50 Jahre Liedermacher: Broder Braumüller feiert in Stockhausen

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Broder Braumüller.

Jubiläumskonzert mit musikalischen Weggefährten Broder Braumüllers am Sonntagnachmittag in "Schmidts Saal"

Lauterbach/Herbstein - Wie ein roter Faden ziehen sich bereits seit über sechs Jahrzehnten politisch-kulturelle Themen durch das Leben von Broder Braumüller, und dies nicht nur auf musikalischer Ebene: Engagement gegen die Ausgrenzung von Minderheiten, umfassende Inklusion und damit Anrecht auf eine vollständige gesellschaftliche Teilhabe. Der 66-Jährige, der in Lauterbach zu Hause ist, blickt mit einem Konzert am Sonntag, 14. April, im „Schmidts Saal“ in Stockhausen auf 50 Jahre als Liedermacher zurück. Viele Mitwirkende, darunter musikalische Wegbegleiter, werden ab 16 Uhr mit dabei sein.

In 2016 wurde Braumüllers Engagement mit dem „Kulturförderpreis“ des Vogelsbergkreises gewürdigt. Landrat Manfred Görig bezeichnete den Norddeutschen, der vor 37 Jahren nach Osthessen kam und an der Fachhochschule Fulda Sozialarbeit studierte, als „Pionier der inklusiven Kulturarbeit mit Schwerpunkt Nachwuchsförderung“.

Braumüller hatte 1992 die „Michelbacher Spatzen“ ins Leben gerufen, einen Zusammenschluss von Bewohnern der „Behindertenhilfe Vogelsberg“ in Herbstein. 2016 folgte die Gründung des Vereins „Gelebte Inklusion – Freies Projektzentrum für Klang & Musik – Freizeit und Wohnen“. Daraus entwickelte sich die inklusive Band „Crazy Mountain Birds“, die am Sonntag in Stockhausen natürlich auch mit von der Partie sein wird.

„Ich habe das Gefühl, dass dies mein erstes richtiges Konzert ist, was auf privater Basis organisiert wird, und an dem viele andere mitwirken“, formuliert der 66-Jährige im Gespräch mit „Fulda aktuell“. Einem Regiehandbuch nicht unähnlich, hat er einen Ablaufplan vorbereitet, auf dem minutiös der Nachmittag skizziert ist, denn: „So ein Konzert ist ein Gesamtkunstwerk, das berühren soll“.

Das Jubiläumskonzert mit dem Titel „Bewegende Lieder" bestehe aus drei kurzweiligen Abschnitten mit zwei Pausen, in denen Getränke und Fingerfood gereicht würden. Braumüller: „Geboten wird eine bunte Mischung Musik in vielfältigen Arrangements. Solostücke von mir und zusammen mit musikalischen Weggefährten wie Xhulio Shkembi, Sabrina Dremel und natürlich den ,Crazy Mountain Birds’“. Erklingen werden Songs unter anderem von beziehungsweise nach Bob Dylan, Dorothée Kreusch-Jacob, Peter Maffay, Bob Marley, Robert Metcalf, Gudrun Pausewang, Kalle Pohl, Rio Reiser, Savatage, und Garvin Sutherland, aber auch Folk aus Lateinamerika und Afrika.

Der Jubiläumskünstler ergänzt: „Und natürlich dürfen sich die Zuhörer auf musikalische Überraschungen freuen“. Darunter vielleicht auch auf das neueste Lied Braumüllers, das aber noch im Werden ist, wobei der Refrain bereits feststeht: „Darüber könnt’ ich mich aufregen“.

Gespannt darf man sicherlich auch darauf sein, ob der 66-Jährige auch das einzige Lied spielen wird, das er in englischer Sprache geschrieben hat: Damals, im Alter von 16 Jahren, als Reaktion auf die Ermordung Martin Luther Kings. „Ich war eigentlich eher beeinflusst von Hannes Wader und Franz Josef Degenhardt, von Reinhard Mey, aber später auch von Konstantin Wecker, Ina Deter und Ulla Meinecke“, erinnert er sich.

Das Gitarrenspiel hat sich der Autodidakt selbst beigebracht, bis auf „ein bis zwei Unterrichtsstunden, in denen ich dann ,Heart of gold’ und ,Venus’ gespielt habe“. Neben politischen Songs sind es immer auch Liebeslieder, die Eingang in sein Repertoire gefunden haben, und von denen sicherlich auch das ein oder andere am Sonntag zu hören sein wird.

Details zum Konzert 

Das Jubiläumskonzert Broder Braumüllers mit musikalischen Freunden findet am Sonntag, 14. April, 16 bis 19 Uhr, in „Schmidts Saal“ im Herbsteiner Stadtteil Stockhausen, Müser Straße 9, statt. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt fünf Euro.

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