Höheres Selbstwertgefühl durch Förderung

                                     

50 Jahre Caritas-Werkstätten in Fulda und zehn Jahre Partnerschaft mit ukrainischer Einrichtung

Fulda - Mit einer beeindruckenden „Chorografie“ begann der Festtag der Caritas-Behindertenhilfe und Psychiatrie aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Caritas-Werkstätten in Fulda: Ein roter Bus mit der Aufschrift „Caritas - Werkstatt – Mensch“ nach dem anderen fuhr an der St. Sturmius-Kirche vor und brachte Menschen mit Behinderung aus den drei Werkstätten in Fulda, Maberzell und Haselstein zum gemeinsamen Festgottesdienst. 

Eine beeindruckende Kulisse zeigte sich dann auch in der Kirche, denn allein rund 560 Mitarbeitende kamen zusammen, dazu die Gruppenleiter und Betreuer, Angehörige und Freunde sowie zahlreiche Gäste aus Nah und Fern, unter anderem eine ukrainische Delegation von der Partner-Caritas im 1.500 Kilometer entfernten Iwano-Frankiwsk – darunter zwei Priester, die gleich mit am Altar wirkten. Den Gottesdienst zelebrierte der Caritas-Aufsichtsratsvorsitzende Msgr. Elmar Gurk.

Die kirchliche Feier war fröhlich und lebendig; die Werkstattmitarbeitenden waren aktiv beteiligt in den Lesungen, Fürbitten, kleinen Interviews zu den Werkstätten, beim Singen und beim gemeinsamen Vater-unser, das nicht nur gesungen, sondern auch gebärdet wurde.

Anschließend ging es für alle in die Werkstatt St.-Vinzenz-Straße, wo der offizielle Festakt folgte. Die Begrüßung nahm Diözesan-Caritsdirektor Dr. Markus Juch vor, der alle Gäste nochmals willkommen hieß und in seinen Ausführungen die Bedeutung der Werkstätten für die Menschen mit Behinderung als Teil ihres selbstbestimmten Lebens unterstrich. 

Arbeitsweise und Bedeutung der Werkstätten als Angebot zur Teilhabe verdeutlichten dann auch die Vertreter der Behindertenhilfe, Ressortleiter Dominique Vilmin und Gesamt-Werkstättenleiter Bernd Wystrach, in ihren Redebeiträgen. Ein Grußwort kam vom ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt, der extra die Archive hatte durchforsten lassen, um die Medienreaktionen auf die Werkstattgründung vor 50 Jahren aufzuspüren… Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke betonte in seiner Ansprache den Wandel der Werkstätten von Betreuungseinrichtungen zu ausbildenden und fördernden Institutionen. „Alle Menschen haben gleichermaßen Behinderungen und Talente“, sagte er, und wer gefördert werde, entwickle für sich auch ein höheres Selbstwertgefühl, und das tue schließlich allen Menschen gut.

Caritasdirektor Volodymyr Chornij aus Iwano-Frankiwsk unterstrich, dass die ukrainische Caritas durch die mittlerweile zehnjährige Partnerschaft mit der Behindertenhilfe Fulda bereits viel profitiert habe. Inzwischen errichte man ein eigenes Netz der Selbsthilfe für Menschen mit Handicap und ihre Angehörigen. Chornij wünschte den Caritas-Werkstätten Fulda und ihren Mitarbeitern alles Gute für die nächsten Jahre. 

Festredner schließlich war Dr. Wolfgang Trunk von der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Hessen, Frankfurt. Er sprach „Zur Situation der Werkstätten heute“. Dabei unterstrich Trunk die Förderung der Menschen mit Handicap durch Arbeit als ureigenste Aufgabe der Werkstätten und betonte, man solle diesen Anspruch – ungeachtet aller Reformen und Modifizierungen der Rahmenbedingungen auch in Zukunft nicht aus den Augen verlieren.

Der Festakt endete mit der Möglichkeit, bei einem Imbiss miteinander ins Gespräch zu kommen. 

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