Segensreiches Wirken: Vor 400 Jahren kamen die Franziskaner zurück nach Fulda 

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Dankandacht am Mittwochmittag in der überfüllten Severikirche mit Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber 

Fulda - Vor 400 Jahren sind die Franziskaner zurück nach Fulda gekommen. Um ihnen Dank zu sagen, aber auch um zu demonstrieren, dass diese enge Verbindung noch lange anhalten möge, fand am Mittwochmittag in der proppevollen Severikirche im Beisein von Bischof Dr. Michael Gerber eine Andacht statt. Anwesend waren die zehn Brüder des Klosters Frauenberg, die Geschäftsführung von "antonius" sowie - unter anderem - die beiden ehemaligen Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel und Gerhard Möller.   Im Anschluss waren alle Gäste ins "antonius LadenCafé" am Severiberg zu einem Empfang mit einem kleinen Imbiss eingeladen. Neben einer Suppe mit selbstgebackenen Franziskanerknoten wurden Tau-Plätzchen zum Cappuccino gereicht.

Zu Beginn der Andacht erläuterte Guardian Bruder Gerhard Busche Historisches: Nachdem die Franziskaner Fulda in der Zeit der Reformation verlassen hatten, wünschte sich Abt Johann Friedrich von Schwalbach (er amtierte von 1606 bis 1623) ihre Rückkehr, um die Rekatholisierung der Bevölkerung zu unterstützen. Aus diesem Grunde kamen 1620 Pater Ebertin Frentz, eigentlich Guardian von Brühl, und Pater Christophorus Juden nach Fulda. 

Die einstige Niederlassung der Franziskaner war zu dieser Zeit von Jesuiten bewohnt. Daher wurde die Severikirche, die sich damals in einem sehr schlechten baulichen Zustand befand, zur neuen Wirkungsstätte der Franziskaner. Pater Frentz und Pater Juden bezogen ein kleines Haus direkt neben der Sakristei der Kirche, um mitten unter den Menschen sein zu können. Am 12. Februar 1620 fand die offizielle Übergabe der Severikirche an die Franziskaner statt.

Drei Jahre später zogen die Franziskaner in das Kloster auf dem Frauenberg ein. Dieses gehört seit 1633 zur Thüringischen Ordensprovinz der Franziskaner. Diese leben bis heute ihre franziskanische Berufung in Gebet und Gemeinschaft sowie in seelsorglichen Diensten, in handwerklichen Berufen und in  häuslichen Arbeiten. Zusammen mit "antonius - Netzwerk Mensch" wird ein Tagungs- und Gästehaus betrieben, in dem ein gemeinsames Leben und Arbeiten von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht wird.

In einem Statement von Michael Perry, Generalminister der Franziskaner, heißt es zu dieser Kooperation: "Beide Partner haben einen Teil beigetragen, um mit Respekt vor der Einzigartigkeit dieses besonderen Ortes eine neue Form der Zusammenarbeit zu erschaffen. Die Kirche von morgen braucht Partner, damit sie den christlichen Glauben leben und ihn mit den Menschen teilen kann. So kann Kirche der Zukunft aussehen".

"antonius"-Geschäftsführer Rainer Sippel stellte die einzelnen Brüder vor und hoffte, dass die Franziskaner noch lange segensreich in Fulda wirken mögen. „Alle sollten mithelfen, damit die Franziskaner Unterstützung erfahren und noch möglichst lange in unserer Stadt bleiben“.  Ideen für weitere Projekte im Zuge der Kooperation  gebe es bereits. Als Geschenk überreichte Sippel jeweils ein paar Hausschuhe und Freundschaftsbänder. 

Bischof Gerber hatte in seiner Ansprache betont, dass das Charisma des Heiligen Franziskus fortlebe. Für die Franziskaner auf dem Frauenberg sei es wichtig, in globaler Verantwortung zu Mensch, Schöpfung und Kirche zu wirken. Gerade dies komme auch in dem Schreiben zur so genannten "Amazonas-Synode" zum Ausdruck, das Papst Franziskus just am Mittwochmittag vorgestellt habe.    

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