Junge Familien in der Region halten

Fulda. Der Landkreis Fulda ist mit seinen Stdten und Gemeinden nach Aussage des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Heiko Wingenfeld auf gutem Weg, ei

Fulda. Der Landkreis Fulda ist mit seinen Stdten und Gemeinden nach Aussage des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Heiko Wingenfeld auf gutem Weg, ein bedarfsgerechtes Angebot an Betreuungspltzen fr Kinder im Alter bis zu sechs Jahren zur Verfgung zu stellen. Dies werde sowohl durch den Ausbau der Kindertagespflege fr Ein- bis Zweijhrige als auch durch die ffnung der Kindergrten fr unter Drei-jhrige erreicht. Whrend es auch fr Zehn- bis Zwlfjhrige ein zunehmendes Betreuungsangebot in ganztgig arbeitenden Schulen gebe, mssten im Grundschulbereich allerdings noch strkere Anstrengungen unternommen werden, um das Angebot zu erweitern.

Betreuungssituation im Landkreis Fulda

Wie der Jugenddezernent des Landkreises erluterte, bestehe die gesetzliche Verpflichtung, bis zum 1. Oktober 2010 die Zahl der Betreuungspltze auszubauen, um ein bedarfsgerechtes Angebot an Pltzen in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege fr Kinder im Alter von unter drei Jahren und im schulpflichtigen Alter vorzuhalten. Mit dem Ausfhrungsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz habe allerdings das Land Hessen mit Wirkung zum 1.Januar 2007 den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auf die Kommunen bertragen. Der Landkreis Fulda msse als Jugendhilfetrger eine jhrliche Meldung ber die aktuelle Ausbaustufe des Betreuungsangebots im Kreisgebiet abgeben.

Von Einzelfllen abgesehen, kann im Landkreis Fulda mit Hilfe eines gut ausgebauten Systems an Tagespflegepersonen, das durch Kindergrten mit Pltzen fr Kinder ab zwei Jahren oder sogar darunter ergnzt wird, der Bedarf an Betreuungsangeboten bedient werden", kommentiert der Erste Kreisbeigeordnete die aktuellen Zahlen. Die Ausnahmen betrfen insbesondere ungnstige Tageszeiten. Wer schon in den frhen Morgenstunden an die Arbeit muss, hat es derzeit noch schwer, eine Tagespflegeperson in der nheren Umgebung zu finden", erlutert Wingenfeld beispielhaft.

Laut Angaben des Jugenddezernenten haben von 89 Kindertagessttten im Landkreis Fulda 33 Einrichtungen ein Betreuungsangebot fr Kinder unter drei Jahren beziehungsweise fr Schulkinder. Insgesamt gebe es 261 Pltze, von denen 244 besetzt seien. 76 Kindertagespflegepersonen betreuten zur Zeit 160 Kinder. Weitere 25 Bewerber wrden derzeit als Tagespflegepersonen qualifiziert. Wir haben fr 2007 die Mittel zur Frderung von Kindern in Tagespflege auf 300.000 Euro aufgestockt", berichtet Wingenfeld

Wachsende Bedeutung der Tagespflege

Insbesondere die Kindertagespflege gewinne bei dem Ziel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu frdern, zunehmend an Bedeutung. Die Tagespflege eigne sich wegen ihres familiren Charakters vor allem fr Kleinkinder. Der Landkreis Fulda trage der Aufwertung des Berufsbilds durch ein umfangreiches Qualifizierungs- und Fortbildungsangebot Rechnung. Die Grundqualifikation bestehe aus 58 Unterrichtseinheiten und einem Erste-Hilfe-Kurs, die Aufbauqualifikation aus jhrlich mindestens 20 Unterrichtseinheiten. Fr die Beratung und Fortbildung steht in 2007 mit 15.000 Euro ein deutlich hherer Betrag als 2006 zur Verfgung", erlutert Wingenfeld die Anstrengungen des Landkreises.

Die noch vom Kreisausschuss zu beschlieende zweite Ausbaustufe von 30 Pltzen fr Kinder unter einem Jahr, 60 Pltze fr Kinder im Alter von einem bis zwei Jahren sowie 120 Pltzen fr Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren knne erreicht werden, betont Dr. Wingenfeld. Schwieriger gestalte sich die Situation bei den Sechs- bis Zwlfjhrigen. Hier seien 500 Pltze vorgesehen, die durch Ganztagsbetreuungsangebote an Schulen auch erreicht wrden, von denen jedoch vornehmlich die Zehn- bis Zwlfjhrigen profitierten.

Aufgrund der aktuellen Zahlen lautet das Fazit des Ersten Kreisbeigeordneten: Im Landkreis Fulda kommen wir beim Ausbau des Betreuungsangebots gut voran. Bei der Tagespflege liegen wir hessenweit sogar an der Spitze." Fr den Landkreis Fulda komme es zusammen mit den Stdten und Gemeinden darauf an, sich weiterhin um einen bedarfsgerechten Ausbau entsprechender Angebote bemhen, um junge Familien in der Region zu halten und ihnen die Entscheidung fr Kinder zu erleichtern.

Schwierigkeit der Bedarfsermittlung

Einschrnkend weist Dr. Wingenfeld darauf hin, dass der Kreisverwaltung nur der konkret gemeldete Bedarf bekannt sei. Sowohl auf Bundesebene als auch vor Ort ist es letztlich kaum mglich, den tatschlich bestehenden Bedarf exakt zu beziffern." Deshalb sei die in Berlin diskutierte Forderung, 500.000 zustzliche Betreuungspltze zu schaffen, fragwrdig. Es kann nicht sein, dass die Bundespolitik ohne detaillierte Erhebungen in planwirtschaftlicher Manier willkrlich gegriffene Zielgren wie beispielsweise die Zahl von 750.000 Betreuungspltzen vorgibt", so Wingenfeld. Der Bedarf an Betreuungsangeboten sei auf regionaler und rtlicher Ebene sehr unterschiedlich. Wir knnen froh sein, dass es bei uns noch vergleichsweise gut funktionierende Familienstrukturen gibt, in denen sich viele junge Eltern dafr entscheiden, selbst fr die Kinderbetreuung zu sorgen."

Eltern, die zugunsten der Kinderbetreuung ganz oder zeitweise auf berufliche Karriere und zustzliches Einkommen verzichten, erbringen eine wichtige Leistung fr die Allgemeinheit", unterstreicht Dr. Wingenfeld. Dieser Aspekt komme in der aktuellen Diskussion zu kurz. Gleichwohl gebe es gute und nachvollziehbare Grnde, warum jemand arbeiten gehen wolle oder msse. Die Politik muss unterschiedlichen Lebensentwrfen Rechnung tragen. Sie hat die Aufgabe, die Voraussetzungen fr eine tatschliche Wahlfreiheit weiter zu verbessern."

Kosten fr mehr Betreuungspltze nicht auf Familien abwlzen!

Hinsichtlich der von der Bundesregierung geplanten Ausweitung von Betreuungskapazitten fordert Dr. Wingenfeld ein klares Finanzierungskonzept. Die Landkreise, Stdte und Gemeinden htten nur einen sehr begrenzten Handlungsspielraum. Entweder mssten Bund und Land den Kommunen deutlich mehr Mittel fr die Schaffung von Kinderbetreuungspltzen zur Verfgung stellen oder die Familien mssten finanziell strker untersttzt werden, um damit selbst Betreuungskosten bezahlen zu knnen. Es kann aber nicht sein, dass die bisherigen Familienleistungen reduziert werden, um neue Betreuungspltze zu schaffen." Nicht die Familien, sondern die Gesellschaft als Ganzes msse zur Finanzierung der Kinderbetreuung herangezogen werden, fordert Dr. Wingenfeld. (pm)

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