Jetzt rede ich: Scotty und die Coronakrise

Maskottchen Scotty hat eine erstaunliche Beobachtung gemacht, von der es euch berichten möchte.

Hallo zusammen,

man erlebt in der Coronakrise seltsame Dinge. Am ersten Tag der Ladenöffnung in Fulda bin ich mal aus Neugier durch die Innenstadt gewackelt. Ich wollte mal schauen, wie sich die Menschen nach der Krise wieder an die geöffneten Läden gewöhnen. Restaurants sind ja weiterhin geschlossen, aber bei einigen stehen noch Tische und Stühle draußen. Bei einem solchen Restaurant saß eine Frau mit zwei behinderten Kindern, eines davon im Rollstuhl. Die drei aßen etwas, soweit ich gesehen habe. Schon von weitem bekam ich mit, dass eine ältere Dame der Frau einen Vortrag hielt und von Coronatoten und ähnlichem schwadronierte. Dabei gehörte die Dame allem Anschein nach zur Risikogruppe der älteren Menschen. Mundschutz oder so hatte sie keinen, aber sie griff die Frau mit den Kindern verbal sehr an. „Unverantwortlich“ war da noch das Netteste, was ich mitbekam.

Natürlich ist es oberste Bürgerpflicht in der Coronazeit, sich um den eigenen Schutz und den aller Mitmenschen zu bemühen. Insofern muss auch die Frage erlaubt sein, warum eine Frau mit zwei behinderten Kindern (wobei es dem Grunde nach unerheblich ist, ob die Kinder eine Behinderung haben oder nicht), eine Essenspause im öffentlichen Raum macht. Aber die Reaktion der älteren Dame war meiner Meinung nach unverhältnismäßig. Natürlich kann man auf nette Art und Weise mitteilen, wenn man etwas zu bemängeln hat. Wie man in den Wald hineinruft... Dementsprechend reagierte auch die Frau mit den Kindern auch nicht gerade freundlich.

Es sollte im Sinne jedes Einzelnen liegen, während dieser gerade sehr ungewohnten und in der eigenen Lebensqualität eingeschränkten Zeit vernünftig zu handeln. Vernünftig finde ich weder die Essenspause im Freien noch das Anpöbeln deswegen. Vernünftig finde ich, trotz wieder geöffneter Geschäfte alle Regeln zu beachten, die eine Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen können.

Vernünftig finde ich, sich mit den gerade geltenden Maßnahmen abzufinden und sie soweit wie möglich einzuhalten. Vernünftig finde ich auch, dass die Geschäfte wieder öffnen durften, wenn sie auf verschärfte Hygiene- und Abstandsregeln bestehen. Aber ich sehe eine Gefahr: Wenn jetzt nur die Hälfte der Menschheit nach dem Corona-Shutdown so weitermacht wie vor der Krise, dann werden wir in wenigen Tagen einen starken Anstieg der Corona-Infizierten messen. Und was dann unweigerlich folgt, kann sich jeder denkende Mensch (und jedes Maskottchen) an den fünf (beziehungsweise vier) Fingern abzählen: Es wird schlimmer als vor dem Shutdown. Die Maßnahmen werden strenger, alles wird wieder dicht gemacht, das Leben wird für uns alle noch weiter eingeschränkt. Leute, seid vernünftig.

Handelt vernünftig und helft damit, Menschenleben zu retten. Übertreibt es mit dem Einkaufen nicht, sondern geht nur für das Notwendige vor die Tür. Ihr helft damit uns allen, diese Krise zu überstehen.

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