Auf der Kippe

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Osthessen. Heute ist der von der Weltgesundheitsorganisation "WHO" ausgerufene „Weltnichtrauchertag“ - mit ZWISCHENRUF

Osthessen. Heute ist "Weltnichtrauchertag". Er wurde am 31. Mai 1987 von der Weltgesundheitsorganisation "WHO" ins Leben gerufen. Das Motto in diesem Jahr lautet: "Gesundheit auf der Kippe – Tabaksteuern rauf, Tabakkonsum runter!"

Pro Jahr sterben in Deutschland mehr als 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, weitere 3.300 werden Opfer des "Passivrauchens". Das "Aktionsbündnis Nichtrauchen" (ABNR) mit Sitz in Bonn ist der Auffassung, dass eine Erhöhung der Tabaksteuer dazu beitragen könnte, die Zahl der in Deutschland Rauchenden zu dezimieren. "Werden die Steuern für Tabakwaren erhöht, so führt dies erfahrungsgemäß vor allem bei preissensiblen Gruppen zu einer Reduzierung des Tabakkonsums", heißt es auf der Interentseite des Vereins. Vor allem Jugendliche würden besonders deutlich auf spürbare Preissteigerungen bei Tabakwaren reagieren.

Zwischen 2001 und 2005 erhöhte sich die Steuerlast pro Zigarette um rund 60 Prozent. Laut "ABNR" sei die Menge der verkauften Tabakprodukte – respektive der Raucher – in dieser Zeitspanne um 29 Prozent zurückgegangen. Derzeit rauchen in Deutschland 30 Prozent der Erwachsenen – laut "ABNR" ist das ein recht hoher Wert.

Zum "Weltnichtrauchertag" fordert das Aktionsbündnis unter anderem die gleichmäßige Besteuerung aller verkäuflichen Tabakwaren. So soll verhindert werden, dass Raucher statt Schachteln zu kaufen auf "Selbstgedrehte" ausweichen, da diese billiger zu haben sind. Außerdem sollten die Tabaksteuer-Einnahmen "für Maßnahmen zur Verbesserung der Tabakprävention und zur Bekämpfung des Tabakschmuggels verwendet werden".

Der "Weltnichtrauchertag" wird besonders dazu genutzt, über die Gefahren von Tabakkonsum – insbesondere für Kinder und Jugendliche – aufzuklären. Dazu gibt es Tipps, um entweder vom Rauchen loszukommen oder gar nicht erst damit anzufangen. Weitere Informationen gibt es unter www.abnr.de im Internet.

+++ +++ +++ ZWISCHENRUF +++ +++ +++

Von Besserwissern und "Klick" im Hirn

Ich kann schon verstehen, dass sich Raucher hierzulande manchmal wie Aussätzige fühlen. An vielen Bahnhöfen in der Bundesrepublik werden sie in dicke gelbe Linien gepfercht, um ihrem Laster zu frönen. Bei Eiseskälte und Regen müssen sie auf Hinterhöfen stehen, Lehrerinnen und Lehrer müssen sich wie ihre Schüler abseits vom Schulgelände hinter ein Gebüsch quetschen, wenn die Lust – oder die Sucht – ihren Tribut fordert.

Ganz ehrlich: Jeder Raucher weiß, dass das, was er da tagtäglich tut, weder seiner eigenen Gesundheit noch der seiner Mitmenschen förderlich ist. Ich bin sicher, dass zum Nichtraucher werden nicht geht, wenn man es nicht wirklich will. Nicht wegen der Entzugserscheinungen, die körperlich vernachlässigbar sind – sondern wegen des "Klicks" im Gehirn, der bewirkt, dass der Raucher zum Nichtraucher wird. In vielen Fällen habe ich selbst erfahren, dass "ein bisschen Rauchen" nichts bringt. Viele Menschen um mich herum, die nicht komplett dem Glimmstängel entsagt haben, sind rückfällig geworden. Von den Rauchern unter uns erwarte ich eigentlich, dass sie ohne gesetzlich dazu verdonnert werden zu müssen, freiwillig Rücksicht auf ihr soziales Umfeld nehmen. Muss man mit Kind im Auto rauchen? Muss man am Tisch rauchen, während andere noch essen? Nein, das muss man nicht.

Die Rücksichtnahme, die ich von Rauchern erwarte, können Raucher auch im Gegenzug in Form von Toleranz erwarten. Denn nichts nervt Raucher mehr als diejenigen (meist Ex-Raucher), die mit erhobenem Zeigefinger ihre rauchenden Mitmenschen "kurieren" möchten. Das hilft nichts, denn wenn der Rauchende nicht selbst den Willen zum Aufhören hat, bleibt er oder sie dabei.

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