Kinoscout-Kritik: Atomic Blonde mit Charlize Theron

Was Kino-Scout Marius Kaletta von "Atomic Blonde" hält, schreibt er hier für Euch auf.

In der Comicverfilmung „Atomic Blonde“ wird die von Charlize Theron verkörperte CIA-Agentin Lorraine kurz vor dem Mauerfall nach Berlin geschickt, um eine Liste mit Namen von Agenten sicherzustellen. Neben Lorraine ist allerdings noch der KGB daran interessiert, gegen deren Agenten es sich durchzusetzen gilt. Wer sich öfter mal einen Agentenfilm anschaut, dem wird diese recht einfach gestrickte Geschichte schon aus diversen anderen Werken bekannt vorkommen

Negativ ist mir außerdem die Erzählweise aufgefallen, die sich durch das Erzählen durch Rückblicke zwar von der Masse abzuheben versucht, letztlich aber doch nicht neu ist und nur den Erzählfluss stört. Auch die Charaktere haben einschließlich der Protagonistin allesamt nur wenig Tiefe, was sehr schade ist. Obwohl man sie nur an wenigen Stellen noch hätte ausschmücken können, sind sie ein großer Kritikpunkt. Überzeugen konnte der Streife jedoch in Sachen Kampfchoreografien und Action.

Einzigartige Kampfszenen

Was in den Kampfszenen geboten wird ist einfach einzigartig. Minutenlang wird in einer Szene in einem Treppenhaus bis zum Tode gekämpft und dabei die Einrichtung zweckentfremdet. In dieser Szene wurde kein einziger Schnitt gesetzt. Regisseur und Kamerateam haben also in meinen Augen Beachtliches geleistet. Alle Schauspieler überzeugen jedoch nicht nur in den Kampfszenen sondern auch abseits davon. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sogar Til Schweiger einige kurze Auftritte hat. Auffällig ist auch, dass der Film in weiten Teilen in leicht bläuliches Licht getaucht ist, was anfangs ein wenig gestört hat, aber in allen Szenen für eine passende, kühle Atmosphäre sorgt.

Die Filmmusik enthält darüber hinaus viele Lieder aus den 80er Jahren, die immer sehr gut eingesetzt werden und den Film zusammen mit dem Set, dass dem Berlin aus 1989 sehr gut nachempfunden ist, um einiges aufwerten. Die schwache Handlung und die flachen Charaktere kosten den Film, trotz guter Kampfszenen, passender Filmmusik und solidem Schauspiel, zwei Sterne. Empfehlenswert ist der Film definitiv für alle Fans von guten Kampfchoreografien und brutaler Action. Wer sich allerdings nichts aus 80er-Jahre Musik macht und eine tiefgründige Handlung mit interessanten Charakteren braucht, sollte den Film wahrscheinlich eher meiden.

Regisseur

David Leitch

Darsteller

Charlize Theron, James McAvoy, Sofia Boutella

Bundesstart

24. August 2017

FSK-Altersfreigabe

Ab 16 Jahren freigegeben

Kino-Scout-Bewertung

3 von 5 Sternen

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