Uni Kassel bleibt dabei: Dippel muss Doktortitel aberkannt werden

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Hessischer Sozialstaatssekretär wehrt sich juristisch dagegen und hat Widerspruch vor dem Verwaltungsgericht eingelegt. Bis dahin behält er Titel.

Kassel/Fulda. Die Uni Kassel bleibt bei ihrer Auffassung und will dem Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, Dr. Wolfgang Dippel, nach wie vor dessen Doktortitel aberkennen - wegen Unzulänglichkeiten in dessen Dissertation, vor allem beim Quellen-Zitieren.

Dippel hatte gegen die Entscheidung der Kasseler Universität, ihm den Doktorgrad entziehen zu wollen, im vergangenen Jahr Widerspruch eingelegt. Daraufhin hatte der zuständige Promotionsausschuss geprüft, ob dieser Widerspruch schwerwiegende neue Tatsachen oder Argumentationen enthält, die möglicherweise eine grundsätzlich neue Sicht auf das Verfahren ergeben würden.

"Dies ist nach Auffassung des Promotionsausschusses nicht der Fall", sagt Sebastian Mense von der Abteilung  für Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Uni Kassel. "Über den Widerspruch hat der Präsident als Widerspruchsbehörde gemäß § 38 Abs. 2 des Hessischen Hochschulgesetztes (HHG) entschieden. Er hat den Widerspruch zurückgewiesen. Der Bescheid wurde Herrn Dippel am 27.1.2016 per Zustellungsurkunde übersandt und ist seiner Kanzlei am 29.1.2016 zugegangen. Weitere Angaben können wir nicht machen, auch weil Herr Dippel in der Presse angekündigt hat, Klage vor dem Verwaltungsgericht Kassel zu erheben. Diese hätte – wie der Widerspruch – aufschiebende Wirkung, das heißt, Herr Dippel dürfte bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung seinen Doktortitel führen."

Dippel sagte zu Fulda aktuell, er werde mit seine Rechtsanwältin diese negative Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht juristisch anfechten. "Wir bleiben bei unserer Auffassung, sind im Sachverhalt klar anderer Meinung als die Uni Kassel und werden das auch entsprechend begründen." Wie lange das Verfahren bis zu einer abschließenden Entscheidung des Verwaltungsgerichts dauern könnte, vermochte Dippel nicht zu sagen. Es müssten neue Fakten ausgewertet werden, außerdem würde man nochmals Kontakt zu Professor Henning aufnehmen, der seinerzeit als Erstprüfer von Dippels Doktorarbeit fungierte und der "klar auf meiner Seite" (Dippel) stehe.

"Ich wundere mich schon sehr. Aus meiner Sicht werden 20 Jahre später Bewertungskriterien angelegt, die 22 Jahre zurückliegen und damals keine Relevanz hatten. Ich habe mir persönlich nichts vorzuwerfen. Gewiss habe ich einige Fehler gemacht, die aber in die Bewertung der Doktorarbeit mit eingeflossen sind, so Dr. Dippel.

Denn diesen, seinen Titel, darf er bis zu einer abschließenden Entscheidung des Verwaltungsgerichts auch weiterhin führen.

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