Keine gute Überraschung: Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum

Ganz oben auf der Weihnachtswunschliste stehen auch in diesem Jahr Tiere. Wieso Tiere keine  guten Weihnachtsgeschenke sind erklären die Tierschützerinnen Anita Burck und Renate Beutler.

Fulda -  „Nichts eignet sich so schlecht für eine Überraschung wie ein Tier“, sagt Anita Burck vom „Tierschutzverein Fulda“. Wie in jedem Jahr stehen ganz oben auf der Wunschliste von vielen Kindern. „Wir lehnen es generell ab, Tier als Weihnachtsgeschenke zu vermitteln“, so Burck. Schlimm genug sei es, dass Tiere immer noch vor dem Gesetz als Sachen gelten, daher sollte man sie nicht noch wie ein Paar Socken verschenken. Dem pflichtet Renate Beutler vom „Tierschutzverein Hünfeld“ bei: „Für unzählige dieser Tiere, die von Eltern mit guter Absicht angeschafft wurden, beginnt während und nach dem Fest der Liebe ein Martyrium.“

Die Vereine haben schon einige Anfragen erhalten. „Die Interessenten zeigten sich einsichtig und planen nun nach Weihnachten, aber noch innerhalb der Winterferien zunächst mal die Aufnahme eines Pflegetieres, um dann zu entscheiden, ob das Tier auch wirklich in das Familienleben passt“, berichtet Burck. Ein Tier artgerecht zu halten ist eine große Verantwortung, die mit viel Arbeit und auch Kosten verbunden ist. Ein Kind allein könne laut Burck dieser Aufgabe niemals gerecht werden.

Der „Tierschutzverein Hünfeld“ empfiehlt Eltern, dass sie gemeinsam mit ihren Kindern den Umgang mit Tieren üben, beispielsweise bei einer Tierschutzorganisation. „Eine Tierpatenschaft ist auch ein sehr schönes Geschenk“, schlägt Burck vor. Aber auch das richtige Informieren, bevor man ein Tier adoptiert, sollte erfolgt sein. Dafür empfiehlt Burck auch, einen Ratgeber über die Bedürfnisse des Tieres zu lesen. „Für uns Menschen ist die Anschaffung eines Tieres nur eine Entscheidung, für das Tier bedeutet es meist das ganze Leben“, gibt Burck zu bedenken. Der „Tierschutzverein Fulda“ sowie der „Tierschutzverein Hünfeld“ stehen Interessierten zur Seite. „Unsere Lieblinge warten auf ein schönes neues Zuhause“, sagt Beutler.

Zwischenruf von Antonia Schmidt: Große Verantwortung

Seitdem ich Denken kann, bin ich verrückt nach Hunden. Kaum konnte ich laufen, führte ich Hunde im „Tierheim Fulda-Hünfeld“ aus. Bereits im Tragerucksack hatte mich mein Vater bei den Gassigängen durch den Wald geschleppt. Tierliebe liegt mir also quasi im Blut. Unsere Familie selbst konnte keinen Hund halten, die Zeit war einfach nicht da. So entschieden sich meine Eltern jeden Samstag mit mir und meinen zwei Schwestern ins Tierheim zu fahren, um dort einen oder mehrere Hunde auszuführen – eine gute Alternative, wie ich finde. Auch wenn der ein oder andere Abschied von liebgewonnen Hunden sehr schwerfiel. Nach 15 Jahren des Bettelns und Flehens war es dann auch endlich für mich soweit – wir bekamen einen Hund. Plötzlich war alles anders, denn nun richtete sich das Familienleben nach den Bedürfnissen unserer Hündin Basha. Nach der Schule hieß es also nicht mehr ab auf die Couch, sondern raus in die Natur – und das bei jedem Wetter. Plötzlich hatte ich Verantwortung für ein anderes Lebewesen. Ich richtete meinen ganzen Alltag nach Basha aus. Gassigehen, Sozialisierung mit anderen Hunden und natürlich die Hundeschule füllten unsere Tage. Heute, zehn Jahre, später ist immer noch alles nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet. So manche Party oder privates Treffen habe ich schon für meine Fellnase abgesagt, manch neues Kleidungsstück wurde nicht eingekauft, damit das Hündchen gut versorgt ist. Auch jeder Urlaub wird so geplant, dass der Vierbeiner dabei sein kann. Das Leben mit Hund bringt viele Einschränkungen mit sich, bedeutet Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen und nicht immer nur an sich zu denken. Doch das Leben mit Hund bringt auch so viele schöne Erlebnisse mit sich. Ich möchte meine Basha nicht mehr missen und hoffe auf viele weitere schöne Jahre mit meinem jetzt schon alten Mädchen.

Ein Tier ist kein Geschenk, das man wieder umtauschen kann, überlegen Sie es sich gut, ob Sie diese Verantwortung tragen möchten.

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