Kinoscout-Kritik: Der Fantasyfilm Wonder Woman

Eine Amazone, eine Comicvorlage und die Kritik unseres Kinoscouts Marius Kaletta.

Nach dem großen Erfolg des Marvel-Film-Universums versucht auch DC, unter anderem mit „Batman v Superman“, ein Film-Universum zu etablieren, in dem „Wonder Woman“ vor der im November debütierenden „Justice League“ der vierte Film ist. Der Film ist in den Genres Fantasy und Science-Fiction einzuordnen und stellt eine Art Rückblick dar, der Wonder Womans Werdegang und ihr Wirken im zweiten Weltkrieg schildert.

Die Amazone Wonder Woman alias Diana Prince wächst auf der Amazoneninsel Themyscira auf und zeigt ein besonderes Interesse an der Ausbildung zu einer Kriegerin. Als ein US-amerikanischer Pilot auf der Insel strandet und kurze Zeit später die Nazis auf der Insel eintreffen, erfährt sie vom zweiten Weltkrieg, der ihr als der schlimmste aller Kriege geschildert wird. Sie kommt zu dem Schluss, dass es sich dabei nur um das Werk des Kriegsgottes Ares handeln kann, und verlässt die Insel, um Ares zu töten. Leider verläuft die Handlung dabei sehr linear und hebt sich kaum von der anderer Comicverfilmungen ab. Es fällt außerdem auf, dass viele Charaktere einfach keine Tiefe haben, da man nichts über ihre Hintergründe erfährt.

Selbiges gilt auch für die Gegenspieler, die keine tiefere Motivation haben, böse zu sein. Außerdem beinhaltet der Film einige Szenen, die recht übertrieben wirken. Dies ist speziell bei verschiedenen Witzen der Fall. Die Menge der witzigen Szenen ist, meiner Meinung nach, angemessen und zumindest ich kam, trotz einiger eher peinlicher Momente, auf meine Kosten. Die größte Stärke des Films ist Gal Gadot, die die perfekte Wonder Woman ist und somit den Film in weiten Teilen tragen kann. Außerdem sehen Actionszenen, besonders mit ihr, grandios aus.

Nur der Endkampf ist actionüberladen, wirkt aufgrund der Tricktechnik visuell nicht ansprechend und passt in seiner Gesamtheit nicht in den restlichen Film. Was alle Actionszenen aufwertet, ist die sehr gute Kameraführung, die sich gerade durch perfekt gesetzte Zeitlupensequenzen auszeichnet. Generell sieht auch das Set sehr gut aus und veranschaulicht das Szenario des zweiten Weltkriegs ebenso gut. Alle Szenen werden durch die gute, aber nicht außergewöhnliche, Filmmusik atmosphärisch unterstützt.

Auch wenn Chris Pine, der für die meisten Witze zuständig ist, unter den Nebendarstellern die größte Fläche geboten wird, fällt auch sein Charakter sehr blass aus. Trotz einiger Stärken bleibt der Film letztlich nur knapp überdurchschnittlich und ist allen Fans von Comicverfilmungen zu empfehlen.

Regie:

Patty Jenkins

Darsteller:

Gal Gadot, Chris Pine, Danny Huston, David Thewlis

Bundesstart:

15. Juni 2017

FSK:

12 Jahre

Kino-Scout-Bewertung:

3 von 5 Sternen

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