Keine Minengefahr auf "Point Alpha"

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Geisa/Rasdorf. An der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei der Gedenkstätte "Point Alpha" besteht keine Minengefahr mehr - auch kein Restrisiko.

Geisa/Rasdorf. Nach wie vor gibt es Diskussionen über ein mögliches Restrisiko für Minen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. "Point Alpha" nimmt in einer Pressemitteilung dazu Stellung. Die eindeutige Aussage: "Es besteht keine Minengefahr auf Point Alpha!"

Mehr als 40 Jahre waren Deutschland und Europa geteilt in zwei politische Machtblöcke. An der ehemaligen innerdeutschen Grenze sollen in den sechziger Jahren von der DDR auf ca. 440 km Länge insgesamt rund 1,3 Mio. Minen verlegt worden sein. Rund 33.000 Personenminen sollen laut eines Presseberichts 2012 über ein im Landtags-Umweltausschuss vorgestelltes Gutachten bislang nicht gefunden worden sein.

Dieses Gutachten des Thüringer Umweltministeriums zur möglichen Gefahr eines Restrisikos von Minen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen und Hessen aus dem Jahr 2012 nimmt die Stiftung Naturschutz Thüringen 2013 zum Anlass, eine "Minengefahr" auf einem Teilstück des Hochrhöner Wanderweges bei Tann zu diagnostizieren. Damit verbunden sind zum Teil Verunsicherung über die Sicherheit der Wanderwege in der Rhön sowie ein erhöhtes öffentliches Interesse, wo Minen noch liegen könnten.

"Auch uns erreichten dazu immer wieder Nachfragen", heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Der Point Alpha Stiftung liegt eine schriftliche Bestätigung vom Thüringer Landwirtschaftsministerium aus dem Jahr 2012 vor, wonach auf dem Gelände der Point Alpha Stiftung und dem Grenzwanderweg sowie dem Weg der Hoffnung definitiv keine Minengefahr oder ein Restrisiko verbliebener Minen besteht. Alle anderslautenden Überlegungen oder Vermutungen sind falsch! Darauf weisen wir ausdrücklich hin."

Die doppelreihigen Minenfelder der sechziger Jahre wurden bereits Ende der sechziger Jahre von der DDR selbst geräumt, um an deren Stelle ab 1970 die so genannten Selbstschussanlagen (Splittermine, SM 70) am 3,20 m hohen Metallgitterzaun (Freundwärts) zu installieren. Die DDR musste also ein eigenes Interesse daran haben, möglichst alle Minen zu räumen, um den Dienst an der Grenze den neuen Bedingungen anzupassen.

Grenzanlage der achtziger Jahre.Grafik: Point-Alpha-Stiftung

Ab 1983 wurden dann die seit den siebziger Jahren aufgebauten Selbstschussanlagen als Gegenleistung für die beiden "Strauß-Kredite" 1983 und 1984 über 1,9 Mrd. DM an die DDR wieder abgebaut, dafür die Grenzanlagen mit Grenzsperr- und Signalzaunanlage und verschiedenen weiteren Sperrelementen in einem 500m breiten Grenzstreifen aufgerüstet, durch den die Flucht in den Westen verhindert werden sollte. Die Anwendung der Schusswaffe im Dienst durch Angehörige der DDR-Grenztruppen war geregelt durch die Vergatterungsformel vor Dienstantritt. Sie lautete: "...Grenzdurchbrüche nicht zuzulassen, Grenz-Verletzter vorläufig festzunehmen oder zu vernichten und den Schutz der Staatsgrenze unter allen Bedingungen zu gewährleisten.Nach der Wiedervereinigung wurde der ehemalige Todesstreifen zwischen 1991 und 1995 mehrfach durch Räumungskommandos der Bundeswehr geräumt.

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