"Jugend debattiert": Von debattierenden Kombattanten

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Fulda/Frankfurt. Der "Fulda aktuell"-Praktikant Aaron Pohanka war im Hessenfinale der Reihe "Jugend debattiert"

Fulda/Frankfurt. Der große Saal des "Hessischen Rundfunks" in Frankfurt füllte sich, die Anspannung aller Beteiligten stieg, denn es würde nur noch eine Stunde dauern, bis die Debatte zur Frage, ob Politiker auch zu Wahlkampfzeiten vor Schülern sprechen dürfen sollen, starten würde.

Angespannt auf meinen Zettel starrend, erinnerte ich mich zurück an die anderen Debatten. Ich hatte hinter mir das Klassenfinale, das Schulvorfinale, das Schulfinale, das Regionalfinale und die Hessenvorrunde. Es war immer so gewesen, dass ich vor der Debatte sehr nervös war, doch bei dieser Debatte war ich unsicherer. Beispielsweise wusste ich nicht mehr, welche Seite ich lieber vertreten wollte, nur dass es auf keinen Fall "PRO 1" sein sollte. Ich fand das Thema offengestanden ziemlich ungünstig, weil die Frage meiner Meinung nicht genug Relevanz besaß, um wirklich lange darüber zu debattieren.

Der Mann, der auch zuvor die Bilder von den anderen drei Mitdebattanten und mir gemacht hatte, verkündete, dass nun die Positionen gezogen würden. Langsam streckte ich meine Hand nach einen Loszettel aus und es war, wer hätte das gedacht, "PRO 1". Unglücklich über mein unfassbares Pech, kamen mir Zweifel, denn ich wusste, dass meine PRO 1-Eröffnungsrede nicht optimal und viel zu lang war.

Scharf musterte ich meine Mitdebattanten. Tilo Wenzel, der Junge, der die "Contra 1"-Position vertreten würde, kannte ich von einem dreitägigen Rhetorikseminar in Wezlar, aber die anderen beiden Kandidaten Henrik Schirmer (PRO 2) und Ronja Wosch (Contra 2) waren mir unbekannt. In der halben Stunde, die vor der Debatte noch geblieben war, sprach ich mich mit Henrik Schirmer wegen der Argumente der PRO-Seite ab und dann war es so weit und die Debatte startete.

Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass mir die Eröffnungsrede nicht gut gelang. Ich wurde nicht rechtzeitig fertig und musste an einer Stelle improvisieren. Der Rest der Debatte verlief jedoch wieder gut. Als die Schlussglocke ertönte, freute ich mich darüber, dass es vorbei war. Keiner konnte einschätzen, wer nun gewonnen hatte, weil die Debatte sehr ausgeglichen verlaufen war.

Als das Ergebnis schließlich verkündet wurde (1.: Henrik Schirmer 2.: Ronja Wosch 3.: Aaron Pohanka 4.: Tilo Wenzel), war ich auf der einen Seite ein wenig enttäuscht, weil es sich um ein "Foto-Finish" handelte, auf der anderen Seite auch erleichtert, dass ich jetzt ausgeschieden war, da "Jugend debattiert" sehr zeitaufwendig ist und freute mich für die Sieger.

Alles in Allem hat mir der Wettbewerb sehr geholfen. Er hat mich dazu gebracht, mich für Politik zu interessieren, was zuvor nicht der Fall gewesen war. Außerdem bleibt man in Drucksituationen ruhiger. Selbstverständlich erweitert man durch den Wettbewerb schulen-, städte- und länderübergreifend seinen Bekannten- und Freundeskreis. Ich hoffe, nächstes Jahr wieder weit zu kommen, aber es gehört auch immer sehr viel Glück und Arbeit dazu.

VON AARON POHANKA

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