Jubiläum im Zeichen von Schlagzeilen:  Zehn Jahre "Point-Alpha-Stiftung"  

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Festveranstaltung am Sonntag mit den Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen

Rasdorf/Geisa - Seit Wochen gibt es mitunter heftige, auch überregionale öffentliche Diskussionen, um die „Point-Alpha-Stiftung“, die ihren Sitz im Barockschloss von Geisa hat: Nach dem Rücktritt von Direktorin Ricarda Steinbach war kürzlich auch Dr. Ellen Ueberschär zurückgetreten, die Vorsitzende des Programmbeirats.  Zuvor hatten diesen Schritt bereits verschiedene Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung getätigt, mit Professor Dr. Felix-Joachim Leonhard an der Spitze. Dessen Vorwürfe richteten sich unter anderem gegen eine angeblich zu regionale Ausrichtung und gegen eine zu hohe Präsenz von lokalen CDU-Mitgliedern. 

Vor diesem Hintergrund wurde am Sonntag bei herrlichem Spätsommerwetter im ehemaligen "Point-Alpha-Camp" und mit etwa 300 Gästen das zehnjährige Bestehen der Stiftung gefeiert. Der Stiftungsratsvorsitzende, Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, hatte erst vor Kurzem in einem Redaktionsgespräch mit "Fulda aktuell" betont: „Wir sind auf einem guten Weg und voll handlungsfähig. Sowohl im Bezug auf das zehnjährige Bestehen der Stiftung, aber auch im Hinblick auf 30 Jahre Mauerfall im Jahre 2019 und 30 Jahre Deutsche Einheit im Jahr 2020. Da ziehen wir an einem Strang und dokumentieren dies auch nach außen hin." Und auch am Sonntag unterstrich Wingenfeld die Position, die er gegenüber "Fulda aktuell" eingenommen hatte: Der Stiftungsrat werde sich weiter öffnen.

Bis die Direktorenstelle wieder besetzt ist, nehmen mit Dr. Eberhard Fennel und Berthold Jost zwei Persönlichkeiten ehrenamtlich die vielschichtige Arbeit als Vorstandsmitglieder wahr. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat der Stiftungsrat noch nicht die Nachfolge Steinbachs geregelt: Man werde über die Stellenausschreibung beraten und zeitnah eine öffentliche Ausschreibung auf den Weg bringen, teilte die Stiftung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Ziel sei es, der Öffentlichkeit so schnell wie möglich einen Nachfolger zu präsentieren", schreiben Fennel und Jost.

Die volksfestähnliche Veranstaltung zur Jubiläumsfeier hatte mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen. Dem folgten ein musikalisches Mittagsprogramm und eine kostenlose Führung durch die neue Ausstellung „Every Day Life“. 

In seiner Begrüßung eingangs des Festaktes betonte Stftungsratsvorsitzender Wingenfeld,  wie wichtig die lokale Verankerung der Stiftung und die gleichzeitige enge Kooperation mit internationalen Partner sei. Die Arbeit der Stiftung sei heute von allen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen in Hessen und Thüringen anerkannt. Er teilte mit, in seiner heutigen Sitzung sei Dr. Helmut Reitze, der ehemalige Intendant des Hessischen Rundfunks, auf Vorschlag der hessischen Landesregierung als neues Mitglied gewählt worden. Auch die Thüringer Landesregierung, die hessische SPD und der Förderverein Point Alpha seien gebeten worden, personelle Vorschläge zu machen. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Hessen stehe voll hinter der Stiftung. Angesichts der aktuellen internationalen Entwicklungen sagte  er, dass die transatlantische Partnerschaft auch in Zukunft das Fundament der europäischen Sicherheit sei und unterstrich die engen deutsch-amerikanischen Beziehungen, die auch in Zeiten von Donald Trump nicht abbrechen dürften. 

Sein Thüringer Ministerpräsidentenkollege Bodo Ramelow erinnerte daran, dass unsere pluralistische Demokratie sich an Erinnerungsorten wie "Point Alpha" messen lassen müsse. Die Erinnerung dürfe nicht zu parteipolitischen Manövern oder für Schlagzeilen missbraucht werden. Für die innere Einheit Deutschland sei es wichtig, dass auch die Stimmen und Lebensleistungen der ostdeutschen Bürger gewürdigt werden. 

Beide Ministerpräsidenten hoben die Gedenkstätte, die Stiftung und die Akademie als herausragendes Projekt der deutschen Erinnerungsarbeit hervor. Die jüngsten Entwicklungen seien auch von einem Nachdenken über die Zusammensetzung der Gremien und Strukturen der Stiftung geprägt. Das entsprechende Vorhaben von Stiftungsrat und Vorstand werde begrüßt. Ramelow und Bouffier sagten auch die zukünftige Unterstützung der Stiftungsarbeit durch die Landesregierungen, abseits von Parteigrenzen zu. Sie begrüßten die Zielsetzung bestehende internationale Projekte, wie mit dem Goethe Institut in Washington oder der Regierung in Südkorea, auszubauen.

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