Seit 1867 immer in Fulda

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Die teilnehmenden Bischöfe der Jubiläumskonferenz 2017 in Fulda
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Die silberne Sondermedaille zum Jubiläum

Deutsche Bischofskonferenz feierte Jubiläum / Treffen geprägt von aktuellen Fragestellungen wie "Kirche und Islam" und Umweltschutz

Fulda - Mit einem Festakt im „Fürstensaal“ des Fuldaer Stadtschlosses ist am Donnerstagnachmittag das 150-jährige Jubiläum der „Wiederkehr der Deutschen Bischofskonferenz“ gefeiert worden. Die Feierstunde war noch vor dem Abschlussgottesdienst im Dom der Höhepunkt des traditionellen Herbsttreffens, zu dem diesmal 65 Bischöfe aus den 27 deutschen Diözesen zusammengekommen waren. Erstmals nahmen daran die neuen Bischöfe von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, und Limburg, Dr. Georg Bätzing, teil. Gäste aus Frankreich und Polen sowie der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil (Irak) konnte ebenfalls begrüßt werden. Den Festvortrag hielt Professor em. Dr. Hermann Josef Pottmeyer zum Thema „Die Bischofskonferenz in der synodalen Kirche“. Grußworte sprachen Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz, Fuldas Bischof Heinz-Josef Algermissen und der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Dieser versicherte "im Namen der Bürgerschaft: Wir in Fulda sind froh und dankbar, dass wir seit 150 Jahren gemeinsam mit dem Bistum Fulda Gastgeber sein dürfen. Ich danke Bischof Algermissen sehr herzlich für unser gutes Miteinander und kann Ihnen allen versichern: Sie sind uns immer herzlich willkommen!"

Wie Kardinal Marx in der bilanzierenden Pressekonferenz am Donnerstagmittag sagte, habe man sich auch mit den Ergebnissen der Wahl zum Deutschen Bundestag befasst. Eine verbale Abrüstung erscheine dringend notwendig. Marx: "Ich möchte betonen, dass das Parlament eine besondere Würde hat und bei aller politischen Auseinandersetzung der Respekt vor dem anderen Vorrang haben muss. Im gemeinsamen Ringen um einen guten Weg sind Schwarz-Weiß-Schablonen sowie Hass und Ausgrenzung nicht angebracht."

Rückblick

Als die deutschen Bischöfe sich vom 16. bis 21. Oktober 1867 erstmals zu einer „bischöflichen Conferenz“ in Fulda zusammenfanden, setzten sie ihren gemeinsamen Entschluss vom Frühjahr 1867 in Rom in die Tat um. Dort hatten die geistlichen Oberhirten beschlossen, eine „Zusammenkunft des gesamten deutschen Episkopates“ zu schaffen. Erst am 2. März 1966 entstand die „Deutschen Bischofskonferenz“ mit einem eigenem Statut. Bis heute bleibt die Stadt Fulda mit der Grabstätte des Heiligen Bonifatius für die Bischöfe so bedeutend, dass sie jedes Jahr im Herbst dort zu ihrer Vollversammlung zusammenkommen und sich beraten.

Bibeln für Gefängnisse

In einer gemeinsamen Aktion hatten am Mittwoch die Deutsche Bischofskonferenz, die „Katholische Bibelanstalt" und die „Katholische Gefängnisseelsorge“ in Deutschland 40.000 Exemplare einer Sonderausgabe der neuen, revidierten Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift Menschen in Gefängnissen geschenkt. Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), und Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), Vorsitzender der Arbeitsgruppe Diakonische Pastoral innerhalb der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, übergaben symbolisch eine der Bibelausgaben an den in der JVA Fulda und JVA Hünfeld tätigen Gefängnisseelsorger Dr. Meins Coetsier. Bode unterstrich den besonderen Auftrag der Gefängnisseelsorge: „Die Seelsorge für Inhaftierte, deren Angehörige und die JVA-Bediensteten gehört zu den wesentlichen Elementen pastoralen Handelns. Dort, wo wir als Kirche an die Ränder unserer Gesellschaft gehen, wird die Botschaft der Bibel lebendig. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, die Heilige Schrift auch zu den Menschen in den Gefängnissen zu bringen.“

Über „Chancen und Grenzen des Dialogs: Zur Diskussion zwischen Kirche und Islam“ war zu Beginn der Herbstvollversammlung diskutiert worden. Bischof Bätzing (Limburg) sagte, dass der interreligiöse Dialog der katholischen Kirche mit dem Islam heute unter wachsendem Rechtfertigungsdruck stehe. „Beweist nicht jeder neue Terroranschlag unter Berufung auf Allah, Mohammed oder den Koran – sei es in Kunduz, Bagdad, Paris, Brüssel, London oder Berlin –, dass die katholische Kirche falsch gelegen haben könnte, als sie mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine geradezu kopernikanische Wende in ihrem Verhältnis zum Islam vollzog? War die Kirche naiv, als sie in Nostra aetate die verbindenden Glaubensinhalte von Islam und Christentum herausstellte und sich zum Dialog bekannte?“, so Bätzing.

Umweltthemen

Die katholische Kirche in Deutschland will sich noch stärker im Kampf gegen den Klimawandel engagieren. Alle Menschen seien aufgerufen, ein neues Verantwortungsbewusstsein für den Globus zu entwickeln, sagte Bischof Stephan Ackermann (Trier) am Mittwoch: „Wir müssen uns als Kirche bemühen, zu einem Akteur des Wandels persönlicher, gesellschaftlicher und politischer Leitbilder zu werden. Die Richtung lautet: Gut leben statt viel haben.“

Zum Jubiläum hat die Stadt Fulda eine Sonderbriefmarke herausgegeben und in Zusammenarbeit mit der „Sparkasse Fulda“ auch eine silberne Sondermedaille prägen lassen (Bild). Erhältlich ist beides beim Bischöflichen Generalvikariat (Paulustor 5) und im Bürgerbüro und bei der „Tourist Information“ der Stadt Fulda. Die Medaillen gibt es auch in der Hauptstelle der „Sparkasse Fulda“ (Buttermarkt 2-6).

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