Jetzt rede ich: Unser Maskottchen geriet in dieser Woche in eine Drogenkontrolle

Was unserem Maskottchen passiert ist, gibt es nicht alle Tage. Es ist ein bisschen verwirrt...

Manchmal geschehen Dinge, von denen man eigentlich denkt, dass sie nur anderen Leuten passieren. Neulich war ich mit dem Auto auf dem Heimweg, als ich auf einem Parkplatz an der Bundesstraße mit der rot-weißen Polizeikelle herausgelotst wurde. „War ich zu schnell?“, schoss es mir durch den Kopf. Genau diese Frage stellte ich dem Polizisten, der neben mir aufgetaucht war. Er war übrigens nur einer von ganz vielen, die sich auf dem Parkplatz tummelten. „Meinen Sie denn, dass Sie zu schnell gefahren sind?“, fragte er. „Nö. Bei der Baustelle da vorne kann man ja gar nicht schnell fahren“, antwortete ich.

Der nette Gesetzeshüter wollte meinen Führerschein und meinen Fahrzeugschein haben. Ich drückte ihm – verwirrt ob der mir unbekannten Situation – zwei Dokumente in die Hand. „Kann ich auch Ihren Führerschein haben?“, fragte er. In der Aufregung hatte ich ihm nämlich statt des Führerscheins meinen Personalausweis in die Hand gedrückt.

Müssen diese Plastikkarten eigentlich alle gleich groß sein?! Das muss ihm wohl etwas komisch vorgekommen sein. So wurde ich gebeten, auszusteigen. Ich sollte mit geschlossenen Augen eine halbe Minute zählen. Er prüfte das mit dem Handy­timer nach. Mist – schon wieder daneben: Meine halbe Minute war nur 25,4 Sekunden lang ... auch das muss ihm wohl komisch vorgekommen sein. Dann schaute der Polizist mir tief in die Augen – ein Kollege war inzwischen mit meinen Papieren abgedampft – und schon wieder muss ihm an meinen Pupillen etwas nicht ganz koscher vorgekommen sein. Ich musste dann einer Kulispitze mit den Augen folgen – was mir so lange gelang, bis er mir den Kuli fast in die Nase rammte. Wenigstens mein „Ups!“ brachte ihn zum Lachen. Noch ein paar Fragen, ob ich denn Drogen nehmen würde oder jemals genommen hätte, verneinte ich vehement. Und wahrheitsgemäß natürlich.

Ich erwähnte ganz nebenbei, dass ich bei einer großen Wochenzeitung arbeite (Ja, da bin ich richtig stolz drauf!), und dann plauderten er und seine Kollegin aus dem Nähkästchen, dass sie gerade eine Schulung zum Thema „Drogenkontrollen im Straßenverkehr“ hatten und deshalb jetzt hier seien. Polizisten aus ganz Hessen waren bei Fulda versammelt, um das Gelernte in der Realität auszuprobieren. „Na prima“, dachte ich bei mir, „und ich bin eines der Versuchskaninchen“. Der Kollege mit meinen Papieren kam zurück. Anscheinend werde ich nicht per Haftbefehl gesucht, mein Auto ist ordnungsgemäß zugelassen und die Versicherung ist auch bezahlt. Puh!

Aber die Kollegen von der Polizei ließen es sich nicht nehmen, mich noch (sehr peinlich!) in ein Becherchen pinkeln zu lassen, um ganz sicher zu gehen, dass ich drogenfrei unterwegs bin. Nach zähen Verhandlungen mit meiner Blase konnte diese sich auch dazu aufraffen, ein paar Tropfen zu spenden. Mit einem Testdings, in dem Streifen erschienen, wurde klargestellt, dass ich weder Haschisch, Amphe­tamine oder sonstwas intus hatte. Nochmal puh! Die Kollegen von der Polizei waren sich zwar nicht ganz sicher, ob der Streifen nun „positiv“ oder „negativ“ bedeutet, aber dann meinten sie, dass der Streifen „negativ“ heißen müsse. Wahrscheinlich waren die Testdinger neu...

Nach rund zehn Minuten durfte ich dann meinen Weg fortsetzen. Die netten Beamten erzählten mir vorher noch, dass es während der Kontrollen bisher sehr wenige Auffälligkeiten gegeben hatte. „Das ist doch prima“, meinte ich und erntete zustimmendes Nicken.

Ich finde es gut, dass es solche Kontrollen gibt, denn es sind genügend Deppen mit Drogen im Blut unterwegs. Und die sind eine Gefahr für sich und andere. Allerdings ist es schon ein komisches Gefühl, selbst kontrolliert zu werden. Denn auch wenn ich nichts zu verbergen hatte, überkam mich während der Aktion doch das Gefühl, irgendwas Unrechtes getan zu haben.

„Schreiben Sie noch viele schöne Artikel“, gaben mir die freundlichen Polizisten noch mit auf den Weg. Und das habe ich auch ganz fest vor.

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