Kinoscout-Rezension: Verpiss dich, Schneewittchen

Kinoscout Sabine Lindenthal hat sich "Verpiss dich, Schneewittchen" mit Bülent Ceylan angeschaut.

"Verpiss dich, Schneewittchen" ist keine Neuverfilmung des gleichnamigen Märchens mit Bülent Ceylan als Schneewittchen und Hassan, Harald, Mampfred und Anneliese als Zwerge - nein, weit gefehlt. Hier die richtige Handlung: Sammy (Bülent Ceylan) ist ein musikbegeisteter, junger Mann, der davon träumt ein großer Rockstar zu werden.

Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Auftritten im Altersheim, als Musikschullehrer in einer Kita und putzt die Böden in des Hamam seines Bruders Momo ( Kida Khodr Ramadan). Ein Casting - Aufruf möchte er als Sprungbrett für seine Karriere nutzen - leider ein Casting für Bands. Sammy macht sich mit Hilfe seiner Schweste Jessi (Josephine Preuß - bekannt durch: "Türkisch für Anfänger") auf die Suche nach geeigneten Bandmitgliedern. Sie finden Wolfram/Wolle ( Paul Fastnacht), einen 70-jährigen Aushilfsmasseur, der gekonnt rhytmisch auf den Laib von Mahmud (Özgür Karadeniz) trommelt.

Die Band "Hamam Hardrock" mit integrierter Body - Percussion erwacht zum Leben und sie kommen beim Publikum sehr gut an. Doch die Labelchefin Thomaschewski (Sabrina Setlur) möchte ihren Ruhm mit allen Mitteln verhindern. Die Komödie von Regisseur Cüneyt Kaya und Hauptdarsteller Bülent Ceylan ist wirklich nur etwas für eingefleischte Bülent - Fans.

Die Story ist abgegriffen, staubig und es fehlt an Witz und Pep. Da konnte auch die sprechende Schildkröte "Rocky" nicht helfen und mir kamen die angesprochenen Themen wie Rassismus, Minderheit und Gewalt ziemlich deplaziert vor. Lichtblicke waren die Gastauftritte von Olaf Schubert als Bestatter, Tom Gerhard als "siescher" Hausmeister Krause und Chris Tall als Boss. Zudem lässt der Film die 80er Jahre aufleben: Das Gitarrensolo von Sammy erinnert an Michael J. Fox in "Zurück in die Zukunft", Jessi sieht aus, wie aus einem Arobic-Video entsprungen und der Refrain von dem Lied: "Verpiss dich, Schneewittchen" ähnelt dem Song: "Goldener Reiter" von Joachim Witt. Außerdem hatte Bernhard Brink einen Mini - Gastauftritt. Ich hatte ja schon damit gerechnet, dass es kein Blockbuster ist, aber ich war halt neugierig und auch gespannt auf Chris Tall, der leider viel zu wenig zu sehen war.

Eine Frage zum Schluss: Kennen Sie den zweiten Vornamen von Angela Merkel ? Im Film wird´s verraten

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Regie : Cüneyt Kaya

Darsteller: Bülent Ceylan, Josephine Preuß, Kida Khodr Ramadan, Sabrina Setlur, Ralf Fastnacht, Chris Tall

Bundesstart: 29.03.2018

FSK: 12 Jahre

Kino-Scout Bewertung: 2 von 5 Sternen

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