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Kanzler-Karrikatur

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Der eine rttelte dereinst krftig am Gitterzaun des Kanzleramtes in Berlin, wollte unbedingt dort hinein, was ihm schlielich auch ge

Der eine rttelte dereinst krftig am Gitterzaun des Kanzleramtes in Berlin, wollte unbedingt dort hinein, was ihm schlielich auch gelang - Gerhard Schrder. Ein anderer Machtpolitiker par excellence gab diese Woche mit hnlicher Intention ganz gro Gas - Guido Westerwelle. Der will schon seit Jahren auf den Stuhl des Kanzlers respektive der Kanzlerin - und jetzt wurde aus dem Traum endlich Wirklichkeit: Guido gab die Angie. Weil Merkel im sdtiroler Sulden urlaubend in der Sonne spaziert, durfte Westerwelle, nach eigener Aussage geografisch an der selben Stelle" sitzend wie die Bundeskanzlerin, als Interims-Regierungschef erstmals eine Kabinettssitzung leiten.

Und machte - drcken wir es einigermaen diplomatisch aus - nur eine gute Figur als Karrikatur. Viel, und noch dazu inhaltsschweren Stoff htte es eigentlich in der dann doch nur eine Viertelstunde dauernden Sitzung zum Abarbeiten gegeben - immerhin standen innen- und auenpolitische Themen wie die Bildungs- und Sozialpolitik, die Reform der Hartz-IV-Stze, die Zukunft der Kernenergie, der Zustand der Europischen Union, die bilateralen Beziehungen zu den 37 Staaten Lateinamerikas und der Karibik sowie die gezielte Ttung von Terroristen in Afghanistan auf der Agenda. Doch das wollte der Mini-, Mchtegern- und Vize-Kanzler lieber der richtigen Kanzlerin und einem kompletten Kabinett fr die Sitzungen nach der Sommerpause berlassen. Stattdessen nutzte Westerwelle die Gelegenheit und seinen Auftritt in der anschlieenden (eineinviertelstndigen!) Pressekonferenz berwiegend zu einer Selbstdarstellung inmitten des politischen Sommerlochs. Die schlechten Demoskopie-Werte der eigenen Partei redete er grozgig klein, trotz der ziemlich miesen Zwischenbilanz der schwarz-gelben Regierungskoalition in der Auenwahrnehmung des berwiegenden Teils des Wahlvolkes sprach der FDP-Chef von bloen Anlaufschwierigkeiten" und blickte trotzig mit Optimismus in die Zukunft. Mit dem knnte es sptestens im kommenden Jahr vorbei sein, wenn nmlich bei zwei Landtagswahlen auch die Personalie Guido W. auf dem Prfstand steht. Dann muss Westerwelle mehr bringen als mal eben locker und leger die Merkel mimen. Denn Baustellen gibt es in diesem unserem Land mehr als genug. Mit viel Verpackung und wenig Inhalt ist es da nicht getan!

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