Kinoscout Markus Trott schreibt über Get Out

Ein Film ohne klares Genre und mit kleinem Budget - und dennoch sehenswert, wie unser Kinoscout meint.

Eine verlassene Straße. Rundherum Häuser. Aus dem rechten Bildrand erscheint ein farbiger junger Mann. Er hat sich verlaufen und probiert mit seinem Smartphone den richtigen Weg zu finden. Bis aus dem nichts ein Auto erscheint. Der junge Mann bemerkt dies und hofft, dass der Wagen, der neben ihm stehen geblieben ist, weiterfährt. Doch dies passiert nicht. Er wird überwältigt von dem vermummten Autofahrer und in den Kofferraum geschleppt.

„Get out“, was soviel wie „Hau ab” heißt, handelt von Chris, 26 Jahre alt und farbig, sowie Rose. Beide sind seit Monaten zusammen und wollen am Wochenende ihre Eltern besuchen. Auf dem Weg dorthin passiert ein Unfall mit einem Reh, bei dem ein Spiegel und ein Scheinwerfer zu zu Bruch gehen. Das Reh erliegt seinen Verletzungen. Etwas später fahren Sie in einen Wald und kommen bei einem großen Grundstück heraus. Das Haus der Eltern. Auch Roses Bruder ist zu Gast. Beim Abendessen erinnert der Vater daran, dass an diesem Wochenende auch ein jährliches Treffen von Freunden und Familien stattfindet. Was danach alles passiert und warum Menschen am Ende sterben, dass verrate ich an diesem Punkt nicht.

Der Film wurde, laut „Box Office Mojo“, für 4,5 Millionen Euro gedreht und hat bereits mehr als 189 Millionen Euro eingespielt. Meiner Meinung nach bemerkt man das Low-Budget nicht im Film. Dieser wurde gut inszeniert und hat auch gute Kameraperspektiven. Ein Pluspunkt ist, dass die Sprüche der jungen Leute im Jetzt liegen. Sodass eben auch mal Sätze wie „nur weil ich Schwarz bin“ oder „was geht?“ hörbar sind.

Es ist nicht nur ein Film, den man sich anschaut, sondern man macht sich Gedanken. Als Chris all’ die ganzen Freunde und Familienmitglieder kennenlernt, spürt man, dass nicht alles stimmt. Und besonders am Ende fiebert man mit.

Das Drehbuch stammt von Jordan Peele, der auch Regie führte. Dieser auch Schauspieler und Komiker. Man konnte ihn in der Serie „Obama“ sehen oder auch in „Wanderlust – der Trip ihres Lebens“. Aber auch die Hauptdarsteller Daniel Kaluuya und Allison Williams sind keine Unbekannten. Ihn kennt man aus „Black Mirror“ und sie aus „Girls“.

Mein Fazit für den Film lautet: Selbst wenn man im Film nicht genau erkennt, welchem Genre er zugeordnet werden kann, ist der Film für Low-Budget ziemlich gut gedreht. Aber auch das Gefühl mitzufiebern, überzeugt mich davon, dass es sich hierbei um ein echt gutes Filmwerk handelt.

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