Junger Mittelstand: Frühzeitig gegen Fachkräftemangel vorgehen

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Fulda. Der Arbeitskreis Junger Mittelstand des MIT-Kreisverbandes Fulda traf den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Fulda, Stefan

Fulda.Der Arbeitskreis Junger Mittelstand des MIT-Kreisverbandes Fulda traf den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Fulda, Stefan Schunck, zu einem Hintergrundgespräch zum Thema "Aus dem Mangel in die Krise – Kommt nach der Wirtschaftskrise der Fachkräftemangel".

"Die Frage, ob der heimischen Wirtschaft ein Fachkräftemangel droht, ist eine rein rhetorische Frage. Er ist bereits Realität," begrüßte der stellvertretende Vorsitzende der Jungen MIT, Matthias Kübel. "Viel bedeutsamer ist die Frage, wie die heimische Wirtschaft dieser Herausforderung begegnet und welche Rahmenbedingungen die Politik setzen kann", umriss der Rechtsanwalt das Thema.Stefan Schunck führte aus, dass die Industrie- und Handelskammer dies mit Zahlen unterlegen könne. Hessenweit würden schon in vier Jahren 147.000 hochqualifizierte Arbeitnehmer fehlen. "Es wird daher zwischen den Unternehmen zu einem Kampf um die Talente kommen", prognostizierte der Hauptgeschäftsführer der IHK und ergänzte, dass die fehlenden Mitarbeiter die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen empfindlich beeinträchtigen würden.

Die IHK sei davon überzeugt, dass Unternehmen neben der Bindung von Arbeitnehmern an den Betrieb, beispielsweise durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch die langfristige Personalplanung und –entwicklung stärker gewichten müssten. "Die bessere Einbindung älterer Arbeitnehmer ist ebenfalls ein Mittel, um Potentiale noch besser auszuschöpfen", fasste Stefan Schunck zusammen.

In der sich anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass in Fulda bereits wichtige Schritte angestoßen wurden. Dies lasse sich unter anderem an dem verstärkten Interesse an Betriebskindergärten ablesen. Der Hauptgeschäftsführer verwies darauf, dass auch die Hochschule immer besser für die Bedürfnisse der heimischen Wirtschaft ausbilde. "Unternehmen haben zusammen mit der IHK und der Hochschule duale Studiengänge für Logistik und im Fachbereich Elektrotechnik entwickelt," berichtet Schunck. Diese Ausbildungsgänge würden akute Mangelberufe abdecken. "Bereits heute fehlen der heimischen Wirtschaft zahlreiche Elektrotechniker", so der IHK Hauptgeschäftsführer. Darüber hinaus biete auch die private Berufsakademie gute Voraussetzungen, qualifizierte Mitarbeiter in der Region zu halten.

"Gerade die kleineren Betriebe müssen sich beim Kampf um die Talente besonders anstrengen, da größere Unternehmen mehr Kapital zur Verfügung haben und bessere Aufstiegschancen bieten können. Hier kann vor allem ein gutes Betriebsklima den Kleineren helfen, diesen Kampf zu bestehen", bilanzierte der stellvertretende Vorsitzende, Matthias Kübel. Es komme jetzt darauf an, das Thema weiter in den Köpfen des Mittelstandes zu verankern, so dass rechtzeitig wichtige Fachkräfte gebunden werden können. "Die zahlreichen Teilnehmer am Hintergrundgespräch zeigen, dass der Fachkräftemangel inzwischen eindeutig spürbar ist und von vielen Mittelständlern bereits aktiv angegangen wird", stellte Kübel abschließend fest.

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