gegen Wasserraubbau im Vogelsberg

Schutzgemeinschaft Vogelsberg feiert in diesen Tagen ihr 30-jähriges Bestehen

Vogelsbergkreis - Als die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SVG) Ende 1989 gegründet wurde, ahnte noch niemand, welche zentrale Bedeutung dieser Verein über viele Jahre hinweg für die bitter notwendigen Reformen der hessischen Wasserwirtschaft erlangen würde. Dabei war schon von Anbeginn an klar, dass die SGV zu einer der größten Bürgerinitiativen Hessens werden würde. Schließlich traten ihr schon kurz nach der Gründungsversammlung zwei Landkreise, etliche Kommunen sowie Verbände, Vereine und viele Einzelpersonen bei. Auch nach mittlerweile 30 Jahren intensiver Arbeit hat sich daran wenig geändert. Durch die neu entflammten Auseinandersetzungen um die Fernwassergewinnung und unter dem Zwang zur Klimaanpassung verzeichnet der Verein mittlerweile eine Mitgliederhöchstzahl.

Von Anfang an begriff sich die SGV als eine überparteiliche Sammlungsbewegung, der es gemäß Satzung um den Schutz des Grundwassers und des Naturraums geht. Immer wiederkehrenden Versuchen, die SGV für parteipolitische oder andere Einzelinteressen zu instrumentalisieren, wurden und werden konsequent Absagen erteilt. Dies dürfte, neben der qualifizierten Sacharbeit, einer der Gründe sein, warum die SGV sowohl bei Befürwortern als auch bei Gegnern nach deren Äußerungen eine hohe Wertschätzung genießt. Und warum sie juristisch mittlerweile als klageberechtigter Naturschutzverein anerkannt ist.

Den Blitzstart in eine erfolgreiche Naturschutzarbeit, den die SGV vor 30 Jahren hinlegen konnte, verdankt sie bis heute auch den vielen Initiativen und Personen, die sich schon weit vor 1989 im Vogelsberg für Wasser und Natur engagierten.

Zu ihnen zählen Kreis- und Ortsgruppen von Naturschutzverbänden wie BUND, NABU, HGON, NaturFreunde, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald oder der hessische Fischereiverband ebenso wie die Gründungsmitglieder, die schon vorher sehr aktiv waren. Es seien hier stellvertretend für diese Geburtshelfer der SGV namentlich nur der Rebell vom Vogelsberg Heinrich Muth, Karl Lißmann, Gero Gaede, Ernst Happel, Walter Kreß und der erste SGV-Vorsitzende Reiner Hildebrand genannt, die den Verein auch späterhin lange Jahre gefördert und bereichert haben.

Auch heute verfolgt die SGV ihre Arbeit für den Wasser- und Naturschutz unbeirrbar weiter. Sie hat in diesen langen Jahren sehr viel dazugelernt und ist dadurch zweifellos wesentlich professioneller und in ihrem Wirken erfolgreicher geworden. Ausdruck dafür ist die neue SGV-Dokumentation 'Zukunftsfähige Wasserversorgung Rhein-Main', die bei der Jubiläumsfeier am 14. Januar vorgestellt werden wird. In ihr wird nicht nur die bisherige Entwicklung der Wassergewinnung und des Kampfes für den Naturraum aufgearbeitet und transparent gemacht.

Schwerpunkte der Studie sind auch die Hintergründe für den heutigen Zwang zur dringenden Reform des 150 Jahre alten Systems der Fernwasserversorgung, die Rolle wichtiger Beteiligter, der Konflikt zwischen gewinnbringendem Wasserhandel und gesellschaftlicher Daseinsvorsorge sowie die konkreten Maßnahmen, mit denen sich Wasserversorgung und Naturschutz langfristig vereinbaren lassen. Denn eine der Stärken der SGV ist es, nicht nur Missstände zu kritisieren, sondern sie auch wissenschaftlich zu analysieren und daraus praktikable Konfliktlösungen zu entwickeln.

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