Klartext zum Anschlag in Manchester: Hoffen statt bangen

Redakteur Christopher Göbel schreibt über Angst und Hoffnung in Zeiten der erhöhten Terrorgefahr.

Es ist wieder einmal erschreckend, was in Manchester geschehen ist. Aber es macht auch klar, dass niemand von uns sich wirklich sicher fühlen kann. Selbstmordattentäter sind immer gefährlich und können – leider – auch immer und überall zuschlagen. Jedes durch Terror zu Tode gekommene Opfer ist eines zuviel.

Besonders tragisch, wenn es sich dabei um Kinder und Jugendliche handelt, die ihr Leben noch vor sich hatten. So geschehen beim Konzert der Popsängerin Ariana Grande in Manchester. Das jüngste Todesopfer war gerade einmal acht Jahre alt. Ich frage mich immer, wie religiös verblendet Attentäter sein müssen, was ihnen von wem auch immer versprochen wurde, dass sie den eigenen Tod und den unschuldiger, unbeteiligter Menschen in Kauf nehmen. Es will mir einfach nicht in den Kopf.

Wenn ich in der Historie schaue, dann war es allerdings schon immer so, dass Kaiser und Könige ihre Untertanen auf sich einschworen, Soldaten für ihre Herren in den Krieg zogen und für den Tod der Feinde auch ihren eigenen in Kauf nahmen. Aber die Methoden haben sich geändert. Mit einem Schwert kämpfte man gegen eine Person, Auge in Auge, Mann gegen Mann. Mit einer Bombe braucht man seine Opfer nicht mehr wahrzunehmen, man muss nur den Knopf drücken und ein Blutbad ist angerichtet. Mit einem Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt rasen – wer sind die Menschen, die dort schöne Stunden verbringen möchten? Dem Attentäter ist das egal. Noch einmal meine Frage: Was geht im kranken Hirn dieses Menschen vor?

In Bad Hersfeld soll 2019 der Hessentag gefeiert werden. Am Mittwochabend fand dort eine Beratung statt, ob man zu diesem Event „Großereignisse“ mit Superstars veranstalten solle. Die Frage ist dann aber auch, wie bei derartigen Veranstaltungen der Schutz der Besucher gewährleistet werden kann. Das Bad Hersfelder Stadtsäckel ist leer. Zusätzliche Sicherheit muss aber bezahlt werden. Polizei? Bundespolizei? Sicherheitsdienste? Wer zahlt es? Das gilt natürlich nicht nur für die Festspielstadt, sondern für alle Großveranstaltungen.

Es heißt, dass die Attentäter möglichst viele Menschen mit in den Tod reißen wollen. Sollen wir uns jetzt von Angst antreiben lassen und uns von allen Veranstaltungen fernhalten? Ich sage: Nein! Gesunde Vorsicht ist natürlich immer im Gepäck, wenn man unterwegs ist, aber sich vor den Terroristen ins Schneckenhaus zurückziehen, ist meiner Meinung nach der falsche Weg.

Ich möchte an dieser Stelle allen Angehörigen von Terror-Opfern mein tiefes Mitgefühl aussprechen. Die Hoffnung sollte uns in Denken und Handeln leiten, nicht die Angst.

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