Kinoscout-Kritik zum neuen Film "Dunkirk"

Kinoscout Marius Kaletta hat sich den Film angesehen, der von der Schlacht von Dünkirchen erzählt.

Nach Filmen wie „Inception“, „The Dark Knight“ oder „Interstellar“ bringt Christopher Nolan mit „Dunkirk“ nun einen Kriegsfilm in die Kinos, der die Schlacht von Dünkirchen und die Evakuierung hunderttausender Soldaten eindrucksvoll inszeniert.

Die Handlung wird in drei Handlungssträngen erzählt, die parallel verlaufen und sich teilweise schneiden. Der erste Handlungsstrang zeigt einen britischen Soldaten, der versucht, auf eines der Evakuierungsschiffe zu gelangen und Dünkirchen zu verlassen. Währenddessen sieht man einen Zivilisten, der gewillt ist, mit seinem Sohn in seinem Privatboot von England aus Soldaten aus Dünkirchen zu retten.

Todesangst nachvollziehbar

Im dritten Handlungsstrang versucht ein Pilot der britischen Luftwaffe, die deutschen Luftangriffe auf die an den Stränden ausgelieferten britischen Soldaten abzuwehren. Da es sich bei der Schlacht von Dünkirchen um ein historisches Ereignis handelt, kann der Film kaum durch unerwartete Wendungen punkten. Auch die Charaktere bleiben eher blass. Allerdings ist es sehr unterhaltsam, die Figuren auf dem Weg zum Ziel zu begleiten und in jeder Situation mit ihnen mit zu fiebern. Das liegt zum einen daran, dass die Kriegsatmosphäre im Film sehr gut dargestellt wird und man die ständig vorherrschende Todesangst sehr gut nachvollziehen kann. Zum anderen wird diese Atmosphäre nicht zuletzt von der Leistung der Schauspieler sowie der passenden Musikhinterlegung getragen.

Glaubwürdige Emotionen

Die Darsteller sind zwar bis auf wenige Ausnahmen recht unbekannt, machen allerdings trotzdem einen ausgezeichneten Job und stellen Emotionen glaubwürdig dar. Obwohl die Kameraführung eher konventionell wirkt, wird jede Situation perfekt eingefangen und die Aufnahmen der Soldaten am Strand oder Szenen auf dem Meer wirken immer sehr bildgewaltig. Erwähnenswert ist auch, dass Christopher Nolan sich in seinen Arbeiten von Computereffekten distanziert und das Set sowie die Effekte echt sind. So wurde der Film unter anderem in Dünkirchen selbst gedreht, was auch positiv zur Atmosphäre beiträgt. Die Stärken des Films liegen definitiv im Kreieren der stets spannenden und realitätsnahen Kriegsatmosphäre. Als historischer Kriegsfilm betrachtet ist „Dunkirk“ also wirklich sehr gut, da ich den Film jedoch, wie jeden anderen fiktiven Film auch, bewerte, muss ich ihm auch die blassen Charaktere und die wenig überraschende Handlung anrechnen. Wer sich allerdings ein wenig für Geschichte oder Kriegsfilme begeistern kann, wird auch an diesem Gefallen finden.

Regisseur

Christopher Nolan

Darsteller

Fionn Whitehead, Tom Glynn-Carney, Jack Lowden

Bundesstart

27.Juli 2017

FSK-Altersfreigabe

ab 12 Jahren freigegeben

Kino-Scout-Bewertung

4 von Sternen

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