50 Jahre Skilifte auf der Wasserkuppe

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Rhön. 1963 baute Josef Wiegand den ersten Skilift auf der Wasserkuppe und legte damit den Grundstein für das heutige Skigebiet.

Rhön. 1963 benutzte Josef Wiegand in Tirol das erste mal einen Skilift. Von diesem Zeitpunkt an war ihm klar, dass er auch in seiner Heimat einen solchen bauen lassen wollte. Durch die Unterstützung der umliegenden Gemeinden und der Bank konnte diese Idee auch noch im gleichen Jahr umgesetzt werden. Im Dezember 1963 eröffnete der Skilift, auch wenn das Wetter noch nicht auf einen Erfolg hoffen ließ. Doch durch die Mitarbeit der Familie, der "Firma Leitner" (Seilbahnsysteme) und auch der Mitarbeiter entwickelte sich das Gebiet schnell zu einem ernstzunehmenden Skigebiet. Der erste Lift war ein Tellerlift mit VW Motor und einer ungedämpften Anfahrt. Josef Wiegand erinnert sich gerne an die Zeit, auch wenn die Technik noch lange nicht ausgereift war. "Die Skifahrer wussten damals auch nicht, wie man einen solchen Lift benutzt. Ohne eine Dämpfung war das für die Fahrer eher wie ein Katapult". Die Beteiligung der "Firma Leitner" ermöglichte eine schnelle Expansion, gerade zu Beginn der 70er Jahre. Eine der vielen Tatsachen, für die Josef Wiegand dankbar ist. "Meine Familie hat von Beginn an hinter meiner Idee gestanden. Die Behörden und auch die Bank haben meine Idee unterstützt und bei der Umsetzung geholfen. Ich hatte aber auch Glück. Nicht nur mit meiner Familie und Frau, sondern auch bei den Mitarbeitern und den zuständigen Behörden. Und auch heute habe ich wieder Glück, dass ich es gesundheitlich schaffe, dieses Jubiläum zu feiern."

Josef Wiegands Kinder, Pamela Groll und Hendrik Wiegand sind ebenfalls im Unternehmen tätig. Pamela Groll ist dabei vor allem im Vogelsbergkreis anzutreffen, der noch über drei von ehemals sechs Liften verfügt. Auch die Sommerrodelbahn ist ein großer Erfolg. Hendrik Wiegand war es während seiner Rede wichtig, auf die Geschichte des Skifahrens zu verweisen. Nicht nur die Lifte, sondern auch die Sommerrodelbahnen waren zu Beginn eher experimentell. "Das System war zu Anfang relativ primitiv und hatte wenig Sicherheitsvorkehrungen. Die Weiterentwicklung der Rodelbahn ging aber schnell von statten und auch der 'Rhönerbob' ist heute ein großer Erfolg", sagte Hendrik Wiegand. In einem Grußwort betonte auch Landrat Bernd Woide das große Engagement der Familie Wiegand, die ohne jegliche Fördermittel und nur durch eigenen Antrieb etwas sehr positives für die gesamte Region geschaffen habe. Auch de vier amtierenden Bürgermeister Thomas Schreiner (Ehrenberg), Manfred Helfrich (Poppenhausen), Peter Wolff (Gersfeld) und Jürgen Hahn (Rasdorf) waren zu diesem besonderen Jubiläum erschienen. Alle hielten eine kurze Ansprache und wiesen unterschiedlich auf den großen Wert für alle umliegenden Gemeinden hin. Schließlich ist die gesamte Rhön Nutznießer des "Rummelplatzes" wie die Wasserkuppe zu Beginn häufig von den Kritikern bezeichnet wurde. "Ich hoffe, dass die Bezeichnung 'Rummeplatz' in Zukunft nur noch positiv gemeint wird. Ich freue mich, dass 50. Jubiläum mit allen Gästen und Helfern feiern zu können und hoffe weiterhin auf einen guten Erfolg", sagte Josef Wiegand am Ende seiner Ansprache.

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