Für den Kinderschutz: „SkF“ und „pro familia“ arbeiten zusammen

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Gemeinsam für den Kinderschutz (von links): Alexandrina Prodan, Ewald Vogel, Torsten Wiegand und Anne Fleischmann.

"SkF" und "pro familia" helfen gemeinsam Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen und stehen Opfern nach Übergriffen bei.

Fulda - Sexualität – ein Thema, dass heute in aller Munde ist. Überall wo wir hinschauen ist das Thema Sex irgendwie verarbeitet – sei es im Fernsehen oder in der Werbung. Tabu ist es jedoch über die eigene Sexualität zu sprechen, weil zu persönlich. Doch das Thema geht uns alle etwas an. Vor allem, wenn es um sexualisierte Gewalt bei Kindern geht. Die Beratungsstellen des „Sozialdienstes katholischer Frauen“ (SkF) und von „pro famila“ sind Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erfahren mussten, Eltern und Verwandte, professionelle Fachkräfte und Institutionen, die sich fallbezogen beraten lassen, und ehrenamtliche Mitarbeiter, die mit Fällen sexueller Übergriffe zu tun haben.

Im Jahr 2015 hat das Land Hessen entschieden, den beiden Beratungsstellen 70.000 Euro als zweckgebundenes Fördermittel für den Bereich „Beratung für Kinder und Jugendliche bei sexualisierter Gewalt“ zukommen zu lassen. „Der Bedarf für Beratungsstellen ist da“, so Anne Fleischmann, Geschäftsführerin von „pro familia Ortsverband Fulda“. Ewald Vogel, Geschäftsführer von „SkF Fulda“ fügt an: „Mit so vielen Fällen haben wir zu Beginn nicht gerechnet.“ Der „SkF“ betreute bereits 19 Betroffene. Die Diplom-Sozialpädagogin Alexandrina Prodan von „SkF“ berichtet von „vermehrten grenzüberschreitenden Vorfällen“. Auch die Missbrauchsfälle von Kindern unter sechs Jahren haben zugenommen. Auch die Sozialpädagogen von „pro familia“, Eike Brähler und Torsten Wiegand , berichten von Kinder und Jugendlichen, denen sie bereits helfen konnten. 17 Fälle sind es mittlerweile.

„Jede Beratung ist anders“, so Brähler. „Man muss situativ entscheiden. Bei manchen ist akuter Handlungsbedarf, bei anderen ist es möglich mit ,Ruhe’ eine Lösung zu finden.“ Dabei sei es wichtig, das Opfer vom Täter fernzuhalten. „Doch es darf nichts mehr passieren, was der Betroffene nicht will“, weiß Wiegand. Gemeinsam eine Lösung zu finden, ist es das Ziel der Beratungsstellen. Hilfe für die Opfer von sexualisierter Gewalt sein. „Sexualisierte Gewaltanwendungen sind Mittel zur Machtausübung und werden meist begleitet von Bedrohung, gezielten Lügen, Überreden, Zwang und körperliche Gewalt“, so Brähler.

Um Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, leisten die Beratungsstellen auch Präventionsarbeit. Sie veranstalten in Schulen und Kindergärten Elternabende oder sprechen auch vor Schülern und Jugendlichen. „Mir ist aufgefallen, dass Menschen mit einer Behinderung häufig schlecht oder gar nicht aufgeklärt sind“, erzählt Wiegand. Der ausgebildete Sexualpädagoge arbeitet daher auch mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung: „Wenn sie nicht wissen, was eine Grenzüberschreitung ist, wie sollen sie dann davor geschützt werden Opfer oder gar Täter zu werden?“

Das Thema sexuelle Gewalt geht alle etwas an. Die Türen der Beratungsstelle des „SkF“, Karlstraße 30 in Fulda und von „pro familia“ Heinrichstraße 35 in Fulda stehen immer offen.

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