IHK Fulda - "Ein großes familiäres Netzwerk"

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Das Präsidium der IHK Fulda gemeinsam mit Präsident Bernhard Juchheim (Mitte), Landrat Bernd Woide, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und dem Festredner Dr. David Bosshart.                                                                       
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Die mit dem Prädikat "Gesund arbeiten in FD" ausgezeichneten Unternehmen gemeinsam mit IHK-Präsident Bernhard Juchheim (rechts) und IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck (links).
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Dr. David Bosshart bei seinen Ausführungen.
                                                                          
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IHK-Präsident Bernhard Juchheim.

Traditioneller Jahresempfang der Fuldaer Industrie- und Handelskammer am Freitagnachmittag im Schlosstheater Fulda 

Fulda - "Wirtschaft braucht Erneuerung. Wirtschaft braucht Innovation und Neugründungen. Wirtschaft braucht Fachkräfte und Unternehmerpersönlichkeiten. Wirtschaft braucht Gewerbeflächen": Zur Situation der heimischen Unternehmen umriss IHK-Präsident Bernhard Juchheim  am Freitagnachmittag diese Themenfelder, die sich alle unter dem Stichwort Erneuerung einsortieren lassen.

Juchheim und das Präsidium der IHK Fulda hatten zum traditionellen Jahresempfang ins Schlosstheater eingeladen, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag von Dr. David Bosshart vom Züricher "Gottlieb Duttweiler Institut für Wirtschaft und Gesellschaft" stand. Das Trendforschungsinstitut mit Sitz in Rüschlikon  ist die älteste Denkfabrik der Schweiz und beschäftigt sich insbesondere mit Trends für Wirtschaft, Gesellschaft und Konsum. Der promovierte Philosoph Bosshart ist Autor zahlreicher internationaler Publikationen und weltweit tätiger Referent. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Zukunft des Konsums, der gesellschaftliche Wandel, Digitalisierung (Mensch-Maschine), Management und Kultur, Globalisierung und politische Philosophie. Themen, die er mit sehr viel Geist und Witz auch den Anwesenden im Schlosstheater näherbrachte. Und dabei stets die Bedeutung mittelständischer Unternehmen formulierte.

Doch zurück zum IHK-Präsidenten: 2019 ist Juchheim zufolge mit vier Landtagswahlen und der Europawahl ein Superwahljahr, und vom 22. Januar bis zum 19. Februar wähle auch die IHK Fulda ihre Vollversammlung neu. Der 69-Jährige wird bekanntermaßen nach zwei Wahlperioden nicht mehr für das Gremium kandidieren und damit auch nicht mehr als Präsident der IHK zur Verfügung stehen. Juchheim: "Für mich ist der heutige Abend damit der letzte Jahresempfang in meiner Funktion als Präsident". Dies verband er zugleich mit herzlichen Dankesworten an langjährige Weggefährten, ob aus regionaler und überregionaler Politik, aus der Wirtschaft oder aus anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Juchheim zu den 700 Anwesenden: "Ich wünsche mir, dass für Sie die IHK Fulda auch das ist, was Sie immer für mich war. Ein großes familiäres Netzwerk, das Menschen zueinander bringt, Beziehungen und Freundschaften knüpft".

Eingehend auf die Situation in der osthessischen Region formulierte der IHK-Präsident:

Wirtschaft braucht Erneuerung

Inhaltlich als Innovation und Gründung, personell mit Fachkräften und Unternehmerpersönlichkeiten und räumlich mit entsprechenden Gewerbeflächen und Gewerbeimmobilien. Nur wenn es gelinge, diese drei Erneuerungsthemen in unserer Region zielstrebig und langfristig zu bearbeiten, würden wir auch in Zukunft als wirtschaftlich starke Region in Hessen eine Ausnahmerolle einnehmen.

Über das Regionale Standortmarketing unterhalte man seit mehr als 15 Jahren ein mehrere 100 Köpfe zählendes Gründernetzwerk, das auch von der IHK und dem Handwerk unterstützt werde. Juchheim: "Wir müssen hier die Kommunen noch stärker einbinden und so ein echtes Gründerökosystem schaffen, in dem dann die zarten Pflänzchen der Innovation und Gründung guten Nährboden finden. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Hochschule Fulda, mit der wir in diesem Thema gut vernetzt sind".

Was die Gründerquote betrifft, liege der Landkreis Fulda auf dem vorletzten Rang in Hessen. Immerhin habe man sich um einen Platz verbessert. Aber Quantität sei nicht alles. Die Erfolge der heimischen Unternehmen beim Hessischen Gründerpreis zeigten, dass die Qualität stimme.

Wirtschaft braucht Fachkräfte und Unternehmerpersönlichkeiten

Juchheim: "Wir müssen alles tun, um die Attraktivität der dualen Berufsausbildung herauszustellen und uns hier im Wettbewerb mit anderen Regionen zu positionieren. Dazu gehört in erster Linie eine vorbildliche und qualitativ hochwertige Ausbildung. Die Ausbildungsmarke Region Fulda muss weit über die Kreisgrenzen hinaus strahlen. Das wünsche ich mir. Und ich fordere Sie alle auf, das Ihrige dazu beizutragen."

Wirtschaft braucht Gewerbeflächen

Viele Unternehmen in der Region seien am Wachsen. Eine wichtige Entwicklungsperspektive und ein Element der Standortsicherheit seien ausreichend vorhandene, verkehrstechnisch und infrastrukturell gut angebundene Gewerbeflächen. Den meisten Städten und Gemeinden gingen im wahrsten Sinne des Wortes die Flächen aus. Die IHK habe daher im vergangenen Jahr einen Masterplan für die Entwicklung von Gewerbeflächen angemahnt. Eine Anregung, die die Stadt dankenswerter Weise aufgegriffen habe.

Juchheim wollte nicht auf die zum Jahresende aufgeflammte Diskussion zu einer möglichen Gebietsreform eingehen. Fest stehe aber, dass die Kooperation im Rahmen der Stadtregion wichtiger denn je sei und dass hier auch die umliegenden Gemeinden einbezogen werden müssten. Der Masterplan müsse für die gesamte Region gelten. Das sei auch für die bevorstehende Fortschreibung des Regionalplans wichtig. Der IHK-Präsident abschließend: "Und ich warne deutlich vor falsch verstandenem Kirchturmdenken".

In seinen abschließenden Worten ging Landrat Bernd Woide auf die Kernpunkte des Festvortrages - Wandel und Veränderung - ein und betonte zudem die Bedeutung von Werten. An Bernhard Juchheim gewandt, sagte er: "Sie haben Ihrem Amt alle Ehre gemacht". 

Prädikat "Gesund arbeiten in FD"

Bei ihrem Neujahrsempfang zeichnete die IHK Fulda zudem 20 Unternehmen und Institutionen der Region mit dem Prädikat „Gesund arbeiten in FD“ aus. „Diese Unternehmen haben Vorbildliches geleistet und stellen ihre Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Gleichzeitig empfehlen sie sich als attraktive Arbeitgeber und arbeiten aktiv und kontinuierlich an ihrem guten Image“, unterstrich Roswitha Birkemeyer, Leitung Öffentlichkeitsarbeit bei der IHK Fulda.

Die Auszeichnung orientiert sich am Konzept der Salutogenese.  Bewertet werden Gesundheit und Werte fördernde unternehmerische Aktivitäten, die jeweils einem von sechs Bereichen zugeordnet werden: (1) körperlich-medizinische, (2) geistig-intellektuelle, (3) seelisch-emotionale, (4) sozial-kommunikative, (5) kulturell-ökologische und (6) sinnhaft-wertebewusste Aspekte.

Zum dritten Mal ausgezeichnet wurden MUP Bürohandel, die Bäckerei Pappert, Simonmetall und die Zufall logistics group. Zum zweiten Mal prädikatisiert wurden Hahner Technik, die Unternehmensgruppe Jumo, der Landkreis Fulda, Martin Keller Versicherungsmakler und die Mediana-Gruppe. Zum ersten Mal dabei waren die Edag Production Solutions, Enders Fenster und Türen, der HKL Sekretariats-Service, Iwetec, die KGM Kugelfabrik, Leopold Feuerstein Holztechnik, die Stadt Fulda und die Unternehmen Möller manlift, tegut, Uth und Werner Schmid.

 

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