Klartext: Neujahrsvorsätze

Haben Sie gute Vorsätze für das Jahr 2020?

Mitte der Woche begann für uns alle ein neues Kapitel: „Neues Jahr, neues Glück“ – so sagt man doch, oder? Für mich hat außerdem auch ein völlig neuer Lebensabschnitt begonnen. Was wäre also passender für eine neue Volontärin, als über Vorsätze nachzudenken. Beim Blick in den Himmel werden an Silvester viele Menschen sentimental, trauern dem alten Jahr hinterher oder denken an die schönen Dinge, die einem über das Jahr Freude bereitet haben. Dann ertappen sich viele bei dem Gedanken an gute Vorsätze. Was könnte man sich vornehmen oder in was könnte man sich verbessern? Vielleicht eine neue Sprache lernen? Oder sein Geld sparen?

Nun muss ich ehrlich sagen, dass ich kein Fan von Vorsätzen bin. Ich beobachte gerne die fröhlichen Menschen an Silvester, die sich glücklich um den Hals fallen und sich erzählen, was sie sich für das nächste Jahr fest vorgenommen haben. Mehr, als es einfach nicht einzuhalten und im nächsten Jahr darüber betrübt zu sein, kann ja nicht passieren. Doch auch wenn es nicht klappt, setzen viele Menschen sich jedes Jahr aufs Neue gute Vorsätze. Denn ein Neuanfang hat einen gewissen Zauber inne und gibt vielen Menschen die Hoffnung auf mehr Glück. Doch wann begann das mit den Vorsätzen? Darüber gibt es viele Theorien. Zum einen sagt man, dass bereits römische Beamte am ersten Tag des neuen Jahres ihren Eid an den Kaiser erneuerten und es von großer Bedeutung war für die antike Gesellschaft. Zum anderen besagt eine andere Theorie, dass strenge Christen die guten Vorsätze erfunden haben, um sich einfach gute Werke vorzunehmen. Ganz gleich, welche der Theorien nun stimmt, ist der Beginn eines neuen Jahres für viele Menschen eine sehr gute Gelegenheit, in ihrem Leben etwas zu ändern oder etwas Neues zu beginnen.

Jedoch ist ein Vorsatz für mich kein wirkliches Ziel. Es ist eher ein unverbindliches Vorhaben, ein Wunsch. Doch auch mit einem Ziel allein ist es nicht getan. Bereits Goethe sagte: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“ Wenn man sich etwas vorgenommen hat, muss man auch aktiv werden und sich keine Ausreden einfallen lassen. Denn meist liegt das Scheitern der guten Vorsätze an der fehlenden Ausdauer. Und nicht nur mit dem neuen Jahr werden Vorsätze gefasst, immer wieder nimmt man sich etwas vor. Es gibt zahlreiche Menschen mit tollen Ideen, und am Ende fehlt dann doch der lange Atem für die Umsetzung. Viele vergessen, dass Erfolg nicht von heute auf morgen passiert und in unserer schnelllebigen Zeit wollen viele alles und sofort.

Doch viele Menschen haben sehr bescheidene Wünsche. Vorsätze, die man jedes Jahr aufs Neue zu hören bekommt, sind: weniger Stress, mehr Zeit für die Familie und dass man mehr Sport treiben will. Diese Liste klingt in meinen Ohren realistisch, doch wundert es mich schon ein wenig dass man diese Wünsche dann im nächsten Jahr wieder hört. Nun gibt es auch jene Zeigenossen, die sich keine Vorsätze am Silvesterabend überlegen. Trotzdem finde ich den Gedanken vieler Menschen, die es dennoch tun, schön. Sie bereiten sich auf das nächste Jahr vor und fühlen sich mit einem Vorsatz vor Augen bestärkter, dass das nächste Jahr gut oder sogar besser werden würde. Vielleicht würde unsere Welt auch einfach mehr gute Werte, wie Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit oder Toleranz vertragen, anstatt guter Vorsätze. Werte dieser Art können in unseren Alltag einfließen ohne dass wir sie von einer „To-do-Liste“ streichen müssen. Somit wünsche ich allen Lesern, ob mit oder ohne Vorsätzen, ein frohes neues Jahr.

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