Katzenjammer: Tierschutzverein Hünfeld fordert Kastrationspflicht

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Der Tierschutzverein Hünfeld Stadt und Land kümmert sich um Tiere in Not und plädiert für eine Kastrationspflicht.

Hünfeld. Die meisten von uns finden sie zuckersüß:  Katzenbabys. Klein und niedlich, einfach entzückend. Doch nicht mehr ganz so entzückend ist es, wenn – besonders wilde – Katzen sich unkontrolliert vermehren. Wenn sich dadurch gefährliche Krankheiten weitervererben und -verbreiten. Wenn Menschen Katzenbabys finden, sie anfassen und mitnehmen und dann nicht wissen, wohin damit.

"Schon sehr häufig wurden bei unseren Pflegestellen sowie bei mir selbst einfach zugeklebte Kartons mit Katzenbabys, mal mit Mutter, mal ohne, vor die Tür gestellt", sagt Renate Beutler, Vorsitzende des "Tierschutzvereins Hünfeld Stadt und Land". "Wir nehmen die Tiere dann natürlich auf und versorgen sie. Die ehrenamtlich tätigen Pflegestellen opfern dann häufig ihre Freizeit und auch die Familien müssen zurückstecken, damit sie die Katzenbabys versorgen können."

Wenn die Katzenwelpen keine Mutter mehr haben, müssen sie alle zwei Stunden mit dem Fläschchen gefüttert werden. "Außerdem muss der Bauch regelmäßig gestreichelt werden, die Kätzchen müssen sauber gemacht und gepflegt werden", erklärt Ingrid Schaum. Sie selbst nimmt seit fünf Jahren immer wieder Katzen bei sich Zuhause auf, päppelt sie auf, erzieht und liebt sie, um sie im Anschluss an liebevolle neue Besitzer zu vermitteln. "Zurzeit habe ich eine eine Katze mit fünf Welpen in meiner Obhut. Die Mutter war zuvor halb verhungert durch Burghaun gelaufen. Vor drei Wochen hat sie bei uns Zuhause ihre Babys bekommen. Wenn die Kleinen mindestens zehn Wochen alt sind, werden sie vermittelt", so Schaum.

Bei jeder Katze, die vermittelt wird, erhebt der Verein eine Kaution von 50 Euro. "Diese wird zurückerstattet, wenn der neue Besitzer vorweisen kann, dass die Katze kastriert wurde. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, dass sich weniger Katzen ungewollt vermehren können", so Beutler. "Unser Verein hat sich zudem zur Aufgabe gemacht, die Kastrationspflicht in naher Zukunft herbeizuführen." Bis dahin machen sich Vereinsmitglieder immer wieder auf, um streunende Katzen kastrieren zu lassen. Allein im Jahr 2014 sind so 102 Kastrationen vom Verein, der sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge  finanziert, bezahlt. Insgesamt 11.000 Euro an Tierarztkosten wurden in diesem Jahr beglichen.

Der "Tierschutzverein Hünfeld Stadt und Land" wurde 1957 gegründet. "Eines der Gründungsmitglieder ist Konrad Zuse, da sind wir sehr stolz drauf", so Beutler. Insgesamt hat der Verein 127 Mitglieder. In den fünf Pflegestellen werden zurzeit 16  Tiere betreut, weitere Pflegestellen sollen eingerichtet werden."Wir erhalten häufig Anrufe – teilweise sogar nachts. Mal geht es um vermisste Tiere, mal um eine Beratung zur Tierhaltung, mal sind es auch Menschen in psychischer Not. Es ist nicht immer leicht, sich für den Tierschutz einzusetzen, aber es lohnt sich auf jeden Fall", erklärt Beutler abschließend.

Weitere Informationen gibt es unter www.tierschutzverein-huenfeld.de .

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