Kehrt das Birkhuhn zurück?

Neue Balz- und Brutgebiete am Schwarzen Moor? Fladungen/Seiferts. Rechts der Strae von Seiferts zum Schwarzen Moor ist seit einiger Zeit der F

Neue Balz- und Brutgebiete am Schwarzen Moor?

Fladungen/Seiferts. Rechts der Strae von Seiferts zum Schwarzen Moor ist seit einiger Zeit der Fichtengrtel verschwunden, der dort in den 1960er Jahren gepflanzt worden war. Durch die freie Flche knnte sich nun auch wieder das Birkhuhn dort ansiedeln.

Die Aufforstungen waren damals eine Ausgleichsmanahme fr das Baugeschehen am Schwarzen Moor", sagt der Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphrenreservates Rhn, Regierungsdirektor Michael Geier. Das gesamte Areal wird in Zukunft der natrlichen Sukzession berlassen neue Eingriffe durch Menschenhand wird es also nicht geben.

Der Fichtenstreifen entlang der Seifertser Strae hat in der Vergangenheit vor allem das Birkhuhn daran gehindert, diese Flchen als Balz- und Brutgebiet zu nutzen. Jetzt werden wir sehen, ob sich das Birkhuhn an dieser Stelle im Winter wieder einstellt", meint Michael Geier. Immerhin fhrt durch das Areal kein Wanderweg, so dass es vllig beruhigt ist. Diese Ruhe und die offene Flche bentigt das Birkhuhn als Lebensraum. Nach unserer Einschtzung ist die Chance ganz gut, dass sich dieses empfindliche Tier jetzt wieder am Schwarzen Moor ansiedeln kann", sagt der Regierungsdirektor.

Das Birkhuhn steht stellvertretend fr die Lebensgemeinschaft der Hochrhn, die sich im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelt hat. In der Hohen Rhn, in der das Tier noch bis in die 1960er Jahre weit verbreitet vorkam, ist das Birkhuhn eine Hauptleitart. Der Schutz der gesamten Lebensgemeinschaft in dieser alten Kulturlandschaft deckt sich mit den Schutzmanahmen fr das Birkhuhn.

Erst seit 1965 gibt es regelmige Bestandserhebungen in der Rhn. Seit den letzten 20 Jahren bewegt sich die Bestandszahl auf geringer Flche schwankend auf niedrigem Niveau. In der hessischen Rhn ist das Birkhuhn derzeit als Brutvogel ausgestorben. Nur im Raum Tann und an verschiedenen Stellen in der thringischen Rhn wurden in den letzten Jahren neben dem Hauptvorkommen auf der bayerischen Langen Rhn noch vereinzelt Tiere nachgewiesen.

Nur wenn sich der Restbestand auf der Langen Rhn bald erholt und soviel Nachwuchs erzeugt, dass Vgel auch die Nachbargebiete besiedeln, die allerdings auch in einem fr die Art geeigneten Zustand gehalten werden mssen, besteht eine Chance fr den dauerhaften Erhalt auf groer Flche in der Rhn.

Relikt aus der letzten Eiszeit

Fest steht, dass das Birkhuhn als Relikt aus dem Ende der letzten Eiszeit, als in der Rhn groflchig Tundraklima mit kontinentaler Tnung vorherrschte, gute Chancen htte zu berleben. Neben Vorkommen in den Heide- und Moorgebieten Nord- und Nordostdeutschlands, im Alpenvorland und in den Alpen sowie in wenigen anderen Mittelgebirgen ist die Rhn eines der letzten Vorkommen in Mitteleuropa.

Das Birkhuhn bewohnt urwchsige Landschaftsbereiche wie die Moore und Karpatenbirkenwlder genauso wie die von Landwirten genutzten Bereiche der Kulturlandschaft mit ihren nahrungsreichen Borstgrasrasen, Goldhaferwiesen und Feuchtwiesen. Die auch heute noch mittelalterlich geprgte Kulturlandschaft der Hochrhn ist ein einzigartiger, kulturhistorisch wertvoller Lebensraum.

Das gilt auch fr die hier beheimateten Arten. Solange es dem Birkhuhn gut geht, kann man davon ausgehen, dass auch die Kulturlandschaft qualitativ hochwertig erhalten ist. Verschwindet das Birkhuhn, zeigt es damit eine Verschlechterung des Lebensraums auch fr eine ganze Reihe weiterer Tierarten an, die sich dann ebenfalls langsam verabschieden werden.

Vielfltige Bemhungen

Die vielfltigen Bemhungen zur Erhaltung des Birkhuhns sind kein entbehrlicher Luxus. Deutschland ist Unterzeichner der weltweiten Biodiversittskonvention und verpflichtet sich zum Artenschutz. Das Birkhuhn ist auerdem Zieltierart des Biosphrenreservates Rhn, fr dessen dauerhafte Erhaltung die Region Rhn eine besondere Verantwortung hat.

Fr die Erhaltung des Sibirischen Tigers oder des Pandabren sind andere Regionen der Welt zustndig. Und wer wollte deren Verantwortung in Frage stellen...?, heit es im Mediendienst fr das Biosphrenreservat Rhn.

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