Kinoscout-Kritik: 100 Dinge

Fulda aktuell-Kinoscout Monika Müller hat sich den Film 100 Dinge angeschaut.

von Monika Müller

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens splitterfasernackt auf und all ihr Hab und Gut ist verschwunden. Jeden Tag bekommen sie eine Sache zurück, was wären Ihre Favoriten? Genau dies passiert den beiden Kumpels Paul (Florian David Fitz) und Toni (Matthias Schweighöfer) im neuen Film „100 Dinge“. Im Vollrausch haben die beiden eine Wette abgegeben, wer als erster die Konsumabstinenz unterbricht. Der Verlierer muss seine Firmenanteile des erfolgreichen Startup Unternehmens abgeben, und das will natürlich keiner. Die Belegschaft kontrolliert akribisch, wer zuerst schummelt. Bereits im Jahr 2016 haben Schweighöfer und Fitz gemeinsame Sache gemacht, damals im Film „Der geilste Tag“.

Ich finde die beiden Schauspieler harmonieren unheimlich gut zusammen und dass die beiden Freunde sind, glaube ich sofort. Die Story passt perfekt in die Adventszeit. Ein besseres Startdatum als den Nikolaustag hätte man gar nicht wählen können. Die Themen Konsum, Datenschutz und Onlineabhängigkeit treffen exakt den Zahn der Zeit, wer kann sich schon noch ein Leben ohne Überfluss vorstellen? Die Bilder im Film zeigen deutlich, wie abhängig die Menschen eigentlich von materiellen Dingen sind. Der Drehort Berlin ist perfekt gewählt, das Großstadtflair mit dem schnell gemachten Geld von Startups aber auch die Niederlage wird deutlich vermittelt. Glück und Leid liegen wie immer nah beieinander. Der Film macht nachdenklich: Was braucht man heutzutage wirklich und was macht einem dies glücklich? Natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz, es gibt sehr viele Stellen, wo man herzlich Lachen kann, und wenn es nur der nackte Hintern der Hauptdarsteller ist. Ich habe gelesen, dass Maria Furtwängler ihre Rolle im Film nur angenommen hat, um genau dieses Spektakel live mitzuerleben. Auch die Liebe findet einen Platz in der Story, wer allerdings das Mädchen bekommt, wird nicht verraten.

Ich empfehle diesen Film ohne Punktabzug, ich finde die Schauspieler toll, die Story regt zum Nachdenken an und der Unterhaltungsfaktor ist überragend. Und vielleicht überlegen Sie einmal, wie Ihre persönliche Liste der 100 wichtigsten Dinge aussähe? In diesem Sinne eine frohe Adventszeit!

Regie:

Florian David Fitz

Darsteller:

Matthias Schweighöfer, Florian David Fitz

Bundesstart:

6. Dezember 2018

FSK:

6 Jahre

Kino-Scout-Bewertung:

5 von 5 Sterne

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