Kanzleramtschef und CDU-Spitzenkandidat im Interview

Kanzleramtschef Helge Braun (rechts) und der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand beim Wahlkampfauftakt der CDU Hessen. 
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Kanzleramtschef Helge Braun (rechts) und der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand beim Wahlkampfauftakt der CDU Hessen. 

Kanzleramtschef Helge Braun im Interview mit FULDA AKTUELL.

Fulda/Lauterbach/Berlin. Dr. Helge Braun ist nicht nur Kanzleramtsminister und als Mediziner seit Beginn der Corona-Pandemie besonders gefragt. Der 48-Jährige aus Gießen vertritt als Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 173 auch Teile des Vogelsbergkreises. Vor Kurzem wurde Braun zum Spitzenkandidaten der hessischen CDU für die Bundestagswahl im September nominiert. „Fulda aktuell“ stand er für Fragen zur Verfügung.

FULDA AKTUELL: 98 von 99 Stimmen sind ein sehr starkes Ergebnis. Wie bewerten Sie diesen überwältigenden Vertrauensbeweis?

DR. HELGE BRAUN: Das Ergebnis hat mich natürlich sehr gefreut. Die Stimmung auf dem Parteitag war ausgezeichnet. Die CDU in Hessen und auch ich persönlich haben Lust auf den Wahlkampf und darauf, den Wandel in den nächsten Jahren weiter zu gestalten und die Verantwortung für unser Land wahrzunehmen.

FA: Sie sprachen beim Parteitag von einem „Modernisierungsjahrzehnt“, vor dem Deutschland nach Corona stehe. Mit welchen Inhalten wollen Sie diese Aufgabe ausfüllen?

BRAUN: Die Innovationskraft, die wir in der Pandemie vielerorts hatten – man denke nur an unsere Corona-Warn-App und die Entwicklung der Impfstoffe – brauchen wir auch weiterhin. Digitalisierung, Biotechnologie, klimaschonende Energieversorgung und Mobilität werden Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahren verändern. Unsere Startposition ist nicht schlecht, aber wir dürfen nicht nachlassen, um uns im Wettstreit mit anderen zu behaupten. Gleichzeitig hat die Pandemie auch Schwachstellen offengelegt. Diese Schwächen, gerade bei der Digitalisierung der Verwaltung, dürfen wir uns nicht länger leisten.

FA: Wann, glauben Sie, wird Deutschland die Folgen der Corona-Krise hinter sich gelassen haben? Dies bezogen auf das wirtschaftliche und auf das gesellschaftliche Gebiet.

BRAUN: Viele Menschen haben Freunde und Angehörige verloren. Das ist eine Lücke, die bleibt. Ansonsten wollen wir im Jahr 2022 wirtschaftlich wieder Vorkrisenniveau erreichen. Die Überbrückungshilfen und das Kurzarbeitergeld sollen ja genau helfen, dass die Wirtschaft schnell wieder in Schwung kommt. Gesellschaftlich wird es eine prägende Erfahrung bleiben.

Besonders kümmern müssen wir uns um die Kinder, deren Bildungserfolg in der Pandemie stark beeinträchtigt wurde, weil der Schulausfall familiär nicht ausgeglichen werden konnte.

FA: CDU-Landeschef Volker Bouffier formuliert ein Ergebnis von „30 plus“. Mit welchen Erwartungen beziehungsweise Zielsetzungen gehen Sie in den Bundestagswahlkampf?

BRAUN: Bei der Bundestagswahl geht es um die Frage, wie wir unser Land in den nächsten Jahren gestalten wollen und wer das am besten kann. Ich möchte deutlich machen, dass wir als CDU dieses Vertrauen verdienen. Wir haben die Kompetenz, unser Land wirtschaftlich und sozial zügig aus der Pandemie herauszuführen und durch eine innovationsfreundliche Politik unseren Wohlstand auch in Zukunft zu sichern. Auch außen- und sicherheitspolitisch liegen große Herausforderungen vor uns, da ist die klare proeuropäische Haltung, die Bündnistreue und die Betonung des regelbasierten Multilaterialismus der CDU meiner festen Überzeugung nach der beste Kompass.

FA: Wie verbinden Sie die Arbeit in Berlin mit dem Engagement vor Ort in Ihrem Wahlkreis?

BRAUN: In der Pandemie hat das ganz besonders gut geklappt, weil auch viele Veranstaltungen unter der Woche digital durchgeführt wurden und ich so von Berlin aus teilnehmen konnte. Am Wochenende bin ich sowieso immer zu Hause in Gießen und freue mich, wenn dort jetzt auch wieder Wahlkreistermine in Präsenz möglich sind. Die Lebensqualität bei uns in Mittelhessen empfinde ich ohnehin einfach höher als in der Großstadt. Das war aber auch schon vor der Pandemie so. Deshalb fahre ich freitags immer gerne nach Hause.

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