Klartext: Die Arbeit der "Tafeln" ist nicht hoch genug zu schätzen

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Ein Kommentar von FA-Redaktionsleiter Bertram Lenz zur "Fuldaer Tafel" und dem Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer.

Gäbe es die Institution der „Tafel“ nicht, man müsste sie erfinden. Nicht nur in Stadt und Landkreis Fulda, sondern auch in den angrenzenden Regionen wie dem Vogelsberg leisten die überwiegend ehrenamtlich Engagierten eine Arbeit, die nicht hoch genug bewertet werden kann.

Dabei ist es nicht alleine damit getan, bei den verschiedenen Lebensmittelhändlern die Waren abzuholen; vielmehr muss das Ganze sorgfältig sortiert und dann an die einzelnen „Kunden“ ausgegeben werden. Was dabei möglicherweise in Vergessenheit gerät: Nicht nur auf Hygiene muss peinlich geachtet werden.

Gefordert ist genauso ein hohes Maß an Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen, denn die „Tafel“-Mitarbeiter werden bei ihrem Engagement mit allen Bevölkerungsschichten konfrontiert, mit den unterschiedlichsten Nationalitäten und mit den verschiedensten Schicksalen. Im Gespräch mit den einzelnen Helfern ist es zugleich berührend, wie diese bestrebt sind, denjenigen, die sich bei der „Tafel“ mit Lebensmitteln versorgen, mit Würde zu begegnen.

Dazu zählt auch, stets von „Kunden“ zu sprechen. Denn davor, sich in der Weserstraße 33 in Fulda oder an irgendwelchen anderen „Tafel“-Orten einfinden zu müssen, ist in der heutigen Zeit niemand gefeit. Der eigentliche Skandal, der freilich zum Nachdenken anregen muss, ist der, dass alleine von der Fuldaer „Tafel“ 1.200 Kinder versorgt werden müssen. Die faktisch als arm gelten. Das ist, um bei diesem sprachlichen Bild zu bleiben, ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.

Es gibt so viele Dinge, über die sich Politiker auf lokaler und überregionaler Ebene den Kopf zerbrechen und sich gerade während dieser Zeit der Wahlkämpfe in schier endlosen Diskussionen ergehen. Hier müsste endlich angesetzt werden, um denjenigen unter die Arme zu greifen, die anscheinend noch immer keine Lobby haben. Und das sind unter anderen eben immer noch die Kinder – eigentlich die Zukunft unserer Gesellschaft.

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