Jung und dynamisch: Helios-Geschäftsführer Sebastian Mock im Gespräch

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Im Gespräch: Sebastian Mock (Dritter von links), Geschäftsführer der „Helios“-Kliniken in Hünfeld und Grebenhain, Pressesprecherin Gudrun Käsmann (Zweite von links) mit „Fulda aktuell“-Objektleiter Michael Schwabe (links), Redaktionsleiter Bertram Lenz (Dritter von rechts), Redakteur Christopher Göbel (Zweiter von rechts) und Mediaberater Matthias Kaib.

Der 28-jährige Sebastian Mock leitet zwei Kliniken in Hünfeld und Grebenhain.

Fulda - Sebastian Mock ist 28 Jahre alt und seit September 2018 Geschäftsführer der „Helios St. Elisabeth-Klinik“ in Hünfeld. Seit Juli dieses Jahres ist er zusätzlich für die „Helios Klinik Oberwald“ in Grebenhain verantwortlich. „Nach dem Abitur habe ich Management im Gesundheitswesen in Gera studiert“, sagt der aus Mühlhausen in Thüringen stammende Mock.

Bereits während des Studiums arbeitete er als Praxispartner in einem Sanitätshaus. „Mir war schnell klar, dass ich in einem Krankenhaus tätig sein wollte“, so der 28-Jährige. Das führte dazu, dass er ein Trainee-Programm mit dem Schwerpunkt Management bei der „Helios-Gruppe“ absolvierte. Insgesamt war er gut vier Jahre lang zunächst als Trainee, später als Assistent an vier unterschiedlichen Klinik-Standorten in Deutschland tätig – unter anderem in Cuxhaven an der Nordsee. „Ich habe aber doch bemerkt, dass mein Herz für die Mitte Deutschlands schlägt“, so Mock. Und so ist er nun seit gut einem Jahr wieder in der „alten Heimat“.

Die beiden „Helios“-Kliniken in Hünfeld und Grebenhain liegen nahe beieinander und haben Überschneidungen im Einzugsgebiet, so dass eine gemeinsame Geschäftsführung nahe lag. Auch seine Vorgängerin Sandra Henek war schon für beide Häuser zuständig. Darüber hinaus gibt es in einigen Bereichen gemeinsame Verwaltungsstrukturen. Mock ist an einem festen Tag in der Woche und nach Bedarf in Grebenhain, ansonsten arbeitet er in Hünfeld.

Sebastian Mock sprach bei „Fulda aktuell“ unter anderem über Kliniken und Patienten.

„Wir beschäftigen 300 Mitarbeiter in Hünfeld und 100 in Grebenhain“, so der Geschäftsführer. „Hierarchie-Ebenen im Krankenhauswesen sind eher konservativ“, sagt er. „Da wurde ich manchmal schon auf mein Alter angesprochen.“ Seiner Meinung nach zählt aber nicht das Alter einer Person, sondern der Auftritt. „Wenn man Diskussionen ausschließlich sachlich führt, dann kann man miteinander statt gegeneinander arbeiten“, ist Mock überzeugt. „Ich glaube, das gelingt mir ganz gut“, schmunzelt er. „Meinen Führungsstil würde ich als kooperativ bezeichnen. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich halte es für sehr wichtig, Entscheidungen immer zu erklären und eine wertschätzende Kommunikation zu pflegen“, sagt der 28-Jährige. „Darüber hinaus treffe ich Entscheidungen selten alleine. Ärztliche Direktion, Pflegedirektion und ich als Klinikgeschäftsführer bilden die Klinikleitung als gemeinsam entscheidendes Gremium.

Herausforderungen 

Pro Jahr werden im Hünfelder Klinikum rund 8.000 Patienten stationär und weitere 11.500 Menschen ambulant behandelt. In Grebenhain sind es 3.500 stationäre und 16.000 ambulante Patienten. „Eine der größten Herausforderungen für Kliniken im Allgemeinen ist die Gewinnung und Bindung von Pflegepersonal“, so Mock. Hier sind die Kliniken in Hünfeld und Grebenhain sehr gut aufgestellt: In beiden Kliniken sind alle Stellen in der Pflege besetzt. Das ist sicher auch den verschiedenen Aktionen geschuldet, die wir den Mitarbeitern anbieten. Hierzu gehören beispielsweise „Jobrad“, regelmäßige Mitarbeiteraktionen und -Feste wie beispielsweise „Eis für alle“, „Oktoberfest“, Hähnchen zum „Tag der Pflege“ und vieles mehr.

„Und vor allem beziehen wir Pflegekräfte aktiv mit ein: Wir haben schon zu Jahresbeginn mit den Leitungen der Stationen einen Pflege-Workshop initiiert“, sagt der Geschäftsführer. Die Hauptfragen dabei seien gewesen: „Was können wir tun, damit sich die Mitarbeiter wohlfühlen?“ und „Wie können wir neue Pflegekräfte akquirieren?“ In 2019 sei zusätzliches Pflegepersonal eingestellt worden – dies auch vor dem Hintergrund der kommenden Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung, die ein bestimmtes Verhältnis von Pflegenden zu Patienten vorschreibt. „Davon sind wir in Hünfeld und Grebenhain noch nicht betroffen, aber wenn es soweit ist, dann sind wir vorbereitet“, sagt der Geschäftsführer. Er ist auch stolz darauf, dass mehr als 90 Prozent der Beschäftigten in der Pflege aus examiniertem Personal besteht. „Wir sind gut aufgestellt für die Zukunft“, ist Mock überzeugt.

Die „Helios Klinik Oberwald Grebenhain“ ist eine Fachklinik für Gefäßchirurgie. Im dortigen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sind sieben Arztsitze vorhanden, was die ambulante Versorgung der Region gewährleistet. Die „Helios St. Elisabeth Klinik“ in Hünfeld ist ein Krankenhaus der Grundversorgung, mit den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Anästhesie/Intensivmedizin und einer Belegabteilung Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Entgegen mancher Behauptung, dass Krankenhäuser Patienten unnötig lange stationär behielten, um mehr Geld zu verdienen, sagt Sebastian Mock: „Wir schauen in unseren Kliniken, was der Patient braucht. Daraufhin entscheiden wir, ob er stationär oder ambulant behandelt wird. Wenn wir einen Patienten unnötig stationär behalten würden und der ,Medizinische Dienst der Krankenkassen‘ würde zu dem Schluss kommen, dass die Behandlung ambulant ausgereicht hätte, zahlen uns die Krankenkassen auch nur eine ambulante Behandlung“, so Mock. Eine Klinik habe folglich keinen Nutzen davon, Patienten länger stationär zu behandeln.

Synergieeffekte nutzen Seit seinem Antritt in Hünfeld hat Mock einiges verändert. In der „Helios St. Elisabeth Klinik“ wurde die „Digitale Patientenakte“ eingeführt. „Die wurde in einer ,Helios‘-Klinik in Erfurt getestet“, so Mock. Innerhalb der „Helios-Gruppe“ profitiere man von Synergieeffekten. „Was an einem Standort gut funktioniert, lässt sich auch schnell auf andere Häuser umswitchen“, erklärt der Geschäftsführer

 Auch in anderen Bereichen wurde und wird umstrukturiert. „Wir haben jetzt ein Patienten-Service-Center, in dem Anrufe und Anfragen aller Art gebündelt eingehen. Ein siebenköpfiges Team kümmert sich für alle Fachabteilungen um die Anliegen von Patienten, Angehörigen und niedergelassenen Ärzten“, sagt Mock. Hierdurch sei unter anderem die Erreichbarkeit entscheidend optimiert und ein zentraler Anlaufpunkt geschaffen worden. Der nächste Schritt wird eine räumliche Trennung der Notaufnahme in Hünfeld von den sonstigen Sprechstundenbereichen sein

 „Neben der hochfrequentierten Notaufnahme gibt es dann einen eigenen Bereich für Patienten, die einen Termin für eine vorstationäre Sprechstunde haben“, sagt Mock. Mit den bisherigen Maßnahmen, die seit seinem Amtsantritt passiert oder noch in Planung sind, will der Geschäftsführer zukunftsfähig bleiben und den Servicegedanken der beiden Kliniken verstärken.

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