Hünfelder Bürgermeister Schwenk verzichtet auf zweite Kandidatur 

Kommununalpolitische Überraschung am Freitagnachmittag: Hünfelds Verwaltungschef beugt sich ärztlichem Rat 

Hünfeld - Kommunalpolitischer Paukenschlag am Freitagnachmittag: Stefan Schwenk (CDU) wird nicht als Hünfelder Bürgermeisterkandidat für eine zweite Amtsperiode antreten. Es sei ihm sehr schwer gefallen, sagt Schwenk, aber er habe die Zeit vor, während und unmittelbar nach seinem Krankenhausaufenthalt genutzt, sich mit dem Rat behandelnder Ärzte auseinandergesetzt, künftig deutlich kürzer treten zu müssen und stressfreier zu leben. 

Nach reiflicher Überlegung und im Bewusstsein, wie zeitlich intensiv und fordernd das Amt des Bürgermeisters sei, habe er sich letztlich dem ärztlichen Rat gebeugt. Die Hünfelder CDU hatte den 58-jährigen Schwenk bereits im Mai mit einer Zustimmung von 100 Prozent für die anstehenden Wahlen am 3. November dieses Jahres nominiert.

 „Ich hatte den Wählern schon bei meiner ersten Wahl vor fast sechs Jahren versprochen, für zwei Amtsperioden mit aller Kraft und vollstem Engagement zur Verfügung stehen zu wollen,“ betont Schwenk, „das war mein Ziel.“ Das lasse sich nun nicht wie gewünscht realisieren. Ihm sei sehr wohl bewusst, dass er damit nicht der Erwartung vieler Menschen entsprechen könne, die ihn in den ersten fast sechs Jahren seiner Amtszeit sehr wohlwollend und gut begleitet hätten. Deshalb bedauere er zutiefst, dieser Erwartung jetzt nicht gerecht werden zu können. 

„Ich kann es gegenüber meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber vor allem nicht gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hünfeld verantworten, dieses Amt möglicherweise nicht mit voller Kraft ausüben zu können. Deshalb musste ich jetzt diese für mich sehr schmerzliche Entscheidung treffen“, erklärt Schwenk in seiner Stellungnahme: „In den letzten fünf Jahren habe ich sehr viel angeschoben und Weichen gestellt. In meiner zweiten Amtszeit hätte ich all das umsetzen und fertigstellen können, was jetzt auf den Weg gebracht wurde“, betont der Amtsinhaber. Deshalb hätte er gerne noch die Umsetzung dieser Projekte wie den Neubau von zwei Kindergärten, Betriebsansiedlungen, den Rathausumbau, die Modernisierung der Verwaltung, die Neugestaltung der Innenstadt, die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen und vieles andere mehr aktiv mitgestaltet.

Schwenk weiter: „Ich habe aber auch feststellen müssen, dass dieses Amt so fordernd ist, dass man es nur mit äußerstem Einsatz, meist sieben Tage die Woche und nicht selten 12 bis 14 Stunden am Tag, ausfüllen muss, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Dazu ist eine robuste Gesundheit unerlässlich. Wenn mir die Ärzte nun prognostizieren, dass ich weitere sechs Jahre in diesem Umfang und Tempo nicht durchstehen kann, ohne möglicherweise gesundheitlichen Schaden zu nehmen oder gar längere Zeit auszufallen, dann verlangt es die Verantwortung gegenüber diesem Amt und dieser Stadt, aber auch gegenüber meiner Familie, dass ich den Weg freimachen muss. Das tut sehr weh, weil ich von Herzen gern Bürgermeister dieser Stadt bin und diese Verantwortung immer gern getragen habe. Ich glaube, das haben die Hünfelder auch gespürt.“ 

Bis Ende März kommenden Jahres, dem Ende seiner Wahlperiode, werde er in gewohnter Art und Weise alles geben, um eine gute Übergabe an seine(n) neu zu wählenden Nachfolger/in zu gewährleisten.

Er habe das Vertrauen in die Hünfelder CDU, dass es ihr gelingen werde, sehr schnell einen geeigneten Nachfolger zu nominieren, der mit uneingeschränkter Einsatzfähigkeit seine Arbeit fortsetzen kann und gleichwohl eigene Akzente setzten wird, so Schwenk abschließend.

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