14 Jahre Psychoterror: Endlich Gerechtigkeit für Stalkingopfer aus Eichenzell

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Steffen B. stalkte eine junge Frau aus Eichenzell und drohte ihr mit einer Vergewaltigung.

Nach 14 Jahre Psychoterror wurde jetzt ein 31-jähriger Mann wegen Stalkings verurteilt.

Fulda. „Eines meiner Ziele im Leben ist es dich zu f***** , ob mit oder ohne dein Einverständnis“, solche Nachrichten erreichten eine junge Frau aus Eichenzell von einem ihr bekannten Mann. Steffen B. stand jetzt wegen dieser Nachricht vor Gericht. Tatvorwurf: Nachstellung (Stalking). Der Mann räumte auf anraten seines Rechtsanwalts Ralf Kuhn die Tat ein. Die belästigenden Nachrichten schrieb er seinem Opfer via „Facebook“ unter falschen Identitäten.

Doch bei der Aussage des Opfers kamen noch weitere erschreckende Details zum Vorschein. So stalkt B. die junge Frau schon seit rund 14 Jahren. „Das alles begann, als wir gemeinsam zu Fahrschule gingen. Er gestand mir, dass er mich tolle finde. Ich erwiderte seine Gefühle nicht“, berichtet das Opfer. Und dann begann der Terror. B. verfolgte sein Opfer im Auto, machte Lichthupe und versuchte immer stärker, die junge Frau auf sich aufmerksam zu machen. Als das nicht gelang, wurden seine Methoden härter. E-Mails unter falschen Namen wurden versendet: „Pass’ auf wer hinter dir ist“, „ich vermisse dich“, „das wird erst aufhören, wenn ich tot bin“, „dich zu verstecken bringt nichts, ich werde dich immer finden“ waren die Inhalte dieser Mails. Im Jahr 2006 hing B. Vermisstenplakate auf, die zur Suche nach seinem Opfer aufriefen. Die junge Frau zeigte ihren Stalker bereits zweimal an, doch ohne Erfolg. Nun kam es 2016 erneut zu Nachrichten, die Androhung einer Vergewaltigung wurde zur Anzeige gebracht.

„Meine Frau hat mich damals verlassen und ich hab mich volllaufen lassen“, sagte der Vater eines sechsjährigen Kindes zu seiner Verteidigung. Nun sei seine Frau wieder bei ihm und er habe eine Alkoholtherapie gemacht, doch er wisse nicht mehr bei welchem Therapeuten. „Meine Frau hat mir das organisiert“, meinte er. Eine Entschuldigung gab es auch für sein Opfer, das vor Gericht zwar stark aber auch zerbrechlich wirkte.

„Ich kann nicht verstehen wieso ein Asylbewerber, der eine Flasche ,Cola’ klaut mit der vollen härte des Gesetzes bestraft wird und das, was das Leben eines jungen Menschen zerstört, eingestellt wird“, äußert sich Richter Dr, Szymon Mazur zu den zwei ersten Verfahren gegen B.

Richter Dr. Mazur verurteilte den Familienvater zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen á 20 Euro und gab ihm folgenden Hinweis: „Lassen Sie die Frau in Ruhe, denn wenn nochmal eine Anzeige kommt, werde ich einer Einstellung wie bereits zweimal zuvor geschehen nicht zustimmen!“

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